5. November 2026
Lesezeit 3 Minuten

Dieses spanische Restaurant wurde gestern zum besten der Welt gekürt

Asador Etxebarri Credit Encuinarte

Mitten in einem kleinen Dorf im Baskenland steht seit heute das beste Restaurant der Welt. Kein Luxushotel, keine spektakuläre Architektur, keine aufwendigen Inszenierungen. Stattdessen ein altes baskisches Landhaus, ein außergewöhnlicher Koch und eine Leidenschaft, die so alt ist wie die Menschheit selbst: das Feuer.

Redaktion Spanien Press

Wer das beste Restaurant der Welt besuchen möchte, muss zunächst eine Reise ins ländliche Baskenland unternehmen. Zwischen grünen Bergen, Wiesen und traditionellen Bauernhäusern liegt Axpe, ein kleiner Ort im Tal von Atxondo. Hier befindet sich das Asador Etxebarri, das bei der diesjährigen Verleihung der World’s 50 Best Restaurants zum besten Restaurant der Welt gewählt wurde.

Die Auszeichnung wurde am Mittwochabend bei einer Gala in der peruanischen Hauptstadt Lima bekannt gegeben. Das baskische Restaurant setzte sich gegen international bekannte Spitzenadressen durch. Auf Platz zwei landete das Gaggan in Bangkok, gefolgt vom Alchemist in Kopenhagen.

Für das Etxebarri ist es der bisher größte Erfolg einer außergewöhnlichen Geschichte. Bereits in den vergangenen beiden Jahren belegte das Restaurant den zweiten Platz. Seit mehr als einem Jahrzehnt gehört es zur internationalen gastronomischen Spitze. Nun hat es erstmals den ersten Rang erreicht.

Ein Koch, der das Feuer perfektioniert hat

Hinter dem Erfolg steht Bittor Arginzoniz, ein Mann, der in der internationalen Spitzengastronomie längst als Ausnahmeerscheinung gilt. Der heute 66-Jährige stammt aus Axpe und hat seine Heimat nie wirklich verlassen.

Seine Küche hat wenig mit dem zu tun, was man gewöhnlich mit moderner Sternegastronomie verbindet. Molekulare Experimente, aufwendige Dekorationen oder überraschende Geschmackskombinationen sucht man hier weitgehend vergeblich.

Arginzoniz konzentriert sich auf das Wesentliche: hervorragende Zutaten, Holz, Glut und die richtige Temperatur.

Was einfach klingt, ist das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit. Der Koch hat eigene Grills und ausgeklügelte Vorrichtungen entwickelt, mit denen er den Abstand zwischen Glut und Lebensmitteln millimetergenau regulieren kann. So gelingt es ihm, selbst empfindliche Produkte wie Meeresfrüchte oder Gemüse über offenem Feuer zuzubereiten.

Schon als Kind lernte er das Kochen mit Holzfeuer kennen. Was damals zum Alltag auf dem Land gehörte, wurde später zu seiner großen Leidenschaft.

Heute gilt er als einer der bedeutendsten Grillmeister der Welt.

300 Euro für ein Menü – und trotzdem sind die Tische begehrt

Wer im Etxebarri essen möchte, muss nicht nur tief in die Tasche greifen, sondern auch Geduld mitbringen. Das Degustationsmenü kostet rund 300 Euro pro Person, Getränke nicht inbegriffen. Reservierungen sind entsprechend begehrt, und viele Gäste reisen eigens aus dem Ausland an.

Auf den Tisch kommen unter anderem rote Garnelen aus Palamós, Fisch, ausgewähltes Rindfleisch und saisonales Gemüse. Fast alles wird über Holzglut zubereitet.

Selbst Desserts tragen mitunter die Handschrift des Feuers. Besonders bekannt ist Arginzoniz dafür, dass er auch Milch und andere ungewöhnliche Zutaten mit Rauch- und Röstaromen verfeinert.

Der Luxus liegt dabei weniger in der Präsentation als in der Qualität der Produkte und der Präzision ihrer Zubereitung.

Das Restaurant selbst ist in einem traditionellen baskischen Landhaus untergebracht. Die Umgebung ist ruhig, fast abgeschieden. Statt Großstadttrubel erwartet die Gäste eine Landschaft, die sich in den vergangenen Jahrzehnten kaum verändert zu haben scheint.

Gerade dieser Gegensatz macht einen Teil des besonderen Reizes aus: Encuinarte

Spanien erobert erneut die gastronomische Weltspitze

Mit der Auszeichnung des Etxebarri steht zum vierten Mal ein spanisches Restaurant an der Spitze der renommierten Weltrangliste.

Den Anfang machte das legendäre elBulli von Ferran Adrià, das insgesamt fünfmal den ersten Platz belegte. Später folgte das El Celler de Can Roca in Girona, das zweimal ausgezeichnet wurde. Im Jahr 2024 gewann das Restaurant Disfrutar in Barcelona.

2025 ging der Titel an das peruanische Restaurant Maido in Lima. Nun kehrt die Auszeichnung nach Spanien zurück.

Auch andere spanische Restaurants konnten sich in diesem Jahr unter den 50 besten der Welt platzieren. Das DiverXO von Dabiz Muñoz in Madrid erreichte Rang neun, das Enigma von Albert Adrià in Barcelona Platz 29 und das für seine Fischgerichte bekannte Elkano in Getaria Platz 33.

Damit ist Spanien mit vier Restaurants in der internationalen Rangliste vertreten.

Ein Erfolg, der ohne große Worte auskommt

Bei der Preisverleihung in Lima erinnerte Arginzoniz an die Menschen, die ihm auf seinem Weg geholfen haben, und an das Wissen früherer Generationen, die die Kunst des Kochens mit Feuer weitergegeben haben.

Es passt zu einem Koch, der lieber am Grill steht, als im Rampenlicht zu glänzen.

Während sich die internationale Spitzengastronomie immer wieder neu erfindet, hat Arginzoniz über Jahrzehnte an einer einzigen Idee festgehalten: Ein hervorragendes Produkt braucht nicht viel, wenn man weiß, wie man damit umgeht.

Das Asador Etxebarri zeigt, dass gastronomischer Weltruhm nicht zwangsläufig mit großen Städten, exklusiven Luxushotels oder spektakulären Konzepten verbunden sein muss.

Manchmal reichen ein kleines Dorf im Baskenland, ein Stück Holz und ein Mann, der genau weiß, wann die Glut die richtige Temperatur erreicht hat.

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