Finnland startet eine gezielte Rekrutierungskampagne, um spanische Fachkräfte im Bereich der frühkindlichen Bildung anzuwerben. Hintergrund ist ein wachsender Personalmangel in Kindertagesstätten, insbesondere im Großraum Helsinki. Das Angebot ist dabei durchaus attraktiv: Rund 3.200 Euro brutto monatlich, ein unbefristeter Arbeitsvertrag sowie eine garantierte oder stark subventionierte Wohnung gehören zu den zentralen Bestandteilen des Programms.
Redaktion Spanien Press
Die Initiative richtet sich vor allem an ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher aus Spanien, da deren Qualifikationen in Finnland vergleichsweise leicht anerkannt werden können und der Beruf dort besonders gefragt ist.
Spanien als Zielmarkt für Fachkräfte
Finnische Städte und Bildungseinrichtungen setzen bei ihrer internationalen Suche verstärkt auf Spanien. Dort gibt es eine große Zahl gut ausgebildeter Fachkräfte im Bereich der frühkindlichen Bildung (Educación Infantil), während gleichzeitig die Arbeitsbedingungen und Gehälter im Heimatland oft als weniger attraktiv gelten.
Die Rekrutierung erfolgt unter anderem über europäische Arbeitsvermittlungsnetzwerke wie EURES, die Bewerberinnen und Bewerber bei der Jobsuche im Ausland unterstützen.
Attraktive Bedingungen
Neben dem monatlichen Gehalt von rund 3.200 Euro brutto umfasst das Programm eine Reihe weiterer Vorteile, die den Einstieg in das Leben und Arbeiten in Finnland erleichtern sollen. Dazu gehören unbefristete Vollzeitverträge sowie Unterstützung bei der Wohnungssuche, wobei in vielen Fällen auch ein garantierter Wohnraum zur Verfügung gestellt wird.
Zusätzlich werden kostenlose oder stark geförderte Finnisch-Sprachkurse angeboten, die den Sprachstart deutlich vereinfachen sollen. Ergänzt wird das Angebot durch weitere Leistungen wie Essenszuschüsse oder Vergünstigungen für Freizeitaktivitäten.
Hohe Anforderungen im finnischen Bildungssystem
Finnland gilt international als eines der fortschrittlichsten Bildungssysteme. In der frühkindlichen Betreuung werden Kinder von 0 bis 6 Jahren in einem einheitlichen System betreut, häufig in kleinen Gruppen mit hoher Betreuungsqualität.
Gleichzeitig wächst jedoch der Bedarf an qualifiziertem Personal. Besonders in Städten wie Helsinki wird in den kommenden Jahren ein erheblicher Fachkräftemangel erwartet.
Sprachbarriere und Umstellung als Herausforderung
Trotz der attraktiven Bedingungen bleibt der Schritt nach Finnland für viele Bewerberinnen eine große Entscheidung. Die finnische Sprache gilt als anspruchsvoll und auch die klimatischen und kulturellen Unterschiede sind erheblich.
Um den Einstieg zu erleichtern, werden jedoch kostenlose Sprachkurse angeboten, die bereits vor Arbeitsbeginn beginnen und während der Beschäftigung fortgeführt werden können.
Teil eines europäischen Trends
Die Kampagne ist Teil eines größeren Trends auf dem europäischen Arbeitsmarkt: Länder mit hoher Lebensqualität, aber Fachkräftemangel werben zunehmend gezielt im Ausland um qualifiziertes Personal.
Spanien gehört dabei zu den wichtigsten Herkunftsländern im Bildungsbereich – insbesondere wegen der großen Zahl an Absolventinnen im Bereich der frühkindlichen Pädagogik.