Andalusien modernisiert derzeit seinen rechtlichen und fiskalischen Rahmen rund um die Haustierhaltung. Im Jahr 2025 wurden neue Maßnahmen angekündigt, die sowohl Entlastung für Tierhalter bringen als auch strengere Vorschriften zur Verantwortung und Sicherheit einführen sollen
Redaktion Spanien Press
Steuerliche Entlastung für Haustierbesitzer
Der Präsident der Regionalregierung, Juan Manuel Moreno, hat eine neue Steuervergünstigung angekündigt: Bis zu 30 % der Tierarztkosten können künftig von der Einkommensteuer abgesetzt werden.
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Der Höchstbetrag liegt bei 100 Euro pro Jahr für gekaufte Haustiere.
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Für adoptierte Tiere aus Tierheimen gilt die Ermäßigung bis zu drei Jahre.
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Für Tiere mit besonderer Funktion, etwa Blindenführhunde, kann die Steuervergünstigung lebenslang gelten.
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Schätzungen zufolge könnten rund 182.000 Andalusier profitieren, mit einem Gesamtkostenaufwand von etwa 12 Millionen Euro für die Region.
Diese Maßnahme soll die finanzielle Belastung von Tierhaltern abmildern und zugleich ein positives Signal für den Tierschutz setzen.
Registrierung und Identifizierung
Die andalusische Regierung setzt auf digitale Systeme, um Haustiere offiziell zu erfassen:
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Das DAIRA-Dokument (Documento Autonómico de Identificación y Registro Animal) und das RAIA-Register(Registro Andaluz de Identificación Animal) sind zentrale Instrumente.
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Beim Einsetzen eines Mikrochips erstellt der Tierarzt ein offizielles Zertifikat, das anschließend im Register hinterlegt wird.
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Jede Registrierung ist mit einer digitalen Karte und QR-Code verbunden, die die Identität des Tieres bestätigt.
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Für sogenannte potenziell gefährliche Hunde gelten besondere Vorschriften: Halter benötigen eine Lizenz, eine Haftpflichtversicherung, eine medizinische und psychologische Eignungsprüfung sowie Maulkorb- und Leinenpflicht in der Öffentlichkeit.
Andalusien bewegt sich auf einen modernen, europäisch ausgerichteten Umgang mit Haustieren zu: mit steuerlichen Anreizen, digitalen Registern und strengeren Regeln für Sicherheit und Verantwortung.
Ob diese Maßnahmen tatsächlich den gewünschten Effekt haben, hängt jedoch von der praktischen Umsetzung ab: von den Kommunen, den Tierärzten und nicht zuletzt vom Verantwortungsbewusstsein der Bürger. Klar ist, dass Tiere in Andalusien nicht mehr nur Begleiter, sondern fester Bestandteil des sozialen Lebens geworden sind.
