21. August 2026
Lesezeit 2 Minuten

Paläste, Wälder und mittelalterliche Gassen: Spaniens perfektes Reiseziel für den Herbst

Ezkaray Credit Wikipedia

Historische Paläste, mittelalterliche Gassen und wilde Natur: Dieses kleine Reiseziel im Norden Spaniens ist besonders im Herbst eine Entdeckung wert.

Redaktion Spanien Press

Wer an Spanien denkt, hat oft Sonne, Strände und weiße Dörfer vor Augen. Doch es gibt einen Ort, der mit seinen historischen Herrenhäusern, dichten Wäldern und einer spektakulären Berglandschaft eher an Italien erinnert. Nicht ohne Grund wird die Gegend gerne als „spanische Toskana“ bezeichnet.

Und gerade im Herbst zeigt sie sich von ihrer vielleicht schönsten Seite.

Die Rede ist von Ezcaray in La Rioja, einer kleinen Gemeinde am Fluss Oja am Fuße des Iberischen Gebirges. Mit nur etwas mehr als 2.000 Einwohnern ist Ezcaray überschaubar – doch Geschichte, Architektur und Natur machen den Ort zu einem der reizvollsten Ausflugsziele der Region.

Ein historischer Ortskern, der seinen Charakter bewahrt hat

Das eigentliche Erlebnis beginnt im Zentrum. Enge Straßen, traditionelle Häuser, Holzbalkone und Arkadengänge bestimmen das Stadtbild.

Gerade diese Arkaden gehören zu den charakteristischen Merkmalen Ezcarays. Sie waren über Jahrhunderte nicht nur architektonisches Detail, sondern hatten einen ganz praktischen Nutzen: Handel und gesellschaftliches Leben konnten darunter auch bei Regen, Schnee oder starker Sommersonne weitergehen.

Viele der traditionellen Gebäude erzählen noch heute davon, wie das Leben in der Region früher organisiert war. In typischen dreistöckigen Häusern wurde das Erdgeschoss häufig für Tiere genutzt, während die Familie darüber wohnte. Ganz oben lagerte man Heu und andere Vorräte.

Daneben entstanden in wirtschaftlich besseren Zeiten deutlich repräsentativere Gebäude.

Zu den bekanntesten gehören der Palacio del Ángel und der Palacio de Barroeta aus dem 18. Jahrhundert. Steinportale, Wappen und aufwendige Fassadendetails erinnern an eine Zeit, in der Ezcaray wirtschaftlich eine wesentlich größere Bedeutung besaß, als die heutige Größe des Ortes vermuten lässt.

Textilien machten Ezcaray wohlhabend

Ein wichtiger Teil dieser Geschichte ist eng mit der Textilindustrie verbunden.

Im Jahr 1752 entstand die Real Fábrica de Paños de Santa Bárbara, eine königliche Tuchfabrik, deren Gründung vom Marqués de la Ensenada unterstützt wurde.

Im 18. Jahrhundert entwickelte sich die Produktion zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor der Gegend. Im Laufe des 19. Jahrhunderts verlor die Fabrik jedoch zunehmend an Bedeutung.

Das historische Gebäude blieb erhalten und wurde 1992 zum spanischen Kulturgut, einem Bien de Interés Cultural, erklärt. Heute wird der ehemalige Industriekomplex unter anderem als Herberge und für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Kirchen, Einsiedeleien und jahrhundertealte Kunst

Zu den wichtigsten historischen Gebäuden gehört die Iglesia de Santa María la Mayor, deren heutige Gestalt hauptsächlich aus dem 15. Jahrhundert stammt. Hinter der massiven Außenfassade befindet sich unter anderem ein bedeutender Hauptaltar aus dem 16. Jahrhundert.

Etwas außerhalb des Ortskerns liegt die Ermita de Nuestra Señora de Allende aus dem 17. Jahrhundert.

Besonders ungewöhnlich ist eine Sammlung von zehn Gemälden der sogenannten Ángeles Arcabuceros. In der Kapelle befindet sich außerdem die mittelalterliche Darstellung der Schutzpatronin von Ezcaray.

Warum sich Ezcaray gerade im Herbst lohnt

Was Ezcaray besonders macht, beginnt praktisch direkt hinter den letzten Häusern: Wald, Berge und kleine Dörfer bestimmen die Landschaft.

Ein großer Teil des Gemeindegebietes ist bewaldet. Im Herbst verwandeln sich die Wälder rund um das Oja-Tal und die Sierra in eine Landschaft aus Grün-, Gelb-, Orange- und Brauntönen.

Wanderwege führen zu kleinen Ortschaften wie Zaldierna, Azárrulla, Urdanta oder Turza. Einige sind bis heute bewohnt, während in anderen Teilen der Umgebung die jahrzehntelange Landflucht deutliche Spuren hinterlassen hat.

Alte Wege, kleine Kapellen und verlassene Gebäude tauchen zwischen den Wäldern auf. Genau diese Verbindung aus Natur und Geschichte macht die Umgebung für Wanderungen und Tagesausflüge besonders interessant.

Im Winter kommt der Schnee

Wenige Wochen später verändert sich die Region erneut.

Rund 17 Kilometer von Ezcaray entfernt befindet sich Valdezcaray, das bekannteste Skigebiet La Riojas. Dadurch bleibt die Gegend auch im Winter ein beliebtes Reiseziel.

Doch wer Ezcaray nur mit Skifahren verbindet, verpasst einen großen Teil seines Charmes.

 

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