Der politische Kurswechsel erreicht die nächste spanische Region. Nach Murcia, Madrid und Extremadura zieht nun Aragón nach: An zehn Grundschulen in Zaragoza wird das Programm für arabische Sprache und marokkanische Kultur ab dem Schuljahr 2026/27 nicht mehr angeboten.
Redaktion Spanien Press
Damit setzt die neue PP-Vox-Regierung in Aragón bereits eine der politischen Vereinbarungen um, auf die sich beide Parteien bei ihrer Regierungsbildung verständigt hatten. Für Vox ist die Botschaft eindeutig: Ein vom marokkanischen Staat unterstütztes Programm zur Vermittlung arabischer Sprache und marokkanischer Kultur gehört nach Auffassung der Partei nicht in spanische Schulen.
Dabei ist eine Unterscheidung wichtig: Aragón verbietet weder die arabische Sprache noch generell Arabischunterricht. Abgeschafft wird das Programa de Enseñanza de Lengua Árabe y Cultura Marroquí (PLACM), ein spezielles Programm zur Vermittlung arabischer Sprache und marokkanischer Kultur.
Die Entscheidung in Aragón steht damit nicht isoliert da. Murcia, Madrid und Extremadura haben bereits Schritte unternommen, das Programm aus ihren Schulen zu entfernen beziehungsweise sich daraus zurückzuziehen. Nun folgt Aragón.
Was zunächst wie eine bildungspolitische Einzelentscheidung erscheinen könnte, entwickelt sich damit zunehmend zu einer grundsätzlichen politischen Debatte in Spanien: Welche Rolle dürfen von ausländischen Staaten unterstützte Sprach- und Kulturprogramme innerhalb des spanischen öffentlichen Schulsystems spielen?
