Die Lage in Valencia und Alicante spitzt sich dramatisch zu. Menschen warten auf Hausdächern auf ihre Rettung, ganze Ortschaften sind von der Außenwelt abgeschnitten und die Regierung fordert die Bevölkerung auf, ihre Häuser nicht zu verlassen. Die Militärische Nothilfeeinheit UME ist mit Hubschraubern im Einsatz.
Redaktion Spanien Press
Die DANA „Adam“ hat sich zu einer schweren Unwetterkatastrophe entwickelt. Nach tagelangen Regenfällen stehen weite Teile der südlichen Provinz Valencia und des nördlichen Alicante unter Wasser. Mindestens zwei Menschen sind im Zusammenhang mit dem Unwetter in Spanien ums Leben gekommen. Zahlreiche weitere warten auf ihre Rettung.
Besonders dramatisch ist die Situation in den Regionen La Safor und Marina Alta. Hier haben die Niederschläge örtlich mehr als 700 Liter pro Quadratmeter erreicht. Flüsse sind über die Ufer getreten, Straßen unpassierbar und mehrere Gemeinden zeitweise praktisch von der Außenwelt abgeschnitten.
Behörden fordern Bevölkerung auf, zu Hause zu bleiben
Die valencianische Regionalregierung hat die Bevölkerung in den besonders betroffenen Gebieten aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen. Eine formelle Ausgangsbeschränkung wurde am Montagvormittag vorbereitet.
Der regionale Notfallminister Juan Carlos Valderrama erklärte, dass zahlreiche Menschen in ihren Häusern eingeschlossen seien und selbst schwere Rettungsfahrzeuge einige Gebiete nicht mehr erreichen könnten.
Die Behörden raten dringend, auf höhere Stockwerke auszuweichen, sofern Wasser in Gebäude eindringt. Keller, Tiefgaragen und Aufzüge sollen unbedingt gemieden werden.
Auch Ministerpräsident Pedro Sánchez appellierte an die Bevölkerung, unnötige Fahrten zu vermeiden und die Anweisungen der Rettungsdienste zu befolgen.
Menschen auf Hausdächern warten auf Hubschrauber
Besonders erschütternde Berichte kommen aus Pego und Oliva. In Pego mussten sich Bewohner auf die Dächer ihrer Häuser retten, weil die Wassermassen die unteren Stockwerke überfluteten.
Bürgermeister Enrique Moll berichtete von zahlreichen Hilferufen und erheblichen Schwierigkeiten, die betroffenen Gebiete überhaupt zu erreichen. Selbst schwere Einsatzfahrzeuge kommen auf den überschwemmten Zufahrtsstraßen teilweise nicht mehr voran.
Auch in Oliva kämpfen Rettungskräfte gegen die Zeit. Dort mussten sich insbesondere ältere Menschen in ihren Wohnungen auf Möbel und Tische retten, während das Wasser teilweise bis zur Hüfte stand.
Die spanische Militärische Nothilfeeinheit UME wurde mobilisiert. Gemeinsam mit Feuerwehr und weiteren Rettungsdiensten führt sie Evakuierungen durch. Für besonders schwer zugängliche Gebiete wurden Hubschrauber angefordert.
Así ha sido el espectacular rescate de uno de los vecinos afectados por las lluvias en Oliva
https://t.co/N0mNHHXdj8 https://t.co/XnvxXerA4S— Radio Valencia SER (@radiovalencia) October 19, 2026
Über 700 Liter Regen – ganze Gemeinden abgeschnitten
Die Niederschlagsmengen sind außergewöhnlich. In L’Atzúbia wurden innerhalb von rund 48 Stunden mehr als 700 Liter Regen pro Quadratmeter registriert. Auch Pego und Oliva verzeichneten extreme Werte.
Der Fluss Girona trat bei Els Poblets über die Ufer und überschwemmte Teile der Gemeinde. Aufnahmen zeigen Autos, die von den Wassermassen mitgerissen werden, während Straßen zu reißenden Strömen geworden sind.
Auch aus Miramar, Piles und weiteren Gemeinden werden schwere Überschwemmungen gemeldet.
Nach Angaben der Regierungsdelegation waren zeitweise etwa sechs Ortschaften beziehungsweise betroffene Bereiche kaum oder gar nicht erreichbar.
⚠️ Situación muy complicada en la Comunidad Valenciana. Más de 700 litros en 24 horas, calles anegadas y ríos desbordados. https://t.co/tr2oL1edgE
#DANAAdam #España #Alerta #TiempoyRadar https://t.co/Dr8iSR0nLt
— Tiempo & Radar (@tiempoyradar) October 19, 2026
Zwei Todesopfer – mehr als 100.000 Schüler ohne Unterricht
Das Unwetter hat inzwischen zwei Todesopfer gefordert. Eine Frau starb im katalanischen Cabrera de Mar, eine weitere im valencianischen Sagunto.
Auch das öffentliche Leben ist massiv beeinträchtigt. In den Provinzen Valencia und Alicante fällt für mehr als 102.000 Schülerinnen und Schüler der Unterricht aus.
Weitere Schulschließungen wurden auf den Balearen angeordnet, wo die Behörden ebenfalls vor schweren Regenfällen und möglichen Überschwemmungen warnen.
Auf Ibiza erhielten Einwohner am Montagmorgen erneut eine Warnmeldung über das spanische Mobilfunk-Alarmsystem ES-Alert. Darin wird insbesondere vor überlaufenden Wasserläufen und dem Betreten tiefer gelegener Gebiete gewarnt.
Die Gefahr ist noch nicht vorbei
Obwohl die stärksten Niederschläge im Laufe des Tages regional nachlassen könnten, bleibt die Lage vielerorts gefährlich.
Überflutete Straßen, beschädigte Verkehrswege und weiterhin hohe Wasserstände erschweren die Rettungsarbeiten. Auch nach dem Ende heftiger Regenfälle können Flüsse und Wasserläufe noch gefährliche Wassermengen führen.
Die Behörden haben in den besonders betroffenen Gebieten die Notfallstufe 2 aktiviert, wodurch zusätzliche staatliche Einsatzkräfte hinzugezogen werden können.
Für Bewohner und Urlauber gilt weiterhin: Keine überschwemmten Straßen durchqueren, Flussläufe meiden und die offiziellen Warnmeldungen beachten.
Bei unmittelbarer Gefahr ist die Notrufnummer 112 zu wählen.
Eine Region im Ausnahmezustand
Während die Rettungskräfte weiter versuchen, eingeschlossene Menschen in Sicherheit zu bringen, wird das ganze Ausmaß der Schäden erst allmählich sichtbar.
Für viele Bewohner der betroffenen Gemeinden ist es ein Montag voller Angst und Ungewissheit. Einige warten in den oberen Stockwerken ihrer Häuser, andere auf Dächern – in der Hoffnung, dass die Rettungskräfte sie rechtzeitig erreichen.
Die Bilder aus Valencia und Alicante zeigen erneut, wie schnell extreme Regenfälle das Leben ganzer Gemeinden zum Stillstand bringen können.
Spanien Press verfolgt die Entwicklung weiter.
