9. März 2026
Lesezeit 2 Minuten

Das Wohnungsgesetz bestätigt: Strafe für Vermieter, die die Kaution nicht innerhalb eines Monats zurückzahlen

Credit Jakub Zerdzicki (Unsplash)

Inmitten der zunehmenden Sorgen um den Zugang zu Wohnraum in Spanien bleibt das Thema der Kautionsrückzahlungen ein großes Problem für viele Mieter. Mietverhältnisse sind in vielen Fällen ein Streitthema und in diesem Zusammenhang hat Carla Gómez kürzlich in einem viralen TikTok-Video ihre Erfahrungen geteilt, das fast eine Million Aufrufe erzielt hat.

Redaktion Spanien Press

In dem Video erklärt Carla, dass ihre Vermieterin 1300 Euro von ihrer 1600-Euro-Kaution einbehalten hat, ohne entsprechende Rechnungen oder klare Belege vorzulegen. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, sich an die Bestimmungen des spanischen Mietrechts (Ley de Arrendamientos Urbanos, LAU) zur Kaution zu erinnern.

Maximale Rückzahlungsfrist: Ein Monat

Ein zentraler Punkt der LAU ist, dass Vermieter verpflichtet sind, die Kaution innerhalb eines Monats nach der Schlüsselübergabe zurückzuzahlen. Wird dieser Zeitraum überschritten, beginnt die Kaution, Zinsen zugunsten des Mieters zu erwirtschaften. Laut Artikel 36 der LAU heißt es: „Der Kautionsbetrag, der dem Mieter am Ende des Mietverhältnisses zurückerstattet werden muss, wird den gesetzlichen Zinssatz ab dem Moment erheben, in dem ein Monat seit der Übergabe der Schlüssel durch den Mieter vergangen ist, ohne dass diese Rückzahlung erfolgt ist.“

Die Verzögerung bei der Rückzahlung muss dabei nicht unbedingt mit Konflikten oder Schäden in der Wohnung zusammenhängen. Es genügt, dass der Vermieter die Kaution nicht rechtzeitig zurückzahlt, damit der Mieter Anspruch auf Zinsen hat, die zwischen 3 % und 4 % pro Jahr liegen.

Strafen für die Nichtdeponierung der Kaution bei offiziellen Stellen

Ein weiteres Problem für Vermieter ist die gesetzliche Pflicht, die Kaution bei einer offiziellen Stelle zu hinterlegen. In einigen autonomen Gemeinschaften Spaniens kann es zu hohen Geldstrafen kommen, wenn der Vermieter dieser Verpflichtung nicht nachkommt. Die Strafen können zwischen 10.000 und 90.000 Euro betragen.

Carla Gómez: Unbegründete Abzüge für Reparaturen

In Carlas Fall beschwert sie sich außerdem, dass ihr von der Kaution „notwendige“ Reparaturen abgezogen wurden, darunter 550 Euro für Malerarbeiten, 70 Euro für Glühbirnen und sogar ein neues Sofa, ohne dass ihr detaillierte Rechnungen oder Kostenvoranschläge vorgelegt wurden. Stattdessen wurden nur einige Kassenbons als Nachweise vorgelegt.

Angesichts dieser Situation hat Carla beschlossen, eine Klage im Rahmen eines „verbalen Verfahrens“ einzureichen, da der Streitwert unter 2000 Euro liegt, was ihr die Möglichkeit gibt, die Klage ohne Anwalt oder Gerichtsvollzieher einzureichen. Laut Gesetz sind Vermieter verpflichtet, notwendige Reparaturen durchzuführen, um die Wohnung in einem bewohnbaren Zustand zu halten. Kleine Reparaturen, die durch normalen Gebrauch der Wohnung entstehen, gehen jedoch zu Lasten des Mieters.

Die Debatte um Kautionen im Mietmarkt

Solche Vorfälle werfen ein Licht auf die wachsenden Sorgen der Spanier über die Regulierung des Mietmarktes. Angesichts steigender Mietpreise und eines angespannten Wohnungsmarktes sind viele Mieter in ungünstige Verträge geraten, bei denen sie entweder mit verzögerten Rückzahlungen der Kaution oder mit unberechtigten Abzügen konfrontiert werden. Trotz bestehender Gesetze zum Schutz der Mieter, wie bei der Kaution, bleibt die Umsetzung dieser Vorschriften in vielen Fällen ein Problem.

Was kann man im Fall eines Konflikts tun?

Mieter, die in einer ähnlichen Situation wie Carla sind, können eine Klage vor Gericht ohne Anwalt einreichen, wenn der strittige Betrag unter 2000 Euro liegt. Darüber hinaus gibt es Verbraucherschutzorganisationen und Mietervereine, die rechtliche Beratung und Unterstützung in solchen Fällen anbieten.

Während die Debatte über den Wohnungsmarkt in Spanien weiterhin anhält, müssen sowohl Vermieter als auch Mieter ihre Rechte und Pflichten kennen, um künftige Konflikte zu vermeiden und sicherzustellen, dass der Mietmarkt transparenter und gerechter wird.

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