Der Flughafen Málaga-Costa del Sol steht vor einem der größten Umbauprojekte seiner Geschichte. Die spanische Regierung hat an diesem Dienstag das neue Investitionsprogramm für das Flughafennetz verabschiedet. Für den Flughafen Málaga sind dabei rund 830 Millionen Euro für den Zeitraum 2027 bis 2031 vorgesehen.
Redaktion Spanien Press
von Marlon Gallego Bosbach
Die Investition ist Teil des sogenannten DORA III, des regulierten Investitionsrahmens für die spanischen Flughäfen. Insgesamt will der Flughafenbetreiber Aena in den kommenden fünf Jahren rund 13 Milliarden Euro in die Infrastruktur investieren.
Für Málaga kommt die Entscheidung zu einem Zeitpunkt, an dem der Flughafen regelmäßig neue Passagierrekorde erreicht und zunehmend an die Grenzen seiner bestehenden Infrastruktur stößt.
Kapazität soll auf 36 Millionen Passagiere steigen
Das wichtigste Ziel des Ausbauprojekts ist die Erhöhung der jährlichen Kapazität. Der Flughafen kann derzeit rund 30 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen. Nach Abschluss der geplanten Maßnahmen soll diese Kapazität auf etwa 36 Millionen Passagiere steigen. Damit könnten künftig rund sechs Millionen zusätzliche Reisende pro Jahr abgefertigt werden.
Wie stark die Nachfrage bereits heute ist, zeigen die aktuellen Zahlen. Allein im August 2026 nutzten mehr als 3,05 Millionen Passagiere den Flughafen Málaga. Gegenüber dem August des Vorjahres entspricht das einem Anstieg von 6,6 Prozent. Málaga ist damit mit großem Abstand der wichtigste Flughafen Andalusiens.
Terminalfläche wächst auf rund 140.000 Quadratmeter
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die umfassende Neuordnung des Terminalbereichs. Die derzeit rund 80.000 Quadratmeter große Terminalfläche soll auf etwa 140.000 Quadratmeter erweitert werden. Gleichzeitig sollen bestehende Gebäudeteile modernisiert oder durch neue Infrastruktur ersetzt werden.
Vorgesehen ist unter anderem der Abriss des alten Terminal 1. Auch die bestehenden Docks B und C sollen abgerissen beziehungsweise grundlegend neu organisiert werden. An ihre Stelle treten modernere Passagierbereiche, die den Flughafen besser auf das erwartete Wachstum vorbereiten sollen.
Neue Sicherheitskontrollen sollen Reisen erleichtern
Auch für Passagiere soll der Umbau spürbare Veränderungen bringen. Neue Sicherheitstechnik soll künftig die Abfertigung an den Kontrollstellen beschleunigen.
Unter anderem ist vorgesehen, dass Reisende Flüssigkeiten und elektronische Geräte nicht mehr aus ihrem Handgepäck nehmen müssen. Damit soll nicht nur die Kontrolle effizienter werden. Auch die Wartezeiten für Passagiere sollen reduziert und die Abläufe innerhalb des Terminals verbessert werden.
Zusätzlich sind neue Bereiche für Pass- und Grenzkontrollen vorgesehen.
Neuer Bereich für Flüge außerhalb des Schengen-Raums
Málaga ist längst nicht mehr ausschließlich ein Ziel für europäische Urlauber. Das internationale Streckennetz des Flughafens wächst kontinuierlich. Deshalb sieht das Ausbauprojekt auch ein neues Dock für Flüge außerhalb des Schengen-Raums vor. Gleichzeitig soll das bestehende Dock entsprechend angepasst und modernisiert werden.
Damit soll der Flughafen besser mit der wachsenden Zahl internationaler Verbindungen umgehen können.
Investitionen steigen auf fast das Siebenfache
Die Größenordnung des neuen Investitionsprogramms wird besonders deutlich beim Vergleich mit dem bisherigen Zeitraum. Für Málaga waren zwischen 2022 und 2026 lediglich rund 122 Millionen Euro vorgesehen. Für die Jahre 2027 bis 2031 sollen nun knapp 830 Millionen Euro investiert werden. Das entspricht beinahe einer Versiebenfachung der Investitionssumme.
