28. Juni 2026
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Venezuela kämpft gegen die Zeit: Neun Spanier unter den Todesopfern, 152 weiterhin vermisst

Vier Tage nach den verheerenden Doppel-Erdbeben in Venezuela läuft die Suche nach Überlebenden weiter auf Hochtouren. Internationale Rettungsteams arbeiten ununterbrochen in den am schwersten betroffenen Gebieten des Landes

Redaktion Spanien Press

Venezuela erlebt derzeit eine der schwersten Naturkatastrophen seiner jüngeren Geschichte. Vier Tage nach den beiden schweren Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5, die den Norden des Landes erschütterten, dauern die Rettungsarbeiten unter schwierigsten Bedingungen an. Nach offiziellen Angaben kamen bislang mindestens 1.430 Menschen ums Leben, mehr als 3.300 wurden verletzt.

Besonders dramatisch ist die Lage im Küstenstaat La Guaira, der als Epizentrum der Katastrophe gilt. Zahlreiche Wohnhäuser und Hochhäuser stürzten ein, ganze Stadtviertel wurden schwer beschädigt. Tausende Menschen sind obdachlos und haben nur eingeschränkten Zugang zu Wasser, Strom und medizinischer Versorgung.

Neun Spanier ums Leben gekommen

Das spanische Außenministerium bestätigte inzwischen den Tod von neun spanischen Staatsbürgern. Gleichzeitig wurde die Zahl der vermissten Spanier auf 152 erhöht. Weitere 14 Personen konnten unter den Trümmern lokalisiert werden, während Rettungskräfte weiterhin versuchen, sie lebend zu bergen.

Die spanische Regierung hat ihre konsularischen Hilfsmaßnahmen verstärkt. Bereits ein erstes Evakuierungsflugzeug brachte nahezu hundert Betroffene nach Spanien zurück.

Internationale Hilfe vor Ort

Rettungsteams aus mehr als 20 Ländern unterstützen inzwischen die lokalen Einsatzkräfte. Auch Spezialisten der spanischen Militärischen Notfalleinheit (UME) sind im Einsatz und konnten bereits mehrere Verschüttete lebend bergen. Internationale Hilfsorganisationen warnen jedoch, dass die Chancen, weitere Überlebende zu finden, mit jeder Stunde sinken.

Die Europäische Union hat den EU-Katastrophenschutzmechanismus aktiviert und Soforthilfen in Höhe von fünf Millionen Euro zugesagt. Darüber hinaus werden Satellitensysteme eingesetzt, um das Ausmaß der Zerstörung zu erfassen und die Hilfseinsätze zu koordinieren.

Weitere Nachbeben erschweren die Rettungsarbeiten

Zusätzlich zur ohnehin dramatischen Situation wird das Land weiterhin von starken Nachbeben erschüttert. Mehrere Erdstöße mit Magnituden von bis zu 5,5 wurden in den vergangenen Stunden registriert und waren selbst in der Hauptstadt Caracas deutlich zu spüren. Die anhaltenden Erschütterungen erschweren die Bergungsarbeiten erheblich und erhöhen die Angst in der Bevölkerung.

Die kommenden Tage werden entscheidend sein. Trotz schwindender Hoffnung setzen die Rettungskräfte ihre Arbeit unermüdlich fort – in der Hoffnung, weitere Menschen lebend aus den Trümmern zu befreien.

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