Die Lebensmittelpreise und die Stromrechnung treiben die Lebenshaltungskosten in die Höhe – ein Inflationsschub mitten im Sommer
Redaktion Spanien Press
Spanien gehört inzwischen zu den Ländern Europas, in denen die Preise für frische Lebensmittel am stärksten steigen. Laut den neuesten Daten von Eurostat ist Spanien das fünftplatzierte Land in der EU, was den Preisanstieg bei nicht verarbeiteten Lebensmitteln betrifft. Zusammen mit den gestiegenen Stromkosten hat dies die Inflationsrate im Juli auf 2,7 % getrieben – ein Plus von vier Zehntelpunkten gegenüber dem Vormonat, wie das Nationale Statistikinstitut (INE) bestätigt.
Für die Haushalte bedeutet das: Der Einkauf im Supermarkt und der Stromverbrauch zu Hause werden spürbar teurer. Besonders betroffen sind einkommensschwache Familien, die einen großen Teil ihres Budgets für Lebensmittel und Energie aufwenden müssen.
Frische Lebensmittel als Haupttreiber des Preisauftriebs
Produkte wie Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch sind in den letzten Monaten deutlich teurer geworden. Ursachen sind unter anderem ungünstige Wetterbedingungen, gestiegene Energiekosten und globale Preisentwicklungen. Spanien liegt damit europaweit auf Platz fünf bei der Teuerung von frischen Lebensmitteln – hinter Ländern wie Ungarn, Polen oder Kroatien. Einige Produktgruppen verzeichnen jährliche Preisanstiege von bis zu 18 %.
Stromkosten steigen durch Nachwirkungen des April-Blackouts
Auch die Strompreise haben die Inflation im Juli weiter angeheizt. Obwohl der Stromausfall im April überwunden scheint, wirken seine Folgen nach: Der höhere Einsatz von Gaskraftwerken zur Stromerzeugung hat die Kosten in die Höhe getrieben – insbesondere bei regulierten Tarifen.
Wende bei der Inflation?
Auch die Kerninflation – also die Preisentwicklung ohne Energie und frische Lebensmittel – ist im Juli gestiegen und liegt nun bei 2,3 %. Das deutet darauf hin, dass der Preisdruck nicht nur vorübergehend ist, sondern breitere Bereiche der Wirtschaft betrifft.
Die Regierung geht weiterhin davon aus, dass sich die Inflation im Herbst abschwächen wird. Doch mit dem Beginn der ersten Augusthälfte – der traditionell beliebtesten Urlaubszeit in Spanien – dürfte der Konsum zunächst weiter auf hohem Niveau bleiben.
Kaufkraft unter Druck
Die Renten wurden zu Jahresbeginn zwar um 2,8 % erhöht, doch angesichts der aktuellen Teuerung reicht das kaum aus. Für viele ältere Menschen bedeutet das einen realen Kaufkraftverlust, da ihre festen Einkommen mit der Preisentwicklung nicht Schritt halten können.
Fazit: Spanien erlebt einen Sommer mit wieder steigenden Preisen – insbesondere bei Lebensmitteln. Die Inflation kehrt zurück, just in dem Moment, in dem Millionen Spanier ihre Ferien antreten und ihre Ersparnisse nutzen, um sich eine Auszeit zu gönnen.
