4. Oktober 2026
Lesezeit 3 Minuten

Unwetter in Katalonien: Zwei Tote und ein Vermisster

Screenshot Malgrat del Mar aktuell

Ein etwa 75-jähriger Mann kam auf einem Campingplatz in Tordera ums Leben, als eine Mauer einstürzte. Ein zweiter Mann wurde tot in einer überfluteten Tiefgarage in Montornès del Vallès gefunden. Die Feuerwehr sucht weiterhin nach einer vermissten Person in Pineda de Mar.

Redaktion Spanien Press 

Die sintflutartigen Regenfälle, die Katalonien seit Samstagnachmittag heimsuchen, haben mindestens zwei Menschenleben gefordert. Eine weitere Person gilt als vermisst. Die Feuerwehr der Generalitat (Bombers) bestätigte am Sonntag beide Todesopfer. Das Unwetter zieht derweil von der Küste und dem Hinterland Barcelonas in Richtung der südlichen Provinz Girona.

Die Opfer

Das erste Todesopfer gab es in Tordera in der Küstenregion Maresme. Auf dem Campingplatz Caravaning Internacional Costa Brava stürzte eine Mauer ein und begrub einen etwa 75-jährigen Mann unter sich. Der Notruf ging um 8:11 Uhr bei der Feuerwehr ein.

Das zweite Opfer wurde in einer vollständig überfluteten Tiefgarage in Montornès del Vallès entdeckt, nachdem die Familie den Mann als vermisst gemeldet hatte. Die Rettungskräfte mussten fast zwei Stunden lang Wasser abpumpen, bevor sie in die Garage gelangten und dort die Leiche fanden.

In einem Bachbett (Riera) in Pineda de Mar suchen Einsatzkräfte weiterhin nach einer vermissten Person.

Kataloniens Regierungschef Salvador Illa und Innenministerin Núria Parlon sprachen den Angehörigen ihr Beileid aus. Sie riefen die Bevölkerung zur Vorsicht auf und baten darum, den Anweisungen der Rettungsdienste zu folgen. Illa warnte, die Lage bleibe schwierig, vor allem in der nördlichen Hälfte Kataloniens.

Ein historisches Unwetter

Nach Angaben des katalanischen Wetterdienstes Meteocat erlebten Barcelona und Umgebung den heftigsten Tagesniederschlag seit mindestens zwanzig Jahren. Seit Samstagnachmittag fielen in der Stadt und den umliegenden Gemeinden zwischen 100 und 200 Liter pro Quadratmeter.

Meteocat rief die höchste Gefahrenstufe aus, 6 von 6. Der Katastrophenschutz (Protecció Civil) aktivierte den Hochwasser-Notfallplan INUNCAT in der Notfallphase. Die katalanische Regierung schränkte in 20 Landkreisen (Comarcas) die Mobilität ein und sagte Veranstaltungen ab, zunächst bis Sonntagmittag.

Tausende Einsätze

Bis Sonntag um 9 Uhr gingen bei der Feuerwehr in ganz Katalonien 1.307 Notrufe ein. Insgesamt zählen die Behörden bereits mehr als 4.000 Zwischenfälle. Zahlreiche Straßen sind betroffen, vor allem in der Provinz Barcelona.

Am stärksten von Überschwemmungen und Straßensperrungen betroffen sind Barcelona, der Maresme, das Vallès und mehrere Gebiete der Provinz Girona. Im Stadtteil Bellvitge in L’Hospitalet de Llobregat waren Anwohner stundenlang damit beschäftigt, Wasser aus Straßen und Erdgeschossen zu schöpfen. Der Fluss Besòs trat über die Ufer und wird weiterhin genau beobachtet.

Verkehr weitgehend lahmgelegt

Auch der Verkehr ist massiv beeinträchtigt. Der Pendlerzugverkehr Rodalies wurde eingestellt, auf mehreren Bahnstrecken ruht der Betrieb, und am Flughafen Barcelona-El Prat gab es Hunderte Verspätungen und Annullierungen.

Alarm verlagert sich nach Girona

Da die Regenfront nach Norden zieht, richtet sich die Aufmerksamkeit nun auf die Provinz Girona und damit auch auf die Costa Brava, wo viele deutschsprachige Residenten leben. Der Katastrophenschutz hält die Verkehrsbeschränkungen und die Warnungen wegen steigender Flüsse und Bäche aufrecht und mahnt, angesichts der Gefahr neuer Überschwemmungen wachsam zu bleiben.

Die Bilanz ist vorläufig und kann sich im Laufe der Such- und Aufräumarbeiten noch ändern.

Was Residenten jetzt beachten sollten

  • Notruf: Im Notfall die 112 wählen. Die Leitstelle ist auch auf Englisch erreichbar.
  • Warnungen verfolgen: Aktuelle Hinweise veröffentlichen Protecció Civil und Meteocat auf ihren Websites und in den sozialen Medien. Behördliche Warnmeldungen, die direkt aufs Handy geschickt werden, sollten ernst genommen werden.
  • Nicht in Tiefgaragen oder Keller gehen: Bei Starkregen können sich diese innerhalb von Minuten mit Wasser füllen.
  • Bachbetten und überflutete Straßen meiden: Ausgetrocknete Rieras verwandeln sich bei Unwettern schnell in reißende Ströme. Niemals versuchen, überflutete Abschnitte mit dem Auto zu durchqueren.
  • Reisen prüfen: Wer in den kommenden Tagen über El Prat fliegt oder mit dem Zug unterwegs ist, sollte vorab den Status bei der Airline oder bei Renfe/Rodalies prüfen.

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