Ende Juli warnte Spanien Press bereits vor den Herausforderungen, denen sich die spanische Gastronomie angesichts steigender Preise für Transport, Unterkunft und Pauschalreisen gegenübersieht. Viele Restaurantbetreiber hofften damals, dass der August eine Erholung bringen würde, doch die aktuellen Zahlen zeigen, dass diese Erwartungen enttäuscht wurden
Redaktion Spanien Press
Obwohl die Strände und Touristenziele weiterhin Millionen von Besuchern anziehen, wirken sich die gestiegenen Urlaubskosten und die sinkende Kaufkraft direkt auf die Ausgaben in Bars, Restaurants und Strandlokalen aus. Laut dem Nationalen Statistikinstitut (INE) ist der durchschnittliche Pro-Kopf-Ausgaben für Freizeit und Urlaub um 9,3 %gestiegen, doch ein großer Teil davon wird nun für Transport und Unterkunft aufgewendet, sodass weniger für die Gastronomie übrig bleibt.
Umfrage in Valencia: deutlicher Rückgang der Kundenzahlen
Eine interne Umfrage des Gaststättenverbandes Valencia zeigt, dass rund 58 % der Betriebe den Juli 2025 schlechter bewerteten als das Vorjahr, während nur 25 % bessere Ergebnisse meldeten. Gastronomen geben an, dass die gestiegenen Kosten für Transport und Unterkunft das verfügbare Budget der Touristen für Bars und Restaurants verringern, besonders für Betriebe, die stark vom internationalen Tourismus abhängen.
Mallorca und der Rückgang des Durchschnittsumsatzes
Auf den Balearen wurde ein Rückgang der Umsätze in Bars und Restaurants um 8–10 % sowie ein sinkender Durchschnittsverbrauch unter der Woche verzeichnet. Teurere Pauschalangebote führen dazu, dass Kunden 20–25 %mehr für Flug und Hotel ausgeben, wodurch weniger Geld für Gastronomie und Freizeitaktivitäten bleibt. Zusätzlich müssen viele Selbstständige aufgrund hoher Mieten für Geschäftsräume und steigender Arbeitskosten zwischen 25 % und 50 % ihres Nettoumsatzes für die Miete aufwenden, was das Überleben kleiner Betriebe gegenüber großen Franchiseunternehmen gefährdet.
Teurere Unterkünfte und Ferienwohnungen
Das INE bestätigt, dass Übernachtungen in Spanien immer teurer werden: Hotels, Gasthöfe und andere Unterkünfte stiegen um 6,8 %, während Campingplätze und Herbergen um 4,4 % zulegten. Eine Studie von Tecnitasa zeigt, dass die Miete einer Ferienwohnung am Strand im August 6,9 % teurer ist als 2024 und nun durchschnittlich 1.270 Euro pro Woche kostet, im Vergleich zu 1.160 Euro im Vorjahr.
Obwohl Spanien voraussichtlich 2025 etwa 98 Millionen Besucher verzeichnen wird, ein neuer Rekord, ist das Wachstum moderater als in den Vorjahren. Die gestiegenen Hotelpreise und die Konkurrenz durch günstigere Reiseziele haben die Nachfrage beeinflusst, während Bars und Restaurants ihre Abläufe anpassen, um den steigenden Kosten für Personal und Material gerecht zu werden.
In diesem Kontext steht die spanische Gastronomie vor einem Sommer, der durch die sinkende Kaufkraft der Touristen geprägt ist, was sich direkt auf Bars, Restaurants und Strandlokale auswirkt und die Hoffnungen der Hotelbetreiber auf einen starken August enttäuscht.
