Louis Vuitton, Piaget, Gucci: Was Reisende in Madrid zurücklassen – und wie Sie es günstig bekommen

KI-generiertes Symbolbild

Eine Luxusuhr aus Roségold, ein Koffer von Louis Vuitton, ein Stück Fenster vom Schwesterschiff der Titanic. Irgendjemand hat all das in Madrid vergessen – vermutlich in der Eile am Flughafen – und nie wieder abgeholt. Jetzt kommt es unter den Hammer. Und mitbieten kann jeder, bequem vom Sofa aus.

Redaktion Spanien Press

Die Stadt Madrid versteigert derzeit mehr als 5.600 Gegenstände aus ihrem Fundbüro (Oficina de Objetos Perdidos): Schmuck, Uhren, Handys, Kameras, Designertaschen, Spielkonsolen, Sammlerstücke. Die Auktion läuft nur noch wenige Tage. Wer ein Schnäppchen machen will, muss sich beeilen.

Was versteigert wird – und woher es stammt

Versteigert werden Gegenstände, die seit mehr als zwei Jahren im städtischen Fundbüro lagen, ohne dass Besitzer oder Finder sie abgeholt haben. Nach Ablauf dieser Frist gehen sie in den Besitz der Stadt über. Was die Verwaltung nicht selbst nutzen kann und in gutem Zustand ist, kommt in die öffentliche Auktion.

Der Nachschub reißt nicht ab: 2025 gingen mehr als 78.000 Fundstücke im Madrider Fundbüro ein. Der Großteil stammt traditionell vom Flughafen Adolfo Suárez Madrid-Barajas. Dazu kommen Fundsachen aus Bussen, Metro und Vorortzügen sowie von Bürgern, die etwas auf der Straße gefunden haben.

Diesmal ist die Auswahl besonders bunt: neben Ringen und Ketten aus Gold, Silber und Perlen auch Designertaschen, Spielkonsolen, Drohnen, Tablets und Smartphones – viele davon unbenutzt und noch originalverpackt. Außerdem Analogkameras, Füllfederhalter von Montblanc, Schallplatten, Musikinstrumente, Briefmarken, alte Golfschläger und Kunstobjekte. Der Erlös fließt in den städtischen Haushalt.

Die Prunkstücke

Die Piaget Altiplano. Der Star der Auktion ist eine Herrenuhr aus Roségold der Schweizer Edelmarke Piaget, geschätzt auf mehr als 5.100 Euro. Wer sie vor über zwei Jahren verloren hat, ist bis heute ein Rätsel. Daneben werden mehrere MoonSwatch-Modelle aus der begehrten Kooperation von Omega und Swatch angeboten.

Luxus zum Mitnehmen. Ein Koffer von Louis Vuitton wird auf 1.300 Euro geschätzt, dazu kommen Handtaschen von Celine und Gucci. Ein Set Bulgari-Ringe liegt bei rund 1.100 Euro. Schmuck von Hermès, Dior, Swarovski, Pandora oder Tous ist ebenfalls dabei – und eine kuriose goldene Krone mit grünen und weißen Steinen.

Ein Stück Titanic-Geschichte. Zu den ungewöhnlichsten Losen gehört ein Fensterfragment der RMS Olympic, des Schwesterschiffs der Titanic, mit Echtheitszertifikat und handgeschriebenem Brief. Wie es in einem Madrider Fundbüro landete, verrät die Stadt nicht.

Für Sammler und Nostalgiker. Ein Originalplakat von Star Wars aus dem Jahr 1977 wird auf 1.200 Euro geschätzt. Fotofans finden eine Nikkormat FT mit 50-mm-Objektiv, eine Super-8-Kamera von Canon und eine seltene Yashica Dental-Eye II. Gamer können auf Sondereditionen der Nintendo Switch bieten, etwa im Zelda-Design, oder auf eine PSP mit 13 Spielen. Und für Schreibfans gibt es eine Hermès-Baby-Schreibmaschine.

So bieten Sie mit – Frist: Dienstag, 13. Oktober, 20 Uhr

Die Auktion läuft ausschließlich online auf der Plattform viasubasta.com des Auktionshauses Hermes Capital Europa, das die Stücke im Auftrag der Stadt geschätzt, gereinigt und fotografiert hat. Schluss ist am Dienstag, 13. Oktober, um 20 Uhr.

  1. Konto anlegen. Die Registrierung ist kostenlos und dauert laut Anbieter weniger als eine Minute: E-Mail-Adresse, Passwort, Bestätigungslink. Achten Sie darauf, dass Ihre Daten stimmen – sie werden für die Zuschlagsurkunde verwendet.
  2. Los auswählen. Unter „Subastas Ayto. Madrid“ finden Sie alle Stücke mit Fotos und Beschreibung, sortierbar nach Kategorien wie Uhren, Gold, Handys oder Fotografie.
  3. Kaution hinterlegen. Wer auf ein Los bieten will, muss den Nachweis über eine Sicherheitsleistung hochladen. Wer nicht gewinnt, bekommt sie laut Plattform innerhalb von 48 Arbeitsstunden vollständig zurück.
  4. Bieten. Danach können Sie in Echtzeit so oft bieten, wie Sie möchten.
  5. Bezahlen und abholen. Nach dem Zuschlag werden Kaufpreis, Gebühren und Steuern fällig. Anschließend vereinbart das Auktionshaus Abholung oder Versand.

Wichtig: Die Besichtigung vor Ort in der Calle de Nieremberg 7 fand vom 5. bis 7. Oktober statt und ist bereits vorbei. Prüfen Sie Fotos und Beschreibungen also genau – und lesen Sie die Auktionsbedingungen jedes Loses, bevor Sie bieten.

Was bisher geboten wurde: Am Donnerstag lagen die Höchstgebote etwa bei 695 Euro für eine Louis-Vuitton-Handtasche, 690 Euro für eine Tasche von Celine und rund 528 Euro für eine Gucci-Tasche. Andere Designerstücke waren noch für 30 bis 80 Euro zu haben. Bis Dienstagabend dürften die Preise allerdings noch kräftig steigen: Bei einer früheren Madrider Fundsachen-Auktion lag der Gesamterlös am Ende rund fünfmal so hoch wie die Summe der Startpreise. Damals ging eine Rolex für 4.750 Euro weg.

Und wenn es Ihre eigene Uhr ist?

Bleibt die Frage, wie man eine Uhr im Wert eines Kleinwagens einfach vergessen kann. Die Antwort liegt meist am Flughafen: An der Sicherheitskontrolle wandern Uhren, Ringe und Gürtel in die graue Plastikschale – und im Gedränge bleibt manches liegen. Viele Reisende merken den Verlust erst im Flugzeug oder zu Hause, oft in einem anderen Land. Und kaum jemand weiß, dass Madrids Fundsachen bei der Stadt landen und dort zwei Jahre lang aufbewahrt werden.

Wer in Madrid etwas verloren hat, sollte sich deshalb direkt an das städtische Fundbüro wenden – je früher, desto besser. Ist die Zweijahresfrist einmal abgelaufen, gibt es kein Zurück mehr: Dann kann es passieren, dass ein Fremder Ihre Uhr ersteigert.

Und wer einfach nur auf ein Schnäppchen hofft: Bis Dienstag, 20 Uhr, ist noch Zeit.

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