Spanien steht vor einem entscheidenden Schritt in seiner Migrationspolitik. Die Regierung will heute eine weitreichende Regularisierung beschließen, die Hunderttausenden von Migranten ohne Aufenthaltsstatus eine legale Perspektive geben könnte.
Schätzungen zufolge könnten zwischen 500.000 und eine Million Menschen von der Maßnahme profitieren. Damit wäre es eine der größten Regularisierungen der letzten Jahrzehnte in Spanien
Redaktion Spanien Press
Was ist geplant?
Der Plan sieht vor, dass Migranten, die sich bereits vor dem 1. Januar 2026 in Spanien aufgehalten haben, eine einjährige Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis beantragen können.
Voraussetzungen sind:Nachweis eines mindestens fünfmonatigen Aufenthalts in Spanien. Keine Vorstrafen
Das Verfahren soll bis zum 30. Juni laufen – die Frist ist also sehr knapp.
Problemfall: Strafregister
Ein zentraler Punkt ist der Nachweis der Straffreiheit. Antragsteller müssen in der Regel ein offizielles Führungszeugnis aus ihrem Herkunftsland vorlegen.
Der Consejo de Estado hat jedoch Bedenken geäußert, insbesondere gegenüber der ursprünglich geplanten Möglichkeit, stattdessen eine eigene Erklärung abzugeben. Das Gremium warnt vor rechtlicher Unsicherheit und fordert strengere Regeln.
Nachweis des Aufenthalts
Auch der Nachweis, dass jemand mindestens fünf Monate in Spanien gelebt hat, ist nicht eindeutig geregelt. Mögliche Dokumente sind:
- Melderegister (Empadronamiento)
- Mietverträge
- Arzttermine
- Sozialnachweise
- Geldüberweisungen
Hier fehlt es laut Experten noch an klaren Vorgaben.
Zeitdruck und mögliche Überlastung
Die größte Herausforderung dürfte der enge Zeitrahmen sein. Innerhalb weniger Wochen könnten Hunderttausende Anträge eingehen.
Es gibt bereits Warnungen, dass die Verwaltung ohne zusätzliche Ressourcen schnell überlastet sein könnte.
Politische Spannungen
Die Maßnahme sorgt auch politisch für Streit. Oppositionsführer Alberto Núñez Feijóo hat angekündigt, gegen die Regularisierung auf allen Ebenen vorzugehen.

