24 de Mai de 2025
Lesezeit 1 Minute

Mit Haustier eine Wohnung in Spanien mieten: Eine unerwartete Herausforderung für Ausländer

Credit Andrew (Unsplash)

Ein Umzug nach Spanien mit Hund oder Katze klingt nach einem Traum: sonniges Klima, entspannter Lebensstil, gutes Essen und vielerorts eine tierfreundliche Atmosphäre. Doch wer eine Mietwohnung sucht, erlebt schnell eine unangenehme Überraschung: Mit Haustier eine Wohnung zu finden, ist in Spanien äußerst schwierig.

Ein widersprüchliches Bild

Obwohl laut dem Branchenverband ANFAAC über 60 % der spanischen Haushalte ein Haustier haben, erlauben nur etwa 4 % der Mietangebote Tiere – so eine Studie von Fotocasa und der Fundación Affinity.

Das bedeutet: Obwohl Spanien sich gerne als tierlieb präsentiert, spiegelt sich das im Mietmarkt kaum wider.

Haustier? Lieber nicht

Wer in Städten wie Madrid, Barcelona, Valencia oder Sevilla eine Wohnung sucht, stößt häufig auf den Hinweis „Haustiere nicht erlaubt“. Und selbst wenn das nicht explizit im Inserat steht, lehnen viele Vermieter Anfragen mit Tieren direkt ab.

Für viele Deutsche, Schweizer oder Österreicher ist das ein Kulturschock – in Mitteleuropa ist das Wohnen mit Haustieren oft selbstverständlicher.

Warum die Ablehnung?

Viele spanische Vermieter haben Angst vor Schäden in der Wohnung, Geruchsbelästigung oder Beschwerden durch Nachbarn. Da das Mietrecht (Ley de Arrendamientos Urbanos, LAU) keine speziellen Regelungen zu Haustieren enthält, dürfen Vermieter Tiere grundsätzlich untersagen.

Die Folgen: Trennung oder Obdachlosigkeit

Die Folgen dieser Regelung sind drastisch: Jedes Jahr werden in Spanien über 25.000 Tiere wegen eines Umzugs ausgesetzt, so die Fundación Affinity. Besonders betroffen sind Menschen mit geringem Einkommen oder ungesicherter Arbeit, aber auch viele Auswanderer.

In Madrid etwa sind nur 5 % der Mietzimmer für Haustierbesitzer zugänglich – das bedeutet für viele: entweder auf das Tier verzichten oder keine Wohnung finden.

Was sagt das Gesetz?

Seit 2023 gelten Tiere in Spanien offiziell als „fühlende Wesen“. Doch das Mietrecht wurde bisher nicht angepasst. Ob Tiere erlaubt sind oder nicht, entscheidet allein der Vermieter – und das muss im Mietvertrag festgehalten werden.

Gibt es Lösungen?

Einige Initiativen schaffen Hoffnung:

  • Sozialprogramme wie „Mejores Amigos“, die obdachlosen Tierhaltern helfen.

  • Spezialisierte Immobilienplattformen, die gezielt tierfreundliche Wohnungen anbieten.

  • Jüngere Vermieter: Laut Studien wären 77 % bereit, Mieter mit Haustieren zu akzeptieren – aber nur 4 % geben das in ihren Inseraten an.

Verhandlungen sind oft möglich: mit Referenzen, höherer Kaution oder einer Tier-Haftpflichtversicherung.

Tipps für Auswanderer mit Haustieren

  1. Nutzung von Portalen mit Haustier-Filterfunktion (z. B. Idealista, Fotocasa).

  2. Ehrlicher und freundlicher Kontakt zum Vermieter oder Makler.

  3. Zusätzliche Sicherheiten anbieten: höhere Kaution, Reinigungsservice, Versicherung.

  4. Nach Wohnraum in weniger gefragten Gegenden suchen.

  5. Frühzeitig mit der Suche beginnen – Geduld ist wichtig.

Fazit

Spanien ist ein wunderbares Land für ein Leben mit Tieren – doch der Weg zur passenden Mietwohnung ist steinig. Wer informiert und beharrlich bleibt, findet mit etwas Glück ein Zuhause, in dem Mensch und Tier willkommen sind.

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