Neue Zahlen der katalanischen Polizei Mossos d’Esquadra sorgen derzeit in ganz Spanien für heftige Diskussionen über Migration, Sicherheit und Kriminalität. Ein interner Bericht der Generaldirektion der Polizei zeigt, dass ausländische Staatsangehörige im Jahr 2025 bei mehreren schweren Delikten einen Großteil der Festnahmen in Katalonien ausmachten. Besonders deutlich fällt der Anteil bei Raubüberfällen, Diebstählen und Sexualdelikten aus.
Redaktion Spanien Press
von Marlon Gallego Bosbach
Demnach entfielen rund 73 Prozent aller Festnahmen wegen Raubes mit Gewalt oder Einschüchterung auf ausländische Tatverdächtige. Auch bei Diebstählen liegt der Anteil mit mehr als 84 Prozent besonders hoch. Selbst bei Sexualdelikten machten Ausländer laut Polizeistatistik rund 60 Prozent aller Festnahmen aus. Die Zahlen sorgen deshalb für Diskussionen, weil Ausländer laut offiziellen Bevölkerungsdaten lediglich etwa 18,7 Prozent der Gesamtbevölkerung Kataloniens stellen.
Sicherheitslage in Barcelona zunehmend im Fokus
Vor allem in Barcelona und dem Großraum der katalanischen Metropole ist die Sicherheitslage seit Monaten eines der dominierenden politischen Themen. Spanische Medien berichten immer häufiger über Messerangriffe, Überfälle in Metrostationen sowie organisierte Taschendiebstähle in Touristengebieten. Erst vor wenigen Tagen starteten die Mossos d’Esquadra eine verstärkte Kontrolloffensive gegen Messer und Waffen im öffentlichen Raum, nachdem innerhalb von nur 72 Stunden mehrere schwere Gewalttaten registriert worden waren.
Besonders auffällig sind die Zahlen im Bereich der Gewaltkriminalität. Laut dem Polizeibericht wurden allein wegen Raubüberfällen mit Gewalt oder Einschüchterung 5.335 ausländische Tatverdächtige festgenommen, während die Zahl bei spanischen Staatsbürgern bei 1.968 lag. Besonders häufig tauchten dabei Personen afrikanischer Herkunft in den Statistiken auf. Rund 3.900 Festnahmen entfielen laut Bericht allein in diesem Bereich auf diese Gruppe.
Barcelona bleibt Brennpunkt für Diebstähle
Noch deutlicher zeigt sich die Entwicklung beim klassischen Diebstahl, der insbesondere Touristen in Barcelona betrifft. Nach Angaben der Polizei entfielen 6.806 Festnahmen auf ausländische Tatverdächtige, während lediglich 1.269 Spanier in diesem Zusammenhang festgenommen wurden. Barcelona gilt seit Jahren als europäischer Brennpunkt für Taschendiebstähle und Straßenkriminalität. Besonders rund um die Ramblas, Metrostationen und bekannte Sehenswürdigkeiten wie die Sagrada Família häufen sich organisierte Diebstahlbanden.
Bereits im vergangenen Jahr hatten Berichte darauf hingewiesen, dass in Barcelona fast 80 Prozent aller Festnahmen Ausländer betrafen. Bei Diebstählen soll der Anteil sogar noch höher gelegen haben.
Auch Sexualdelikte und schwere Gewalttaten betroffen
Auch bei Sexualdelikten und schweren Gewalttaten zeigen die aktuellen Zahlen eine deutliche Überrepräsentation nicht-spanischer Tatverdächtiger. Laut Polizeistatistik registrierten die Behörden 1.008 Festnahmen von Ausländern wegen Sexualdelikten gegenüber 664 Festnahmen spanischer Staatsbürger. Bei Mord- und Totschlagsdelikten einschließlich versuchter Tötungen lag der Anteil ausländischer Tatverdächtiger laut Bericht bei etwa 55 Prozent.
Debatte über Migration und Integration verschärft sich
Die Zahlen haben die politische Debatte in Spanien erneut angeheizt. Kritiker der aktuellen Migrationspolitik sehen darin einen deutlichen Hinweis auf Integrationsprobleme und fordern härtere Maßnahmen gegen ausländische Intensivtäter. Besonders die rechte Partei VOX verlangt seit Monaten schnellere Abschiebungen von Wiederholungstätern sowie strengere Kontrollen an den Grenzen.
Gleichzeitig weisen Experten und Kriminologen jedoch darauf hin, dass die veröffentlichten Zahlen differenziert betrachtet werden müssen. Bei den Daten handelt es sich um Festnahmen und nicht um rechtskräftige Verurteilungen. Zudem spielen soziale Faktoren wie Armut, Perspektivlosigkeit, fehlende Integration, prekäre Lebensverhältnisse und organisierte Bandenstrukturen eine wichtige Rolle. Auch junge Männer seien unabhängig von ihrer Herkunft grundsätzlich häufiger in Kriminalitätsstatistiken vertreten.
Trotz dieser Einordnungen dürfte die Debatte über Migration und Sicherheit in Spanien angesichts der aktuellen Zahlen weiter an Schärfe gewinnen. Besonders in Barcelona und Katalonien ist das Thema längst zu einem zentralen politischen Streitpunkt geworden.
