Ein 31-jähriger Familienvater hat einen Kopfschuss überlebt, nachdem sein 81-jähriger Vermieter in San José de la Rinconada, einem Vorort von Sevilla, mutmaßlich auf ihn geschossen hatte. Der Auslöser des Angriffs: Der Mieter war mit zwei Monatsmieten im Rückstand.
Die Kugel blieb im Schädel des Mannes stecken und wurde später erfolgreich im Krankenhaus Virgen Macarena in Sevilla entfernt. Der Betroffene sagte, er habe großes Glück gehabt, den Angriff überlebt zu haben.
Streit vor der Tat
Gegenüber der Zeitung Diario de Sevilla schilderte das Opfer, dass es bereits Wochen vor dem Angriff zu einem Streit mit dem Vermieter gekommen sei. „Ich hatte meinen Job verloren und konnte die Miete nicht zahlen. Ich bat ihn um etwas Zeit – und sagte ihm, dass wir zur Not ausziehen würden, weil die Wohnung klein war und die Miete hoch.“
Die Tat ereignete sich in der Calle Virgen de los Dolores, kurz nachdem der Mann ein Telefonat mit seiner Mutter beendet hatte. „Ich hörte einen lauten Knall und dann ein starkes Pfeifen im Ohr“, erinnerte sich das Opfer. Als er zu Boden ging, bemerkte er, dass der Angreifer offenbar einen zweiten Schuss abgeben wollte.
Flucht trotz schwerer Verletzung
Dem 31-Jährigen gelang es im letzten Moment, dem Angreifer die Waffe zu entreißen und aus dem Haus zu fliehen. Trotz seiner schweren Verletzung schaffte er es, in Zickzackbewegung zur nächsten Klinik zu laufen – sie war nur 380 Meter entfernt.
Anwohner berichteten, dass der mutmaßliche Schütze früher als Bestatter gearbeitet habe und bisher als ruhiger Mensch bekannt gewesen sei. Er habe sich „gut mit dem Mieter verstanden“, bis es offenbar zu Spannungen kam.
Ermittlungen laufen
Die Guardia Civil nahm den Verdächtigen kurz nach der Tat fest. Er wurde vorläufig auf freien Fuß gesetzt, während die Ermittlungen wegen versuchten Totschlags mit einer Schusswaffe weiterlaufen.
Die örtliche Gemeinschaft ist nach dem Vorfall tief erschüttert. Viele zeigen sich bestürzt über die Eskalation eines zunächst alltäglichen Mietkonflikts.
