Spanien steht in dieser Woche vor einem markanten Wetterkontrast. Während sich der Süden des Landes auf hochsommerliche Temperaturen von bis zu 38 Grad einstellt, bringt eine Kaltluftfront aus Nordeuropa deutlich kühlere Luft in den Norden der Iberischen Halbinsel. Meteorologen sprechen von einer außergewöhnlich ausgeprägten Wetterteilung zwischen Nord und Süd.
Redaktion Spanien Press
von Marlon Gallego Bosbach
Hitze in Andalusien erreicht ihren Höhepunkt
Vor allem in Andalusien steigen die Temperaturen in den kommenden Tagen weiter an. Verantwortlich dafür ist eine anhaltende Warmluftströmung aus Nordafrika, die den Süden Spaniens fest im Griff hat. Besonders betroffen ist das Guadalquivir-Tal westlich von Córdoba, wo Werte von bis zu 38 Grad erwartet werden. Die Kombination aus intensiver Sonneneinstrahlung, trockener Luft und schwachem Wind sorgt dafür, dass die Temperaturen deutlich über den für Anfang Juni üblichen Werten liegen.
Auch in Sevilla, Córdoba sowie Teilen von Extremadura und Murcia werden sommerliche Höchstwerte erwartet. Für viele Regionen beginnt die Woche damit deutlich heißer als normalerweise zu dieser Jahreszeit.
Polarluft erreicht den Norden Spaniens
Während der Süden schwitzt, zeichnet sich im Norden ein völlig anderes Wetterbild ab. Zwischen Dienstag und Donnerstag wird eine Luftmasse polaren Ursprungs aus Nordeuropa nach Spanien vordringen. Diese verdrängt die warme Luft in den nördlichen Landesteilen und sorgt dort für einen deutlichen Temperaturrückgang.
Besonders entlang der Kantabrischen Küste sowie in den Regionen rund um die Pyrenäen werden die Auswirkungen spürbar sein. Städte wie Bilbao, Santander und Oviedo müssen sich auf deutlich kühlere Bedingungen einstellen. Dort könnten die Tageshöchstwerte zeitweise auf rund 20 Grad oder sogar darunter sinken.
Temperatursturz von bis zu zwölf Grad
Meteorologen rechnen regional mit einem Rückgang der Temperaturen um zehn bis zwölf Grad innerhalb weniger Tage. Solche Unterschiede sind zwar meteorologisch nicht außergewöhnlich, treten jedoch selten so deutlich innerhalb einer einzigen Woche auf.
Die Ursache liegt in der direkten Konfrontation zweier sehr unterschiedlicher Luftmassen: Auf der einen Seite heiße subtropische Luft aus Nordafrika, auf der anderen Seite kalte Luft aus nördlichen Breiten Europas. Diese Konstellation erzeugt derzeit eine scharfe Wettergrenze über Spanien.
Mehr Wolken und lokale Schauer im Norden
Mit der einströmenden Kaltluft nimmt auch die atmosphärische Instabilität zu. Experten erwarten mehr Bewölkung sowie vereinzelt Schauer in den nördlichen Regionen. Größere Niederschlagsmengen werden derzeit zwar nicht prognostiziert, lokal können jedoch Gewitter auftreten, insbesondere in Bergregionen und im Umfeld der Pyrenäen.
Die Wetterlage erinnert an ähnliche Kaltluftvorstöße der vergangenen Jahre, bei denen polare Luftmassen kurzfristig für einen abrupten Wechsel von Sommerwetter zu deutlich kühleren Bedingungen sorgten.
Keine dauerhafte Abkühlung in Sicht
Nach Einschätzung der Wetterdienste handelt es sich jedoch nicht um einen nachhaltigen Wetterumschwung. Die Polarluft wird voraussichtlich nur vorübergehend Einfluss auf das Wettergeschehen nehmen. Bereits gegen Ende der Woche könnten sich die Temperaturen wieder stabilisieren und vielerorts erneut ansteigen.
Für den Süden Spaniens bleibt die Hitze ohnehin weitgehend bestehen. Dort dürfte sich das sommerliche Wetter auch während der vorübergehenden Abkühlung im Norden behaupten.
Spanien zwischen Hochsommer und Frühling
Die aktuelle Wetterlage zeigt eindrucksvoll die klimatische Vielfalt Spaniens. Während Urlauber an der Costa del Sol und in Andalusien bereits Bedingungen wie im Hochsommer erleben, fühlen sich die Temperaturen im Norden vielerorts eher wie im Frühling an. Der Gegensatz könnte in den kommenden Tagen kaum größer sein – und macht Spanien einmal mehr zu einem Land mit gleich mehreren Jahreszeiten zur selben Zeit.
