15 de Oktober de 2025
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Die neue Epidemie unter Senioren in Spanien… mit der niemand gerechnet hat

Credit Christian Bowen (Unsplash)

Scheidungen, neue Beziehungen und mangelnde medizinische Aufklärung befeuern ein stilles Phänomen, das alte Tabus über Sexualität im Alter bricht

Redaktion Spanien Press


Sexuell übertragbare Krankheiten (STI) sind längst kein Jugendproblem mehr. In Spanien steigen die Infektionszahlen unter Menschen über 55 Jahren rasant an. Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei Gonorrhö, deren Fälle sich laut aktuellen Daten des Gesundheitsministeriums in nur vier Jahren um 188 Prozent erhöht haben.

Und das ist kein Einzelfall: Auch Syphilis und Chlamydien zeigen deutliche Zuwächse – 24 % bzw. 20 % mehr Fälle als noch vor wenigen Jahren.

Ein gesellschaftlicher Wandel – und eine trügerische Sicherheit

Die sogenannte „silberne Generation“ lebt länger, freier und selbstbewusster. Mehr Scheidungen, zweite Partnerschaften und späte Neuanfänge prägen den Wandel. Doch die Prävention hält mit dieser neuen Freiheit nicht Schritt.

Viele Patienten glauben, sexuell übertragbare Krankheiten betreffen nur Jugendliche – und verzichten deshalb auf Schutz“, erklärt ein Hausarzt aus Madrid.
Hinzu kommt: Viele Ärztinnen und Ärzte fragen ältere Patientinnen und Patienten nie nach ihrem Sexualleben – was Diagnosen verzögert und Infektionen begünstigt.

Wenn Tabus krank machen

Das kulturelle Schweigen über Sexualität im Alter bleibt ein Hindernis. Anders als junge Menschen, die mit Aufklärungskampagnen aufwachsen, haben die heutigen Senioren nie gelernt, offen über Sex zu sprechen.

„In der Sprechstunde herrscht oft Scham, besonders bei über 60-Jährigen“, berichtet eine Gynäkologin des Hospital Clínic in Barcelona. „Diese Zurückhaltung hat Folgen – viele Infektionen werden erst spät erkannt.“

Eine Herausforderung für das Gesundheitssystem

Der Anstieg der STI-Fälle in dieser Altersgruppe zwingt das spanische Gesundheitssystem zum Umdenken. Fachleute fordern gezielte Aufklärungskampagnen für ältere Menschen, regelmäßige Gesundheitschecks mit Sexualberatungund mehr Engagement in der Früherkennung.


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