Spanien erlebt 2025 einen ungewöhnlich frühen Start der Grippesaison. Das nationale Referenzinstitut für öffentliche Gesundheitsüberwachung, das Instituto de Salud Carlos III, meldet seit gestern, dass die Rate des grippeähnlichen Syndroms die Epidemieschwelle überschritten hat
Redaktion Spanien Press
Laut den jüngsten Daten der Primärversorgung stieg die Inzidenz von 35,2 auf 40,1 Fälle pro 100.000 Einwohnerinnerhalb nur einer Woche. Damit liegt Spanien nun über dem kritischen Schwellenwert von 37 Fällen pro 100.000, der den Beginn einer Epidemie markiert. Dies ist das erste Mal in dieser Saison, dass dieser Wert national überschritten wird.
Besonders betroffen sind Kleinkinder im Alter von 1 bis 4 Jahren. In dieser Gruppe hat sich die Rate beinahe verdoppelt – von 57,2 auf 110 Fälle pro 100.000 Kinder in nur sieben Tagen. Für Kinderärzte ist dies das alarmierendste Signal des aktuellen Berichts.
Früher als im letzten Winter
Zum Vergleich: 2024 erreichte Spanien diese Epidemiestufe erst Ende Dezember, mit einem Höchststand im Anschluss an mehrere Wochen steigender Fallzahlen. 2025 hingegen begann die Viruszirkulation drei bis vier Wochen früher als in den beiden vorherigen Saisons, ein Muster, das auch in anderen Teilen Europas beobachtet wird.
Virusvarianten und fehlende Vorjahres-Immunität
In Spanien dominiert weiterhin der Subtyp A(H1N1), gefolgt von A(H3N2). Innerhalb der H3N2-Fälle wurde das neue Sub-clado K in 97 % der sequenzierten Proben der analysierten Woche nachgewiesen. Gegen dieses Sub-clado besteht keine bekannte Immunität aus früheren Saisons, was die erhöhte Zirkulation erklären könnte.
Krankenhauslage: stabil aber mit üblichen Komplikationen
Die geschätzte Rate der Grippe-bedingten Krankenhauseinweisungen bleibt vorerst stabil bei 2,5 Fällen pro 100.000 Einwohner, nahezu identisch mit der Vorwoche (2,6).
Seit Saisonbeginn – Ende September 2025 – zeigen hospitalisierte Patienten ein klassisches Schwerebild:
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23,3 % Lungenentzündung
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4 % Aufnahme auf der Intensivstation (ICU)
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5,9 % Sterblichkeit bei hospitalisierten Fällen (nicht Gesamtbevölkerung)
Regionale Präventionsempfehlungen
Mehrere spanische Autonome Gemeinschaften, darunter Aragón, Asturias, Castilla y León und die Comunidad Valenciana, haben bereits präventive Empfehlungen zum Maskengebrauch in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen oder geschlossenen Räumen veröffentlicht. Dabei handelt es sich um regionale Hinweise, keine landesweite Pflichtmaßnahme.
