Der ehemalige spanische Nationaltorwart Sergio Rico und seine Familie sind in ihrem Haus nahe Sevilla Opfer eines gewaltsamen Raubüberfalls geworden. Fünf maskierte und bewaffnete Männer drangen am Montagabend gegen 22 Uhr in das Wohnhaus ein, während der Fußballer mit seiner Frau Alba Silva, den beiden gemeinsamen Kindern und weiteren Angehörigen zu Hause war. Die Täter nahmen Wertgegenstände mit. Die Familie hat Anzeige erstattet.
Redaktion Spanien Press
von Marlon Gallego Bosbach
Der Überfall ereignete sich in der Wohnanlage La Juliana in Bollullos de la Mitación, westlich von Sevilla. Die Männer sollen mit Handschuhen, verdeckten Gesichtern und Pistolen in das Haus eingedrungen sein.
Täter dringen in das Haus ein
Zum Zeitpunkt des Überfalls saß die Familie beim Abendessen. Die Alarmanlage war offenbar nicht eingeschaltet, da sich die Bewohner im Haus aufhielten. Die Täter gelangten nach bisherigen Informationen durch die Haupteingangstür in das Gebäude.
Als die Familie die Eindringlinge bemerkte, versuchten Sergio Rico und seine Angehörigen, sich in einem Zimmer in Sicherheit zu bringen. Die Angreifer sollen jedoch die Tür aufgebrochen und die Familie dort gestellt haben. Dabei kam es zu Gewalt und Einschüchterungen.
Die Täter durchsuchten das Haus und nahmen unter anderem Uhren, Schmuck und weitere Wertgegenstände mit. Auch Bargeld wird als mögliche Beute genannt. Wie lange sich die Männer in dem Gebäude aufhielten, ist bislang nicht genau bekannt.
Familie nach dem Überfall erschüttert
Neben Sergio Rico und seiner Frau Alba Silva befanden sich die beiden kleinen Kinder des Paares sowie weitere Angehörige und eine Haushaltshilfe im Haus. Die Anwesenheit der Kinder machte den Überfall für die Familie besonders belastend.
Alba Silva soll nach dem Überfall stark aufgewühlt gewesen sein. Sie erklärte, derzeit nichts weiteres zu den Vorkommnissen sagen zu können. Die Familie wolle sich angesichts der laufenden Ermittlungen zunächst nicht weiter zu dem Vorfall äußern.
Sergio Rico bestätigte den Überfall, wies jedoch Berichte zurück, wonach er brutal zusammengeschlagen worden sei. Einzelheiten zu möglichen Verletzungen der Betroffenen sind bislang nicht abschließend geklärt.
Verdacht auf geplanten Überfall
Nach Angaben aus dem Umfeld des Paares besteht der Verdacht, dass es sich um einen geplanten Überfall handeln könnte. Die Täter seien offenbar gezielt und koordiniert vorgegangen. Eine offizielle Bestätigung für diese Vermutung liegt bislang jedoch nicht vor.
Auch zur Identität der Männer gibt es noch keine gesicherten Angaben. Anscheinend aber sollen sie eine andere Sprache als Spanisch gesprochen haben. Daraus lässt sich jedoch keine verlässliche Aussage über ihre Nationalität ableiten.
Die Familie hat bei der Guardia Civil Anzeige erstattet. Die Ermittler müssen nun klären, wie die Täter Zugang zum Haus erhielten, welche Gegenstände gestohlen wurden und wer für den Überfall verantwortlich ist. Über Festnahmen oder konkrete Ermittlungsergebnisse wurde bisher nichts bekannt.
Weitere Einbrüche bei Fußballern im Raum Sevilla
Der Fall reiht sich in eine Serie von Einbrüchen ein, die zuletzt Fußballer im Raum Sevilla betroffen haben. Erst in der Vorwoche war das Haus des brasilianischen Spielers Antony von Real Betis ins Visier von Einbrechern geraten, während er mit seiner Mannschaft in der Champions League spielte.
Ob zwischen den beiden Fällen ein Zusammenhang besteht, ist aktuell nicht geklärt. Die Ermittlungen zum Überfall auf Sergio Rico und seine Familie dauern an.
Sergio Rico nach schwerem Unfall zurück im Fußball
Sergio Rico wurde 1993 in Sevilla geboren und spielte unter anderem für den FC Sevilla und Paris Saint-Germain. Der Torwart erlitt im Mai 2023 bei einem Unfall während der Wallfahrt von El Rocío in der Provinz Huelva ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Nach einem langen Krankenhausaufenthalt und einer umfangreichen Rehabilitation kehrte er 2024 auf den Fußballplatz zurück.
Der Überfall trifft den Fußballer und seine Familie damit in einer Lebensphase, die bereits von erheblichen persönlichen Belastungen geprägt war.
