Eine Renovierung kann den Verkaufswert einer Wohnung in Spanien deutlich erhöhen. Experten zufolge sind je nach Art der Arbeiten Wertsteigerungen von 20 bis 30 Prozent möglich. Besonders wichtig sind dabei eine umfassende Sanierung, moderne Küchen und Badezimmer sowie eine bessere Energieeffizienz.
Redaktion Spanien Press
von Marlon Gallego Bosbach
Wer seine Wohnung in Spanien verkaufen möchte, kann mit den richtigen Renovierungsarbeiten den späteren Verkaufspreis deutlich beeinflussen. Nach Einschätzungen von Immobilienexperten kann eine modernisierte Immobilie gegenüber einer vergleichbaren, unsanierten Wohnung 20 bis 30 Prozent mehr wert sein. In besonders gefragten Märkten wie Madrid oder Barcelona kann die Wertsteigerung sogar darüber liegen.
Entscheidend ist allerdings nicht, möglichst viel Geld in eine Immobilie zu investieren. Vielmehr kommt es darauf an, welche Maßnahmen tatsächlich einen Mehrwert schaffen und zur jeweiligen Lage passen.
Eine komplette Sanierung bringt den größten Effekt
Das größte Potenzial bietet laut Experten eine umfassende Renovierung. Dabei werden nicht nur Oberflächen erneuert, sondern auch die Raumaufteilung sowie technische Einrichtungen der Wohnung modernisiert.
Dazu können beispielsweise neue Wasserleitungen, eine Erneuerung der Elektrik, moderne Heiz- und Kühlsysteme, neue Böden sowie eine neue Küche und ein neues Badezimmer gehören. Bei einer solchen umfassenden Sanierung kann der Wert einer Immobilie laut den genannten Einschätzungen um bis zu 30 Prozent steigen.
Küche und Badezimmer besonders wichtig
Nicht immer ist eine komplette Sanierung notwendig. Auch gezielte Arbeiten können sich beim späteren Verkauf auszahlen. Eine Modernisierung von Küche und Badezimmer kann demnach eine Wertsteigerung von etwa 14 bis 20 Prozent ermöglichen. Beide Bereiche spielen bei der Bewertung und bei der Entscheidung potenzieller Käufer eine wichtige Rolle.
Moderne Ausstattung, zeitgemäße Materialien und ein guter allgemeiner Zustand können dabei dazu beitragen, dass eine Wohnung attraktiver auf dem Markt erscheint.
Energieeffizienz wird wichtiger
Auch Investitionen in die Energieeffizienz können den Wert einer Immobilie erhöhen. Dazu gehören beispielsweise eine bessere Dämmung, neue Fenster oder moderne Heiz- und Kühlsysteme. Genannt wird in diesem Zusammenhang auch die Aerothermie, die in Spanien zunehmend als Alternative zu herkömmlichen Heiz- und Kühlsystemen eingesetzt wird.
Je nach Maßnahme kann die Verbesserung der Energieeffizienz laut den Experten eine zusätzliche Wertsteigerung von etwa vier bis zehn Prozent bringen. Neben dem möglichen höheren Verkaufspreis können solche Maßnahmen auch die laufenden Energiekosten der Bewohner reduzieren.
Kosmetische Veränderungen bringen weniger
Nicht jede Renovierung hat denselben Einfluss auf den Immobilienwert. Reine Schönheitsreparaturen können zwar das Erscheinungsbild einer Wohnung verbessern, führen aber laut den Experten in der Regel zu einer geringeren Wertsteigerung. Für Maßnahmen wie einen neuen Anstrich oder kleinere optische Veränderungen werden etwa fünf bis zehn Prozent genannt.
Deutlich wichtiger können dagegen veraltete Installationen, eine schlechte Energieeffizienz oder eine ungünstige Raumaufteilung sein. Wer vor dem Verkauf renoviert, sollte deshalb zunächst prüfen, welche Schwachstellen der Immobilie tatsächlich behoben werden müssen.
Lage entscheidet mit
Wie stark eine Renovierung den Wert einer Wohnung erhöht, hängt auch von ihrer Lage ab. Eine hochwertige Sanierung führt nicht automatisch überall zu derselben Preissteigerung.
In stark nachgefragten Märkten wie Madrid und Barcelona können renovierte Wohnungen laut den Experten sogar mehr als 30 Prozent an Wert gewinnen. In anderen Regionen kann der Effekt deutlich geringer ausfallen. Deshalb sollte eine Renovierung immer an das Preisniveau und die Nachfrage des jeweiligen lokalen Immobilienmarktes angepasst werden.
Renovierungen gut dokumentieren
Wer eine Wohnung renoviert und anschließend verkaufen möchte, sollte die Arbeiten sorgfältig dokumentieren. Dazu gehören unter anderem Rechnungen, Genehmigungen, Zertifikate und Informationen über verwendete Materialien. Auch Fotos vom Zustand vor und nach der Renovierung können hilfreich sein. Auf diese Weise lässt sich später nachvollziehen, welche Verbesserungen tatsächlich vorgenommen wurden.
Besonders wichtig sind Nachweise bei technischen Veränderungen, beispielsweise an der Elektrik oder den sanitären Anlagen. Nicht genehmigte Umbauten können dagegen beim späteren Verkauf zu Problemen führen.
Nicht jede Investition zahlt sich aus
Eine teure Renovierung bedeutet nicht automatisch einen entsprechend höheren Verkaufspreis. Entscheidend ist das Verhältnis zwischen den Investitionskosten und dem zusätzlichen Immobilienwert.
Wer beispielsweise 40.000 Euro in eine Wohnung investiert und dadurch einen Mehrwert von 60.000 Euro erzielt, hätte einen zusätzlichen Wert von 20.000 Euro geschaffen. Bezogen auf die Investition entspricht das einem ROI von 50 Prozent.
Eine solche Rechnung zeigt, warum vor größeren Renovierungen genau geprüft werden sollte, welche Arbeiten tatsächlich wirtschaftlich sinnvoll sind.
Professionelle Bewertung kann helfen
Für eine genaue Einschätzung des Immobilienwertes kann eine offizielle Immobilienbewertung sinnvoll sein. Dabei werden neben dem Zustand der Wohnung auch die Lage, vergleichbare Immobilien und die aktuelle Marktsituation berücksichtigt.
Eine solche Bewertung kann insbesondere dann hilfreich sein, wenn Eigentümer größere Summen in eine Renovierung investieren und anschließend nachvollziehen möchten, wie sich der Wert der Immobilie verändert hat.
