13. August 2026
Lesezeit 2 Minuten

Mehr als 500 Menschen nach Sonnenfinsternis in Spanien medizinisch behandelt

Sicher durch die Sonnenfinsternis: Spezielle Schutzbrillen schützen die Augen beim Blick zur Sonne (Credit: KI generiert)

Die totale Sonnenfinsternis vom 12. August hat in Spanien mehr als 500 medizinische Behandlungen und Beratungen ausgelöst. Besonders häufig ging es um Augenbeschwerden. Schwere Fälle wurden bislang jedoch nicht gemeldet.

Redaktion Spanien Press

von Marlon Gallego Bosbach

Die spektakuläre totale Sonnenfinsternis hat in Spanien nicht nur für beeindruckende Bilder gesorgt, sondern auch zahlreiche Menschen in medizinische Einrichtungen geführt. Nach vorläufigen Angaben wurden in 14 autonomen Gemeinschaften mehr als 500 Menschen im Zusammenhang mit dem Himmelsereignis behandelt oder medizinisch beraten. Die Mehrheit der Fälle betraf die Augen. Insgesamt fällt die Bilanz der Gesundheitsbehörden jedoch vergleichsweise glimpflich aus.

Mehr als 100 Fälle in Madrid

Besonders viele medizinische Kontakte wurden in der Region Madrid registriert. Bis Donnerstagmorgen wurden dort 101 Menschen behandelt. 77 Patienten suchten Krankenhäuser auf, sechs wurden in der medizinischen Grundversorgung versorgt und 18 weitere vom Rettungsdienst Summa behandelt.

Gemeldet wurden unter anderem Schwindel, allgemeines Unwohlsein und Augenbeschwerden. Schwere Verläufe wurden dabei nicht bekannt.

Katalonien meldet 143 Anfragen

Die meisten einzelnen Anfragen wurden aus Katalonien gemeldet. Der katalanische Rettungsdienst registrierte insgesamt 143 Anfragen im Zusammenhang mit der Sonnenfinsternis. In 40 Fällen ging es um Beschwerden an den Augen.

Die Anfragen verteilten sich auf verschiedene Teile der Region, darunter Barcelona, Girona, Lleida, Tarragona und weitere Gebiete. Sechs Vorfälle führten zur Mobilisierung von Rettungswagen, drei Betroffene wurden in medizinische Einrichtungen gebracht.

Auch Valencia und Asturien betroffen

In der Region Valencia wurden 70 Menschen in augenärztlichen Einrichtungen behandelt. Keiner der Betroffenen musste stationär aufgenommen werden.

In Asturien suchten 64 Menschen wegen Augenproblemen medizinische Einrichtungen auf. Allerdings wurden nur bei 18 Personen Diagnosen festgestellt, die mit der Beobachtung der Sonnenfinsternis in Verbindung gebracht werden können. Die Gesundheitsbehörden weisen zudem darauf hin, dass Augenbeschwerden grundsätzlich auch unabhängig von der Sonnenfinsternis auftreten.

58 Fälle im Baskenland

Auch im Baskenland wurden zahlreiche Menschen medizinisch versorgt. Seit Mitternacht nach der Sonnenfinsternis registrierten die Gesundheitsdienste 58 Behandlungen.

36 davon erfolgten in Krankenhäusern, weitere 22 in der medizinischen Grundversorgung. Die Beschwerden betrafen vor allem Sehstörungen oder Situationen, in denen Menschen die Sonne offenbar nicht ausreichend geschützt betrachtet hatten. Alle Fälle wurden als leicht eingestuft.

Weitere Fälle in Spanien

Auch aus zahlreichen anderen Regionen wurden medizinische Einsätze gemeldet. In Andalusien gab es 44 Krankenhausbehandlungen, ohne dass Patienten stationär aufgenommen werden mussten.

In Murcia wurden 32 Menschen wegen augenärztlicher Beschwerden behandelt. Auch dort war kein Fall schwerwiegend. In Baleares wurden 16 augenärztliche Notfälle im Zusammenhang mit der Sonnenfinsternis registriert.

In La Rioja wurden rund 20 Menschen wegen Augenbeschwerden behandelt. Bei vier Patienten wurden Verletzungen festgestellt, die mit einer Sonnenexposition vereinbar waren. Zwei Fälle galten als leicht, bei zwei weiteren stand die weitere Entwicklung zunächst noch aus.

Daneben wurden unter anderem in Kastilien-La Mancha, Kastilien und León, Aragón, Navarra und Extremadura weitere medizinische Einsätze registriert. Neben Augenproblemen ging es teilweise auch um Schwindel, Stürze, Dehydrierung oder hitzebedingte Beschwerden.

Keine größere Gesundheitskrise

Trotz der hohen Zahl an medizinischen Kontakten sprechen die Behörden bislang nicht von einer größeren gesundheitlichen Ausnahmesituation. Die meisten Beschwerden waren leicht und mussten nicht stationär behandelt werden.

Auch die Behörden betonen, dass viele Menschen die empfohlenen Schutzmaßnahmen beachtet haben. In einigen Regionen verhinderten zudem Wolken und Nebel eine optimale Sicht auf das Ereignis, wodurch die direkte Sonneneinstrahlung teilweise abgeschwächt wurde.

Augenbeschwerden können verzögert auftreten

Besonders wichtig ist allerdings, dass mögliche Schäden am Auge nicht zwingend unmittelbar nach dem Blick in die Sonne bemerkt werden müssen. Eine Expertin des Hospital Donostia empfiehlt deshalb, auch in den kommenden Wochen auf mögliche Symptome zu achten.

Nach Einschätzung der dortigen Augenärztin können entsprechende Beschwerden noch innerhalb von 30 Tagen auftreten. Die Gesundheitsdienste wollen die Entwicklung deshalb weiter beobachten.

Schutzbrille bleibt entscheidend

Die Ereignisse rund um die Sonnenfinsternis zeigen erneut, wie wichtig ein geeigneter Augenschutz bei der Beobachtung der Sonne ist. Besonders beim direkten Blick in die Sonne können die Augen geschädigt werden.

Die insgesamt vergleichsweise glimpfliche Bilanz führen die Behörden auch darauf zurück, dass sich ein großer Teil der Bevölkerung an die Sicherheitsempfehlungen gehalten hat.

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