Redaktion Spanien Press
Spanien zählt zu den Ländern Europas mit der höchsten Dichte an Radarkontrollen. Doch kein Blitzer ist so aktiv wie der an der M-40 bei Madrid, genauer gesagt am Kilometer 20,2, in der Nähe von Mercamadrid. Laut aktuellen Daten der Automobilistenvereinigung AEA (Automovilistas Europeos Asociados) stellte dieser Radar im Jahr 2024 insgesamt 118.149 Strafzettel aus – das entspricht durchschnittlich einer Sanktion alle viereinhalb Minuten.
Damit bleibt er zum zweiten Mal in Folge der “rekordverdächtigste” Blitzer Spaniens, obwohl die Zahl der ausgestellten Bußgelder gegenüber 2023 leicht zurückgegangen ist.
Warum gerade dieser Blitzer?
Der Standort spielt eine entscheidende Rolle:
Der Blitzer befindet sich auf einem vielbefahrenen Abschnitt der Stadtautobahn M‑40, wo das Tempolimit unerwartet von 100 km/h auf 80 km/h reduziert wird. Viele Autofahrer bremsen zu spät – oder gar nicht – und geraten dadurch in die Radarfalle. Zudem handelt es sich um eine Strecke mit hohem Verkehrsaufkommen, besonders zu Stoßzeiten.
Top 7: Die radarkontrollierten Hotspots Spaniens
Neben dem Blitzer in Madrid gibt es weitere Standorte mit besonders hoher Sanktionsquote. Hier die aktuellen Zahlen aus dem Jahr 2024:
| Standort (Strasse, km) | Region | Bußgelder 2024 |
| M-40, km 20,2 | Madrid | 118.149 |
| A-7, km 968,2 | Málaga | 66.869 |
| A-15, km 127,6 | Navarra | 49.677 |
| A-7, km 978,9 | Málaga | 45.522 |
| A-55, km 9,2 | Pontevedra | 45.276 |
| EI-600, km 9,6 | Ibiza | 44.985 |
| A-7, km 326,4 | Valencia | 43.269 |
Besonders auffällig: Alle Spitzenreiter befinden sich auf Schnellstraßen oder Autobahnen, was für viele Verkehrsteilnehmer überraschend ist – da dort eigentlich eine entspanntere Fahrweise erwartet wird.
Regionale Schwerpunkte: Andalusien und Madrid führen
Nach Regionen betrachtet, führt Andalusien mit insgesamt über 950.000 Sanktionen das Ranking an. Allein in der Provinz Cádiz wurde ein Blitzer auf der A-381 bei Los Barrios (km 74,6) 2022 mit mehr als 79.000 Strafen registriert – das entspricht rund 217 Strafzetteln pro Tag.
Auch Madrid bleibt ein Hotspot, nicht nur wegen des Rekordradars auf der M-40, sondern auch durch eine dichte Konzentration von Kontrollpunkten rund um die Hauptstadt.
Spanienweit mehr Bußgelder als je zuvor
Im Jahr 2024 wurden in ganz Spanien 3,44 Millionen Bußgelder wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen erfasst – ein Anstieg von rund 4 % im Vergleich zum Vorjahr. Besonders bemerkenswert: nur 50 Radarfallen (von über 1.000 landesweit) waren für mehr als 30 % aller Strafen verantwortlich – also über eine Million Sanktionen.
Verkehrssicherheit oder Einnahmequelle?
Während die DGT (spanische Verkehrsbehörde) betont, dass Radarkontrollen zur Unfallvermeidung dienen, mehren sich kritische Stimmen. Viele Autofahrer empfinden bestimmte Standorte – wie den an der M-40 – als “Abzocke mit Ansage”. Besonders dort, wo die Geschwindigkeitsbegrenzung abrupt wechselt, wird der pädagogische Charakter der Maßnahme in Frage gestellt.
