Neues Gesetzespaket soll Immobilienspekulation eindämmen und den Zugang zu Wohnraum erleichtern
Die Sozialistische Partei Spaniens (PSOE) hat am Donnerstag im Abgeordnetenhaus einen Gesetzesentwurf eingebracht, der auf eine stärkere Regulierung des Immobilienmarkts abzielt. Ziel ist es, die steigenden Wohnkosten zu bremsen und insbesondere jungen Menschen den Zugang zu Wohnraum zu erleichtern.
Höhere Besteuerung von Ferienwohnungen und Leerstand
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:
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Erhöhung der Mehrwertsteuer auf touristische Ferienwohnungen auf 21 %
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Steuerliche Mehrbelastung für leerstehende Wohnungen
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Einführung einer neuen staatlichen Steuer für ausländische Käufer, die nicht in der EU ansässig sind
Laut PSOE soll damit spekulativem Immobilienkauf entgegengewirkt und „die soziale Funktion des Wohnens“ geschützt werden.
Steuererleichterungen bei energetischer Sanierung
Zudem sieht der Gesetzesentwurf die Wiedereinführung von Steuervergünstigungen bei energetischen Renovierungsmaßnahmen vor – im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen der EU.
Teil eines größeren Wohnpakets
Der Gesetzesvorschlag ist Teil eines umfassenden Wohnpakets mit zwölf Maßnahmen, das Premierminister Pedro Sánchez bereits im Januar angekündigt hatte. Wohnungsbauministerin Isabel Rodríguez erklärte, dass die Initiative als Parlamentsvorschlag der PSOE und nicht als Regierungsprojekt eingereicht wurde, um das Verfahren zu beschleunigen. Die Debatte im Parlament soll im Juni beginnen.
Junge Menschen besonders betroffen
Daten belegen den dringenden Handlungsbedarf: Drei von vier jungen Mietern verfügen nicht über genügend Ersparnisse, um eine Immobilie zu erwerben. Gleichzeitig steigen die Immobilienpreise deutlich schneller als die Einkommen.
„Der aktuelle Markt verdrängt die Menschen aus ihren Vierteln und macht Wohnen zum Luxusgut“, sagte Ministerin Rodríguez. „Dieses Gesetz soll Wohnraum wieder zu einem Grundrecht machen.“
