In der Provinz Alicante hat die Policía Nacional einen 40-jährigen Mann wegen schwerer Tierquälerei festgenommen. Der Verdächtige hielt in seinem Wohnhaus 19 Kampfhähne, obwohl gegen ihn bereits eine gerichtliche Verurteilung mit Tierhalteverbot bestand
Redaktion Spanien Press
Nach Angaben der Ermittler wiesen sämtliche Tiere Amputationen an Kamm und Kehllappen auf – ein eindeutiges Merkmal illegaler Hahnenkämpfe. Ziel dieser Verstümmelungen ist es, Blutverlust zu minimieren und die Kampfdauer zu verlängern. Bei mehreren Tieren war zudem das Gefieder an den Oberschenkeln entfernt, um die Belastbarkeit während der Kämpfe zu erhöhen.
Bei der Durchsuchung des Hauses stießen die Beamten auf eine Vielzahl von Utensilien zur Vorbereitung der Tiere, darunter Feilen und Scheren zum Schärfen von Krallen und Sporen, künstliche Kampfsporen sowie härtende Lacke. Sichergestellt wurden außerdem Vitaminpräparate und injizierbare Substanzen, die mutmaßlich zur Steigerung von Aggressivität und Ausdauer eingesetzt wurden – ohne jegliche veterinärmedizinische Kontrolle.
Neben den Tieren fanden die Einsatzkräfte auch Marihuana sowie Cocaín in verkaufsfertigen Portionen, wodurch sich der strafrechtliche Rahmen des Verfahrens deutlich ausweitete.
Die Ermittlungen gehen auf einen Hinweis der Policía Local de Crevillent zurück. Der aktuelle Fall steht in direktem Zusammenhang mit einem Vorfall aus dem Jahr 2021, als der Mann bei einem illegalen Hahnenkampf in einer Sportanlage von Crevillent identifiziert worden war. Das damalige Verfahren endete 2024 mit einer Verurteilung durch ein Gericht in Elche, einschließlich eines ausdrücklichen Verbots der Tierhaltung.
Die beschlagnahmten Hähne wurden dem Tierschutzdienst der Stadt Crevillent übergeben und werden derzeit veterinärmedizinisch untersucht. Der Festgenommene wurde den zuständigen Untersuchungsgerichten vorgeführt.
Der Fall steht exemplarisch für ein strukturelles Problem illegaler Tierkämpfe in Spanien, bei denen Tierquälerei, organisierte Netzwerke und Drogenkriminalität häufig Hand in Hand gehen. Die Behörden sehen darin kein Randphänomen, sondern ein Deliktfeld, das zunehmend konsequent verfolgt wird.

