Die invasive Riesenschilf-Pflanze breitet sich nach dem Unwetter explosionsartig aus – Landwirte schlagen Alarm und fordern dringende Maßnahmen.
4. Mai 2025 – Spanien Press | Region Valencia
Nach der verheerenden DANA im Herbst 2024 sehen sich die Landwirte in der Region Valencia einer neuen Bedrohung gegenüber. Nicht mehr Wasser oder Schlamm setzen den Feldern zu, sondern eine Pflanze: das Gewöhnliche Riesenschilf (Arundo donax), eine invasive Art, die sich rasant über landwirtschaftliche Flächen ausbreitet und dabei Orangenhaine, Reisbauterrassen, Weinberge und Kaki-Plantagen gefährdet.
Von der Flut zur Pflanzenplage
Die sintflutartigen Regenfälle am 29. Oktober spülten große Mengen von Schilfmaterial aus den unzureichend gereinigten Flussbetten in angrenzende Felder. Die abgerissenen Pflanzenteile verharrten unbemerkt im Erdreich und begannen im Frühling massenhaft auszutreiben.
„Die Pflanze wächst direkt unter unseren Kulturen hervor und überragt inzwischen einige Bäume“, berichtet Javier Tamarit, Orangenbauer in Chiva. „Das Schlimmste: Sie braucht nicht einmal Bewässerung – der Regen hat gereicht. Wenn jetzt die Saison für Dünger und Wasser beginnt, wird die Ausbreitung völlig außer Kontrolle geraten.“
Chemie hilft nicht – Handarbeit kaum machbar
Arundo donax ist nicht nur schnellwüchsig, sondern auch extrem widerstandsfähig. Herbizide greifen nicht gezielt genug – sie würden auch die Kulturpflanzen schädigen. Manuelles Entfernen ist angesichts der Fläche kaum leistbar. Tamarit erklärt: „Unter jedem Baum wachsen zehn bis zwanzig Schilftriebe. Sie alle einzeln zu schneiden und zu behandeln ist unmöglich.“
Laut Umweltministerium besiedelt das Riesenschilf bereits über 5.000 Kilometer Flussufer in der Region Valencia. Die Pflanze verdrängt einheimische Vegetation und gefährdet die Biodiversität ebenso wie die wirtschaftliche Grundlage zahlreicher Betriebe.
Verband fordert Notfallplan
Die Landwirtschaftsorganisation AVA-ASAJA fordert von der Regionalregierung und der spanischen Zentralregierung einen sofortigen Aktionsplan:
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Sofortige Reinigung und Instandhaltung öffentlicher Wasserläufe
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Finanzielle und logistische Unterstützung betroffener Landwirte
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Nachhaltige Bekämpfung und Renaturierung der befallenen Flächen
„Das ist keine einfache Wildpflanze – das ist eine ökologische und wirtschaftliche Bedrohung. Wenn wir jetzt nicht handeln, wird sich das Problem dauerhaft festsetzen“, warnt AVA-ASAJA.
Während viele noch mit den Schäden der Überschwemmungen kämpfen, wächst unter der Oberfläche längst das nächste Problem.
