Neuer Blog 1 Episode: Die Alleinerziehende Tochter und der Weihnachtsgockel!

Die Alleinerziehende Tochter und der Weihnachtsgockel?

Halleluja.

O Weihnachten.

O Tannenbaum.

Und sag mal: Was macht eigentlich dein Weihnachtsgockel?

Alle Jahre wieder wissen wir es ganz genau.

Es ist Weihnachten.

Die Lichter leuchten, die Nerven liegen blank, und irgendwo zwischen Glühwein, Geschenkpapier und Pflichtlächeln reißen wir uns zusammen – für unsere Liebsten.

In diesem Fall: für pflegebedürftige Mütter. Und Väter.

Für Menschen, die Weihnachten lieben, aber ihm nicht mehr so hinterherkommen.

Bei meiner Mutter ist das so:

Sie freut sich wie ein kleines Kind auf die Weihnachtszeit. Sie ist aufgeregt, voller Ideen, voller Pläne. Sie möchte alles. Und eigentlich kann sie nicht mehr alles.

„Wir könnten doch in die Stadt fahren“, sagt sie.

Nach Sevilla.

Zu den Lichtern.

Zu den Konzerten.

Eine wunderbare, süße Idee.

In der Realität: überfüllte Straßen, Gedränge, kalte Luft, lange Wege – und am Ende eine erschöpfte Mutter, die tapfer lächelt, während der Körper längst Stopp ruft.

Und dann kam sie noch, die absolute Weihnachtsgrippe.

Fast der ganze Dezember: Husten, Schnupfen, dieses undefinierbare Kranksein, das nicht fragt, ob gerade Advent ist. Ein leiser Hinweis des Körpers: Ruht euch aus.

Nun ja.

Meine Mutter konnte sich ausruhen.

Ich nicht.

Da waren zwei Hunde.

Ein Tannenbaum, der plötzlich geliefert wurde und zusammengebaut werden wollte.

Und natürlich: die Weihnachtsente. Oder wie auch immer man sie nennt, wenn sie plötzlich Verantwortung bedeutet.

Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen:

Dieses Jahr keine Ente.

Aber dann – wie jedes Jahr – kam dieser Gedanke:

Ach komm. Es ist Weihnachten.

Also machte ich eine Ente.

Es fing schon beim Füllen an.

Ach du Jemini – sie muss ja gestopft werden.

Kein Faden.

Keine Zahnstocher.

Nichts. Das ich keine Zahnstocher im Haus habe war für meine unbeschreiblich und nicht nachvollziehbar aber es war so.

Die Supermärkte am 24 bis zum Anschlag, mit schreienden Kindern und Einkaufswagen, die aussahen als ob man den schiefen Turm von Pisa gerade durch Spanien rollt. Die Regale voll mit Turron aber von Zahnstockern weit und breit nichts zu sehen. Turron hatten wir letztes Jahr und mussten dann am 24 Dezember zum Zahnarzt. Aber das hatte meine Mutter schon wieder vergessen. Oh Turron wäre super! Oh ja ein Turron….Nein um Himmels Willen das fehlt mir gerade noch.

Meine Mutter lies nicht locker: Dann aber ein Turron Eis. Bittttttte…….

 

Also kam ich ohne Zahnstocher aber mit einem Riesen Turron Eis wieder. Ihr Blick: Nur eins? Willst Du keins?

Mami das ist eine Familienpackung. Aber meine Mami ist genauso gerne Eis wie ich.

Nun aber zur Ente– am 24., nicht wie geplant am 23. – ploppte ich ihr einfach eine Orange hinten oder vorne hinein, wir sind ja schliesslich in Seville. Olė

Zack.

Orange rein = Ente zu.

Normalerweise mache ich die Ente mit einer liebevollen Niedriggarmethode.

Normalerweise.

Dieses Jahr ging das nicht.

Denn aus dem Wohnzimmer kam in regelmäßigen Abständen die Stimme meiner Mutter:

„Was ist denn jetzt mit deinem Gockel?“

„Wo ist denn jetzt dein Gockel?“

„Wann essen wir denn endlich?“

„Oh heiliges… wann essen wir denn endlich?“

Wir aßen.

Die Ente schmeckte hervorragend. Eigentlich…..

Und dann – ganz still, ganz heimlich – schlich sich meine Mutter ins Badezimmer, verkroch sich in ihr Bett und sagte nur:

„Ich bin müde.“

Da saß ich dann.

Heiligabend.

Mit einem riesigen Berg Abwasch.

Und einer mit Orange gefüllten Weihnachtsente und ohne einer Bescherung. Aber die wurde am 25 morgens nachgeholt.

Meine Mutter kommentierte später noch sanft:

„Früher… also… ich habe die Ente ja ganz anders gemacht.“

Und es war kein Vorwurf.

Es war Wehmut.

Der Wunsch, noch einmal die zu sein, die sie immer war.

Sie wollte so gern noch einmal die Ente machen.

Und sie konnte es nicht mehr.

Meine Ente war anders.

Aber sie war gut.

Und sie war voller Liebe.

Also ging ich zu meiner Mutter ins Bett, strich ihr übers Gesicht, gab ihr einen Kuss auf die Stirn – während sie schon leise, grunzend schlummerte.

So, wie ich früher auf der Couch.

Ja.

Die Rollen verteilen sich neu.

Ganz leise.

Ganz sanft.

Und manchmal mitten zwischen Orange, Ente und Abwasch.

Früher hat sie die Ente gemacht.

Jetzt mache ich sie – auf meine Weise.

Und vielleicht ist genau das Weihnachten.

In diesem Sinne:

Halleluja auf die Weihnachtsente und meine süsse Mami!

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