Der Ausbau ist dabei Teil eines langfristigen Projekts. Insgesamt soll die Erweiterung des Flughafens Málaga rund 1,5 Milliarden Euro kosten. Ein Teil der Investitionen wird daher erst nach 2031 erfolgen.
Málaga wächst schneller als die Infrastruktur
Der Grund für den massiven Ausbau liegt vor allem im anhaltenden Wachstum des Flughafens. Málaga ist eines der wichtigsten internationalen Reiseziele Spaniens und das wichtigste Luftverkehrsdrehkreuz für die Costa del Sol. Millionen Urlauber erreichen die Provinz jedes Jahr über den Flughafen.
Gleichzeitig wächst auch die Zahl der internationalen Verbindungen. An besonders stark frequentierten Tagen kann die Zahl der abgefertigten Passagiere bereits heute extrem hoch sein. Die Erweiterung soll deshalb nicht erst dann erfolgen, wenn die vorhandene Infrastruktur dauerhaft überlastet ist. Vielmehr will Aena die Kapazitäten frühzeitig an die erwartete Entwicklung anpassen.
Ausbau soll während des laufenden Betriebs erfolgen
Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass der Flughafen während der Bauarbeiten weiter betrieben werden muss.
Málaga gehört zu den wichtigsten Flughäfen Spaniens und kann während der touristischen Hochsaison nicht einfach geschlossen werden. Die Bauarbeiten müssen deshalb schrittweise erfolgen und so organisiert werden, dass der laufende Flugbetrieb möglichst wenig beeinträchtigt wird.
Aena hat bereits mit den Vorbereitungen für das Großprojekt begonnen. Die technische Planung wurde schon vor der nun erfolgten politischen Genehmigung in Angriff genommen.
830 Millionen Euro für Málaga – 1,27 Milliarden für Andalusien
Málaga erhält mit Abstand den größten Anteil der für Andalusien vorgesehenen Investitionen. Insgesamt sind für die Flughäfen der Region im Zeitraum von 2027 bis 2031 rund 1,27 Milliarden Euro eingeplant. Davon fließen etwa 830 Millionen Euro nach Málaga, während 235 Millionen Euro für Sevilla und weitere 95 Millionen Euro für Jerez vorgesehen sind.
Die Verteilung der Mittel unterstreicht die herausragende Bedeutung des Flughafens Málaga innerhalb des andalusischen Luftverkehrs und seine zentrale Rolle für die internationale Erreichbarkeit der Costa del Sol.
Flughafengebühren werden kaum steigen
Parallel zum Investitionsprogramm hat die spanische Regierung auch über die Entwicklung der Flughafengebühren entschieden. Aena hatte ursprünglich deutlich höhere jährliche Steigerungen vorgeschlagen.
Der nun verabschiedete Rahmen sieht dagegen nur eine durchschnittliche Erhöhung von rund 0,33 Prozent pro Jahr bis 2031 vor. Das entspricht nach den vorliegenden Angaben ungefähr drei Cent pro Passagier und Jahr. Damit versucht die Regierung, die umfangreichen Investitionen mit möglichst geringen zusätzlichen Belastungen für Fluggesellschaften und letztlich auch für Reisende zu verbinden.
Ein Großprojekt für die Zukunft der Costa del Sol
Der Ausbau des Flughafens Málaga ist mehr als eine reine Infrastrukturmaßnahme. Für die Costa del Sol ist der Flughafen ein zentraler Bestandteil der touristischen und wirtschaftlichen Entwicklung. Hotels, Ferienwohnungen, Gastronomie, Mietwagenunternehmen, Einzelhandel und zahlreiche weitere Branchen hängen direkt oder indirekt von der internationalen Erreichbarkeit der Region ab. Mit der geplanten Erweiterung soll Málaga deshalb für eine weitere Wachstumsphase gerüstet werden.
830 Millionen Euro bis 2031 und insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro für das gesamte Projekt: Der Flughafen Málaga-Costa del Sol steht damit vor einer grundlegenden Transformation. Die Kapazität soll auf 36 Millionen Passagiere steigen, das Terminal deutlich wachsen und die Infrastruktur moderner und effizienter werden.
Für die Costa del Sol bedeutet das vor allem eines: Der wichtigste Zugang zur Region soll fit für die nächsten Jahrzehnte gemacht werden.
