Kosenamenchoas Ninas Leben zwischenRegen, Regen, Regen – oder: Hunters, Abuelas und die verlorene Erinnerung an den Sommer

Regen, Regen, Regen – oder: Hunters, Abuelas und die verlorene Erinnerung an den Sommer

Es regnet.

Seit Wochen.

Seit Monaten.

Gefühlt seit drei spanischen Leben.

In Spanien.

Dem Land der Sonne.

Der Terrassen.

Der nackten Knöchel im Januar.

Mittlerweile kann sich hier niemand mehr so richtig daran erinnern, wie Sommer eigentlich war. War das dieses Ding mit Hitze? Mit Sandalen? Mit “Ay, qué calor”? Oder verwechseln wir das gerade mit einem alten Instagram-Filter?

Ich erinnere mich noch gut an Madrid. An den Tag, als ich mir meine ersten Gummistiefel gekauft habe. Vintage-Shop. Hunter. Cool. Britisch. Ein bisschen „Ich bin vorbereitet, aber bitte stilvoll“. Damals dachte ich noch: Mal sehen, wie oft ich die in Spanien tragen werde.

Spoiler:

Ohne meine Hunter wäre ich diesen Winter verloren.

Hunter sind keine Gummistiefel.

Hunter sind eine Lebenseinstellung.

Wo andere Schuhe aufgeben, sagen Hunter nur: Jetzt erst recht.

Sie sind wasserdicht. Sie sind stabil. Und sie geben einem dieses subtile Gefühl von Überlegenheit, wenn man durch knöcheltiefe Pfützen watet, während andere verzweifelt versuchen, ihre Lederstiefel zu retten.

Die Frage ist längst nicht mehr: Liebst du sie?

Sondern: Hunterst du schon?

Der Regen hier ist kein netter Niesel.

Er ist hartnäckig. Persönlich.

Er kommt von der Seite. Von unten. Von überall.

Und Spanien ist darauf einfach nicht vorbereitet.

In Deutschland regnet es auch, sagen die Freunde dann.

Ja.

Aber in Deutschland gibt es Heizungen.

Beheizte Cafés.

Fenster, die dicht sind.

Kleidung, die für Regen gemacht wurde.

Spanien hingegen sagt:

„Ach, das hört nächste Woche auf.“

Das sagt auch die Abuela.

Jeden Tag.

Seit zwei Monaten.

„La semana que viene ya es verano.“

Nächste Woche ist Sommer.

Die Abuela sitzt dabei in drei Strickjacken, einer Decke und mit einem Blick, der sagt: Ich habe schon ganz andere Winter überlebt.

Und während draußen der Regen gegen die Fenster peitscht, kocht sie Suppe. Oder Linseneintopf. Oder irgendetwas, das definitiv nicht nach Bikini-Saison schmeckt.

Dieser Winter macht uns fertig.

Emotional.

Flirttechnisch.

Figurtechnisch.

Man bleibt zu Hause.

Man macht es sich gemütlich.

Man isst.

Man isst noch ein bisschen.

Man denkt: Ach, ein Stück Brot geht noch.

Und plötzlich ist man offiziell in der Fünf-Kilo-zu-viel-Zone angekommen.

Die Zone, in der Jogginghosen legitim sind.

In der man sagt: Ich fange im Sommer an.

In der der Kühlschrank dein bester Freund ist und der Regen dein Alibi.

Draußen flirten?

Bei Regen?

In Spanien?

Unmöglich.

Nasse Haare.

Klatschnasse Straßen.

Und Männer, die genauso verloren aussehen wie man selbst.

Romantik? Vielleicht im Frühling 2027.

Und trotzdem – irgendwo zwischen Hunter-Stiefeln, Abuela-Weisheiten und Dauerregen – wissen wir:

Das hier geht vorbei.

Irgendwann wird die Sonne wieder scheinen.

Irgendwann sagen wir wieder: Es ist zu heiß.

Irgendwann vergessen wir diesen Winter.

Aber bis dahin gilt:

Regenjacke an.

Hunter an.

Suppe essen.

Und der Abuela glauben.

 

Und trotzdem – irgendwo zwischen Hunter-Stiefeln, Abuela-Weisheiten und Dauerregen – wissen wir:

Das hier geht vorbei.

Irgendwann wird die Sonne wieder scheinen.

Irgendwann sagen wir wieder: Es ist zu heiß.

Irgendwann vergessen wir diesen Winter.

Die Abuela sagt es ja schon seit Wochen. Jeden Tag. Mit einer Überzeugung, die keine Widerrede duldet:

„Y la semana que viene… la semana que viene es verano.“

Und wir schreien innerlich – manchmal auch laut:

Oh nein! Nächste Woche ist Sommer!

Denn der Sommer kommt immer.

Und er kommt grundsätzlich fünf Kilo zu früh.

Diesen Sommer definitiv.

Also genießen wir sie noch, diese letzten Regentage.

Kuscheln wir uns tiefer in die Decken.

Machen wir Netflix-Marathons ohne schlechtes Gewissen.

Essen wir noch eine Suppe. Oder zwei.

Und tun wir so, als hätten wir nie etwas von Sommerdiät gehört.

Denn dann – plötzlich – geht alles ganz schnell.

Die Sonne ist da.

Der Bikini auch.

Die Chiringuitos wackeln.

Die Musik wird lauter.

Die Haut salziger.

Die Abende länger.

Und wir stehen wieder da, mit einem Lächeln im Gesicht und Sand zwischen den Zehen.

Ich freue mich schon jetzt auf den ersten Sommerhit,

auf den ersten Sommerflirt,

auf dieses Gefühl, wenn alles wieder nach Meer, Freiheit und ein bisschen Chaos duftet.

Bis dahin:

Ein lieber Gruß

aus der Kuscheldeckenfront.

Eine Antwort hinterlassen

Your email address will not be published.

Vorherige Geschichte

Eilmeldung: Unterricht in Andalusien morgen weitgehend ausgesetzt

Nächste Geschichte

Sturm Leonardo bringt Andalusien an seine Grenzen: über 3.000 Evakuierte und orange Warnstufe bis Mitternacht – Stauseen verzeichnen historischen Rekordanstieg

Neues von Blog

error: Der Inhalt ist geschützt !!
Gehe zuTop

Nicht verpassen

Ninas Leben zwischen Diäten, Dolci Vita und dem Sommer, der immer fünf Kilo zu früh kommt!

Kosenamenchaos: Ninas Leben zwischen Diäten, Dolci Vita und dem Sommer,…