Marbella treibt die Umgestaltung der N-340 weiter voran. Für knapp 3,8 Millionen Euro soll die wichtige Verkehrsachse in mehreren Abschnitten aufgewertet werden. Herzstück des Projekts ist ein 40 Meter hoher Obelisk an der Goldenen Meile, der zusammen mit einem drei Meter hohen Blitzableiter künftig das höchste architektonische Wahrzeichen der Stadt bilden soll.
Redaktion Spanien Press
von Marlon Gallego Bosbach
Die Umgestaltung der N-340 in Marbella geht in die nächste Phase. Die Vergabekommission des Rathauses hat vorgeschlagen, die Bauarbeiten an eine Arbeitsgemeinschaft aus Althenia, einem Unternehmen der malagischen Sando-Gruppe, und Eiffage Infraestructuras zu vergeben. Das Konsortium bietet knapp 3,83 Millionen Euro für die Arbeiten. Den Zuschlag erhielt es trotz eines etwas höheren Preises als der Mitbewerber vor allem aufgrund der besseren technischen Bewertung.
Mit dem Projekt will die Stadt die bereits begonnene Neugestaltung der ehemaligen Hauptverkehrsachse fortsetzen. Die N-340 soll dabei nicht länger ausschließlich als Verkehrsverbindung funktionieren, sondern stärker in den urbanen Raum integriert werden. Das Rathaus orientiert sich dabei am Boulevard von San Pedro Alcántara, der nach der Untertunnelung der früheren A-7 entstanden ist.
Zwei neue Abschnitte für den Boulevard
Die neue Bauphase konzentriert sich auf zwei Bereiche. Im Osten geht es um den Abschnitt zwischen der Glorieta Manuel Haro und dem Arco de Marbella. Im Westen soll die N-340 zwischen Puente Romano und dem Centro Forestal Sueco umgestaltet werden.
Auf diese Weise sollen weitere Teile der Straße einen einheitlicheren Charakter erhalten. Geplant sind unter anderem neue Gehwege, Begrünung, Beleuchtung und Mittelstreifen. Gleichzeitig soll die Verkehrssicherheit verbessert und die Verbindung zwischen den verschiedenen Stadtbereichen aufgewertet werden.
Die Stadt verfolgt damit eine umfassendere Strategie für die N-340. Die stark befahrene Straße soll stärker an ihre städtische Umgebung angepasst werden, anstatt die verschiedenen Bereiche Marbellas weiterhin wie eine klassische Durchfahrtsstraße voneinander zu trennen.
Ein 40 Meter hoher Obelisk für die Goldene Meile
Das auffälligste Element des Projekts entsteht an der Milla de Oro, der Goldenen Meile Marbellas. An der Kreuzung der N-340 mit der Straße von Istán (A-7176) ist ein neuer Kreisverkehr vorgesehen. In dessen Mitte soll ein rund 40 Meter hoher Obelisk entstehen.
Der Baukörper wird die Form eines hohlen Pyramidenstumpfes haben. An der Basis soll er sieben mal sieben Meter messen, während sich der Querschnitt im oberen Bereich auf 3,5 mal 3,5 Meter verjüngt. Vorgesehen ist eine Verkleidung mit weißem Marmor, wodurch das Bauwerk optisch an die Architektur und das Erscheinungsbild Marbellas anknüpfen soll.
Auf dem Obelisken kommt zusätzlich ein etwa drei Meter hoher Blitzableiter hinzu. Damit erreicht die Konstruktion insgesamt rund 43 Meter und soll zum höchsten architektonischen Punkt der Stadt werden. Zum Vergleich: Die Brücke des Santo Cristo del Amor erreicht ebenfalls etwa 40 Meter. Der neue Obelisk würde diese Höhe einschließlich seines Blitzableiters übertreffen.
Fast zwei Kilometer Umbau an der Goldenen Meile
Der Abschnitt an der Milla de Oro umfasst insgesamt rund 1.943 Meter. Davon entfallen etwa 605 Meter auf den Bereich zwischen Puente Romano und der Kreuzung mit der Straße von Istán. Weitere 1.338 Meter reichen von der A-7176 bis zum Centro Forestal Sueco.
Dazwischen liegt der Bereich, in dem der neue Kreisverkehr mit dem Obelisken entstehen soll. Entlang der Straße sind begrünte Mittelstreifen vorgesehen, die nicht nur das Erscheinungsbild verbessern, sondern auch zur Strukturierung und Sicherheit des Verkehrs beitragen sollen.
