4 de August de 2025
Lesezeit 3 Minuten

Nina – Mein Leben zwischen Cabrio, Chaos und Costa del Stau!

Nina – Mein Leben zwischen Cabrio, Chaos und Costa del Stau

„No hay un verano, sin atasco (Stau) – Der große Stau-Zirkus an der Costa del Colapso“

Es war einmal… ein spanischer Sommer. Die Temperaturen lagen bei 39 Grad im Schatten, die Klimaanlagen liefen auf Anschlag, das Deo resignierte, und das Wort „Verkehrsfluss“ war offiziell in Rente gegangen. Willkommen im Gran Circo del Stau (atasco) – einer herrlich absurden Sommersaison, in der niemand ankommt, aber alle losfahren wollen. Und das am besten gleichzeitig.

Eröffnungsszene: Die Piros und das Cabrio des Papá
„Tío, este verano va a ser épico“, ruft Nico, der jüngste Spross einer Madrider Anwaltsfamilie, während er sich die Ray-Ban zurechtrückt und am Familiencabrio kratzt, als wäre es ein eigener Ferrari. Papá hat tatsächlich sein heiliges Cabriolo freigegeben – ein Alfa Romeo Spider in Rot, Baujahr irgendwann zwischen Flamenco und Finanzkrise – damit Nico und seine drei Bros (auch bekannt als Los Piros de la Castellana) damit „ganz entspannt“ nach Marbella cruisen können.

Spoiler: Niemand cruist. Schon ab Aranjuez stehen sie. Spotify läuft heiß, der eine will Reggaeton, der andere Rosalía, der Dritte streitet per WhatsApp mit seiner Ex. Nach fünf Stunden, drei Tankstellen, einer Dose Red Bull für 7,20 € und null Küstenblick entscheidet sich Nico, über Ronda auszuweichen. Was sie nicht wissen: Google Maps lügt.

Dort angekommen? Ja, irgendwann. Geschafft? Total. Aber hey, das Cabrio hat’s auch überlebt. Fast. Der rechte Außenspiegel ist jetzt ein Souvenir aus San Pedro.

Kapitel Zwei: Familie Fernández auf 9 Stunden von Sevilla nach Nirgendwo
Die Familie Fernández – Vater Paco, Mutter Lourdes, Tochter Ana Sofía und die Zwillinge Diego & Diego – plant seit März „den perfekten Sommerurlaub“. Marbella. Eine Woche. All inclusive. Die Kühltasche ist gefüllt, das Auto vollgetankt, die Playlist startet mit „Bailando“ und endet mit der Nervenkrise.

Drei Stunden nach dem Start sind sie immer noch in Dos Hermanas. Diego hat das gesamte Proviant bereits gegessen, Ana Sofía braucht WLAN, Lourdes fächert sich das Make-up vom Gesicht und Paco murmelt in Endlosschleife: „Hab ich doch gesagt, wir fahren um sechs Uhr los.“ Es war acht.

Sie wagen den Umweg über Ronda – „laut GPS nur 30 Minuten länger“ – und landen auf der gefürchteten neu eröffneten Straße Holbrich bei Marbella (ein Straßennamen, der klingt wie ein Zahnarzt mit Toupet). Sie kommen an. Nach neun Stunden. Paco will nie wieder Urlaub. Lourdes bestellt eine Sangría. Die Zwillinge planschen. Ana Sofía postet ein Selfie: #travelvibes.

Kapitel Drei: Las Reinas del Retraso – Die Königinnen der Verspätung
Drei Freundinnen – Clara, Isa und Mónica – starten ihr „Sommer-Mädels-Abenteuer“ von Valencia nach Málaga. Nachhaltig, elegant, mit Interrail-Romantik und nagelneuen Nagellacken in Rosé-Gold. Was sie nicht wissen: Die Bahn hat andere Pläne.

Der erste Zug hat 37 Minuten Verspätung. Der Anschluss in Albacete fährt pünktlich – aber ohne sie. In Córdoba regnet es plötzlich (warum?!), die Rolltreppe ist kaputt, und Clara verheddert sich mit ihrer Designer-Kimono-Tasche im Drehkreuz. Isa ruft ihre Mutter an, Mónica ruft nach Cava.

Sie kommen irgendwann in Fuengirola an – mit drei Stunden Verspätung und einer ganz neuen Erkenntnis: WLAN gibt es nur in der Werbung. Dafür lernen sie im Zug drei Deutsche kennen, die behaupten, sie seien DJs auf Ibiza, aber eigentlich heißen Ralf, wohnen in Bielefeld und machen gerade „Sabbatical“.

Kapitel Vier: Von San Pedro nach Nirgendwo
Zwischen San Pedro und Marbella spielt sich jeden August dasselbe Schauspiel ab: eine Straße, vier Spuren, acht Meinungen und null Logik. Ein britisches Pärchen streitet lautstark über die Navigation („But darling, you said A-7, not AP-7!“), während ein andalusischer Taxifahrer mit 4 km/h links fährt und dabei dem spanischen Königshaus einen Monolog über den Tourismus in Estepona hält.

Hier ist atasco (Stau) kein Zustand. Es ist eine Lebenseinstellung. Und die Polizei? Hält ein Eis in der Hand.

Kapitel Fünf: Olga und der Traum vom Himmel
„In Monaco haben sie sowas!“, empört sich Olga, 59, mit diamantbesetztem Sarong, perfekt gebräunten Beinen und einem Mops namens Louis Vuitton. Olga wohnt seit 2006 in einer Villa mit Meerblick oberhalb von Sotogrande und fragt sich, warum es immer noch keinen Helikopter-Shuttleservice zur Küste gibt.

„Wie soll man hier leben wie ein Mensch, wenn man drei Stunden braucht, um von der Villa zum Beach Club zu kommen?!“, ruft sie – in drei Sprachen gleichzeitig – und schreibt eine wütende E-Mail an „den Bürgermeister von allem“. Ihr Gärtner nickt verständnisvoll. Louis Vuitton schläft.

Finale Grande: Willkommen im Stau-Zirkus
Egal ob Madrilenen mit Cabrio, Familien mit Kühlbox, Mädels im Zug oder Jetset-Diven auf Wolke Sieben – niemand bleibt verschont.

Denn wie sagt man hier so schön:
„No hay un verano, sin atasco (Stau).“
Kein Sommer ohne Stau. Kein Stau ohne Drama. Und kein Drama ohne ein bisschen spanische Leidenschaft, ein bisschen Klischee und ganz viel Chaos.

PS: Wer es dieses Jahr pünktlich nach Marbella geschafft hat, ohne sich zu verfahren, sich zu streiten oder ein Sandwich mit Mayonnaise auf dem Schoß zu haben, der möge jetzt sprechen – oder für immer schweigen.

Bis nächste Woche Eure Nini….

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