Kaum schien Borrasca Nils das langanhaltende Tiefdruckgeschehen seit Ende Dezember zu beenden, kündigt sich bereits das nächste markante Sturmtief an. „Oriana“ wird am Freitag und Samstag weite Teile Spaniens mit sehr starken bis orkanartigen Böen, ergiebigen Niederschlägen und einem deutlichen Temperatursturz erfassen
Redaktion Spanien Press
Die Agencia Estatal de Meteorología (Aemet) warnt vor einem erheblichen Sturmereignis. Für Teile von Kantabrien, Galicien und dem Baskenland gilt die höchste Warnstufe Rot wegen extremer Windböen. In Andalusien, auf den Balearen, in Katalonien, der Region Murcia und der Comunidad Valenciana wurde die Warnstufe Orange ausgerufen.
Freitag: Durchzug einer aktiven Front und drastischer Temperatursturz
Der Freitag markiert eine Übergangsphase. Ein aktives Frontensystem bringt verbreitet Regen – besonders intensiv in Galicien, an der Kantabrischen Küste, im Zentrum und Süden der Halbinsel sowie im Nordosten.
Im Anschluss strömt arktische Kaltluft von Norden ein. Die Temperaturen sinken landesweit spürbar. Die Schneefallgrenze fällt rasch:
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im Norden auf 800 bis 1.000 Meter,
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im übrigen Land auf 1.000 bis 1.200 Meter.
In der Nacht zum Samstag kann sie im Norden regional auf 600 bis 700 Meter absinken.
Samstag: Orkanböen und ausgeprägtes Winterwetter
Am Samstag gewinnt das Azorenhoch langsam an Einfluss, doch zunächst sorgt ein starkes Druckgefälle für kräftige Nord- bis Nordwestwinde. In vielen Regionen sind Böen zwischen 70 und 100 km/h zu erwarten.
In exponierten Lagen der Pyrenäen sowie im Iberischen Gebirge – insbesondere in den Provinzen Castellón und Teruel – sind sogar Spitzen von 120 bis 140 km/h möglich. Auch in Städten wie Zaragoza, Lleida, Huesca, Soria, Segovia, Ávila, Cuenca, Albacete oder Murcia können Böen über 80 km/h auftreten. An Teilen der Mittelmeerküste – etwa in Tortosa, Sant Carles de la Ràpita oder Vinaroz – sind ebenfalls sehr starke Windgeschwindigkeiten wahrscheinlich.
Die Schneefälle werden vor allem im Kantabrischen Gebirge, in den Picos de Europa und in den Pyrenäen ergiebig ausfallen. Dort sind nennenswerte Neuschneemengen möglich. In den kältesten Stunden kann es auch in tieferen Lagen des Nordwestens zu Schneeschauern kommen. In höheren Lagen drohen Schneeverwehungen und zeitweise äußerst unwirtliche Bedingungen.
Weit verbreitete Frostnächte
In der Nacht von Samstag auf Sonntag breiten sich die Fröste über weite Teile des Landesinneren aus – insbesondere in der Nordhälfte, in der östlichen Meseta und in Castilla-La Mancha. In den Pyrenäen werden strenge Fröste erwartet.
Entspannung ab Sonntag
Mit dem weiteren Vorrücken des Azorenhochs und einer atlantischen Hochdruckbrücke setzt sich ab Sonntag zunehmend ruhigeres Wetter durch. Die Niederschläge lassen nach, vielerorts lockert es auf. Nur im äußersten Norden kann es noch zu Restbewölkung und vereinzelten Schauern kommen.
Der Wind schwächt sich in den Niederungen allmählich ab, bleibt jedoch in Hochlagen der Pyrenäen und des Iberischen Gebirges zunächst noch stark.
Der arktische Kaltlufteinbruch wird kurz, aber markant ausfallen. Bereits zu Beginn der kommenden Woche steigen die Tageswerte wieder an, und stabileres, trockeneres Wetter dürfte sich in weiten Teilen Spaniens durchsetzen. Nach Wochen ununterbrochener Tiefdruckaktivität könnte „Oriana“ damit vorerst das letzte markante Sturmtief dieser Serie gewesen sein.