Damit wird ein Bereich aufgewertet, der zu den bekanntesten und verkehrsreichsten Abschnitten Marbellas gehört.
Neue Gehwege, Grünflächen und die „Tres Barcos“
Auch auf der östlichen Seite des Projekts sind mehrere kleinere Maßnahmen vorgesehen. An der Avenida Juan de la Cierva soll zwischen dem Sitz der Policía Local und dem Arco de Marbella ein rund 198 Meter langer Gehweg entstehen beziehungsweise verbessert werden. Dabei werden auch die bestehende Bushaltestelle, die Beleuchtung und die Barrierefreiheit berücksichtigt.
Zwischen der Glorieta Manuel Haro und dem Kreisverkehr bei der Policía Local ist außerdem eine rund 315 Meter lange begrünte Mittelzone vorgesehen. Sie soll die bislang fehlende Trennung der Fahrbahnen ersetzen und gleichzeitig das Erscheinungsbild des Bereichs verbessern.
Auch die bekannte Fuente de los Tres Barcos wird in die Arbeiten einbezogen. Die drei Boote des Brunnens sollen durch neue kleine Wasserbecken ergänzt werden. Zusätzlich sind neue Beleuchtungs- und Bewässerungssysteme geplant.
Zehn Monate Bauzeit – viele Arbeiten nachts
Die Bauarbeiten sollen innerhalb von zehn Monaten abgeschlossen werden. Dass eine der wichtigsten Verkehrsachsen Marbellas während dieser Zeit umgebaut wird, dürfte allerdings nicht ohne Auswirkungen auf den Verkehr bleiben.
Um die Belastungen möglichst gering zu halten, hat sich das beauftragte Konsortium verpflichtet, rund 2.000 Arbeitstage beziehungsweise Arbeitsschichten in der Nacht durchzuführen. Dadurch sollen bestimmte Arbeiten außerhalb der verkehrsreichsten Zeiten stattfinden.
Die Maßnahme ist damit nicht nur ein städtebauliches, sondern auch ein verkehrliches Projekt. Gerade an der Goldenen Meile dürfte die Bauphase für Autofahrer, Anwohner und Unternehmen spürbar sein.
Marbella setzt auf das Modell von San Pedro
Hinter dem Projekt steht die Idee, die N-340 schrittweise vom reinen Verkehrsraum zu einem stärker integrierten Bestandteil der Stadt zu machen. Als Vorbild dient der Boulevard von San Pedro Alcántara. Dort wurde die frühere A-7 unter die Erde verlegt. An ihrer Oberfläche entstand ein großzügiger Stadtraum, der zuvor durch die stark befahrene Straße getrennte Bereiche miteinander verbindet.
In Marbella ist eine vollständige Untertunnelung der N-340 in diesen Abschnitten nicht vorgesehen. Stattdessen soll die bestehende Straße durch Begrünung, neue Gehwege, Mittelstreifen, Beleuchtung und eine bessere Gestaltung stärker an ihre urbane Umgebung angepasst werden.
Das Projekt ist deshalb Teil einer längerfristigen Strategie für eine der wichtigsten Verkehrsachsen der Stadt. Das Rathaus will damit sowohl die Mobilität und Verkehrssicherheit als auch das Erscheinungsbild Marbellas verbessern.
Ein neues Wahrzeichen für Marbella
Der geplante Obelisk dürfte dabei deutlich mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als die übrigen Maßnahmen. Mit rund 40 Metern Höhe und weißer Marmorverkleidung wird er künftig schon aus größerer Entfernung sichtbar sein.
Die Stadt verbindet damit eine funktionale Neugestaltung der N-340 mit einem neuen architektonischen Orientierungspunkt an der Goldenen Meile. Ob der Obelisk tatsächlich zu einem neuen Wahrzeichen Marbellas wird, muss sich allerdings erst zeigen.
Fest steht: Mit einem Investitionsvolumen von knapp 3,8 Millionen Euro, zwei neuen Boulevardabschnitten und einem mehr als 40 Meter hohen Bauwerk bekommt die N-340 in Marbella in den kommenden Monaten ein deutlich anderes Gesicht.
Die Stadt selbst setzt damit ein klares Signal: Die wichtigste Verkehrsachse soll nicht nur leistungsfähig bleiben, sondern stärker Teil des Stadtbildes werden.
