16. September 2026
Lesezeit 2 Minuten

Die Tortilla schlägt die Paella: Dieses Gericht repräsentiert Spanien laut den Spaniern am besten

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Paella, Jamón Ibérico oder doch Tortilla de Patatas? Eine aktuelle Umfrage des spanischen Meinungsforschungsinstituts CIS zeigt, welches Gericht die Spanier selbst am stärksten mit ihrem Land verbinden – und liefert nebenbei eine ziemlich klare Antwort auf eine der großen kulinarischen Streitfragen Spaniens.

Redaktion Spanien Press

Wer an spanische Küche denkt, denkt im Ausland häufig zuerst an Paella. Doch innerhalb Spaniens sieht das etwas anders aus: Die Tortilla de Patatas hat die Paella knapp überholt und gilt laut einer aktuellen CIS-Erhebung als das typischste und repräsentativste Gericht des Landes.

Für die Untersuchung zum Thema Tourismus und Gastronomie wurden rund 6.000 Menschen befragt. Insgesamt nannten 62,7 Prozent die spanische Kartoffel-Tortilla an erster oder zweiter Stelle der typischsten Gerichte Spaniens.

Die Paella folgt allerdings mit hauchdünnem Abstand: 61,1 Prozent der Befragten setzten sie auf einen der beiden ersten Plätze. Auf Rang drei folgt der Jamón Ibérico, der von insgesamt 42,7 Prozent genannt wurde.

Interessant ist dabei ein Detail: Bei den Erstnennungen liegt die Paella mit 36,5 Prozent sogar vor der Tortilla mit 30,9 Prozent. Erst durch die Kombination aus erster und zweiter Wahl zieht die Tortilla insgesamt vorbei.

Die ewige Frage: mit oder ohne Zwiebeln?

Kaum ein kulinarisches Thema kann in Spanien so schnell eine Diskussion auslösen wie die Frage: ¿Con cebolla o sin cebolla?

Auch darauf liefert die CIS-Umfrage eine ziemlich eindeutige Antwort.

71,2 Prozent der Spanier bevorzugen ihre Tortilla mit Zwiebeln. Nur 22 Prozent sprechen sich für die Variante ohne Zwiebeln aus.

Und auch beim Gargrad gibt es eine klare Tendenz: 56,3 Prozent mögen die Tortilla eher „poco hecha“, also innen noch weich und saftig. Lediglich 27,2 Prozent bevorzugen sie stärker durchgegart.

Für Spanien-Neulinge bedeutet das: Wer eine möglichst „mehrheitsfähige“ Tortilla bestellen möchte, liegt mit Zwiebeln und einem noch leicht cremigen Inneren ziemlich richtig.

Spanien schmeckt in jeder Region anders

Die Untersuchung zeigt gleichzeitig, wie schwierig es eigentlich ist, von der spanischen Küche zu sprechen. Denn sobald die Spanier nach ihrer eigenen Region gefragt werden, verändert sich das Bild erheblich.

In Andalusien steht beispielsweise der pescadito frito, der typische frittierte Fisch, mit 40 Prozent an erster Stelle. Danach folgen Gazpacho mit 34,6 Prozent und Salmorejo mit 19,6 Prozent.

In Asturien dominiert dagegen mit überwältigender Mehrheit die Fabada, während in Aragón der Ternasco und auf den Kanarischen Inseln die Papas arrugadas con mojo picón besonders stark mit der regionalen Küche verbunden werden.

In der Comunidad Valenciana gibt es dagegen kaum Zweifel: 78,2 Prozent nennen die Paella als das repräsentativste Gericht ihrer Region.

Galicien verbindet seine Küche besonders mit callos, Madrid mit dem Cocido madrileño, das Baskenland mit Bacalao al pil-pil und La Rioja mit den berühmten Patatas a la riojana.

Und der Sieger ist …

International dürfte die Paella weiterhin eines der größten kulinarischen Symbole Spaniens bleiben. Fragt man jedoch die Spanier selbst und zählt erste und zweite Nennungen zusammen, liegt ein wesentlich einfacheres Gericht ganz knapp vorne:

Kartoffeln, Eier, Olivenöl – und, zumindest für eine deutliche Mehrheit der Spanier, Zwiebeln.

Die Tortilla de Patatas braucht weder komplizierte Zutaten noch große Inszenierung. Vielleicht ist genau das der Grund, warum sie für so viele Menschen ein Stück Spanien auf dem Teller ist.

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