19. Oktober 2026
Lesezeit 3 Minuten

Flutkatastrophe in Spanien: Über 700 Liter Regen, weggespülte Autos und dramatische Rettungseinsätze

Credit Heraldo de Aragon

Die DANA „Adam“ hat den Süden Valencias und den Norden Alicantes mit voller Wucht getroffen. Ganze Straßenzüge stehen unter Wasser, Flüsse treten über die Ufer und Autos werden von den Wassermassen mitgerissen. In einigen Orten wurden historische Niederschlagsmengen gemessen. In Oliva ist inzwischen auch die spanische Militärische Nothilfeeinheit UME im Einsatz.

Redaktion  Spanien Press

Was sich derzeit an der spanischen Mittelmeerküste abspielt, zeigen Bilder, die erschrecken: Autos werden von reißenden Wassermassen durch die Straßen geschoben, Flüsse verwandeln sich in gefährliche Ströme und ganze Landstriche stehen unter Wasser.

Die DANA „Adam“ hat in Teilen der Provinzen Valencia und Alicante innerhalb kürzester Zeit außergewöhnliche Regenmengen verursacht. Besonders betroffen sind die Regionen La Safor im Süden Valencias und Marina Alta im Norden Alicantes.

Nach den am Montag veröffentlichten Angaben wurden örtlich mehr als 700 Liter Niederschlag pro Quadratmeterregistriert. Das entspricht mehr als 700 Millimetern Regen – einer Menge, die in manchen Gegenden Spaniens normalerweise über ein ganzes Jahr verteilt fällt.

Els Poblets: Fluss tritt über die Ufer und reißt Autos mit

Besonders dramatisch ist die Situation in Els Poblets, einer Gemeinde in der Provinz Alicante. Dort ist der Fluss Girona über die Ufer getreten und hat Teile des Ortes überschwemmt.

Aufnahmen des valencianischen Meteorologieverbandes AVAMET zeigen, wie sich gewaltige Wassermassen durch die Straßen bewegen und abgestellte Fahrzeuge mitreißen.

Auch im nahe gelegenen Beniarbeig hat der Girona einen außergewöhnlich hohen Wasserstand erreicht. Die veröffentlichten Videos verdeutlichen, wie schnell sich ein zunächst harmlos wirkender Wasserlauf während solcher Unwetter in eine lebensgefährliche Strömung verwandeln kann.

Oliva: 635 Liter Regen – Militärische Nothilfe angefordert

Auch in Oliva, einer Küstenstadt südlich von Valencia, ist die Lage äußerst angespannt.

Innerhalb von etwas mehr als 24 Stunden wurden dort 635 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Besonders außergewöhnlich: Allein zwischen Mitternacht und acht Uhr am Montagmorgen fielen 440 Liter.

Straßen wurden überflutet, Verkehrswege unpassierbar und angrenzende Grundstücke von den Wassermassen erfasst.

Angesichts der schweren Überschwemmungen wurden Einheiten der spanischen Militärischen Nothilfe, der Unidad Militar de Emergencias (UME), von ihrem Stützpunkt in Bétera nach Oliva entsandt.

Die Einsatzkräfte sollen die örtlichen Rettungsdienste bei den Hilfsmaßnahmen unterstützen.

Darüber hinaus hat die valencianische Regionalregierung einen Rettungshubschrauber angefordert, um Menschen aus überschwemmten Gebieten zu bergen, die für Einsatzfahrzeuge nur schwer oder gar nicht erreichbar sind.

Warum die Wassermassen so gefährlich sind

Die Bilder aus Valencia und Alicante zeigen eine der größten Gefahren extremer Regenereignisse: Nicht allein die Niederschlagsmenge ist entscheidend, sondern vor allem die Geschwindigkeit, mit der das Wasser zusammenströmt.

Wenn innerhalb weniger Stunden mehrere Hundert Liter Regen pro Quadratmeter fallen, können Böden und Entwässerungssysteme die Wassermassen nicht mehr aufnehmen.

Besonders gefährlich sind die in Spanien verbreiteten Barrancos – normalerweise trockene oder nur wenig Wasser führende Bach- und Flussbetten.

Bei Starkregen können sie sich innerhalb kürzester Zeit in reißende Ströme verwandeln. Auch Straßen und Unterführungen werden dann zu gefährlichen Wasserwegen.

Dass selbst Fahrzeuge von den Fluten mitgerissen werden können, verdeutlichen die aktuellen Aufnahmen aus Els Poblets.

Was bedeutet das für Bewohner und Urlauber?

Die jüngsten Überschwemmungen zeigen erneut, wie unterschiedlich die Auswirkungen eines Unwetters innerhalb Spaniens ausfallen können.

Während einzelne Orte von extremen Niederschlagsmengen getroffen werden, kann die Situation wenige Kilometer entfernt deutlich weniger dramatisch sein.

Gerade für ausländische Immobilienbesitzer, Residenten und Urlauber ist es deshalb wichtig, nicht nur die allgemeinen Wettervorhersagen, sondern auch die lokalen Warnungen der spanischen Wetterbehörde AEMET und des regionalen Katastrophenschutzes zu verfolgen.

Die wichtigste Regel lautet: Niemals versuchen, eine überflutete Straße oder einen angeschwollenen Wasserlauf zu durchqueren – weder zu Fuß noch mit dem Auto.

Bei akuter Gefahr ist in ganz Spanien die Notrufnummer 112 erreichbar.

Spanien kämpft erneut gegen die Gewalt des Wassers

Die außergewöhnlichen Niederschlagsmengen in La Safor und Marina Alta machen deutlich, welche zerstörerische Kraft ein solches Wetterereignis entwickeln kann.

Während Rettungskräfte und Militär in den betroffenen Gemeinden im Einsatz sind, dürften die vollständigen Schäden erst sichtbar werden, wenn das Wasser zurückgeht.

Die dramatischen Bilder aus Els Poblets, Beniarbeig und Oliva stehen für ein Unwetter, das innerhalb weniger Stunden Straßen in Flüsse und alltägliche Wege in gefährliche Hindernisse verwandelt hat.

Spanien Press wird die Entwicklungen weiter verfolgen und darüber berichten, welche Folgen die Überschwemmungen für die betroffenen Regionen haben.

 

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