Der Februar beginnt in Spanien mit anhaltender Instabilität. Die neue Tiefdruckzone Leonardo bringt eine Abfolge atlantischer Fronten mit sich, die vielerorts für kräftige Regenfälle, starke Windböen und eine wachsende Hochwassergefahr sorgen. Besonders betroffen sind derzeit Andalusien, Galicien, Kastilien und León sowie Extremadura
Redaktion Spanien Press
Nach Angaben der Agencia Estatal de Meteorología (Aemet) werden im Süden und im Nordwesten der Iberischen Halbinsel die höchsten Niederschlagsmengen erwartet. Das Unwetter hat bereits spürbare Auswirkungen auf Verkehr, Infrastruktur und Energieversorgung.
In Pontevedra musste die Autovía PO-11 vollständig gesperrt werden, nachdem heftiger Regen und starker Seegang die Fahrbahn unpassierbar machten. Der Verkehr zwischen Marín und der Provinzhauptstadt kam zeitweise komplett zum Erliegen. Auch im Luft- und Bahnverkehr kam es zu Verspätungen, Umleitungen und einzelnen Ausfällen.
Besonders angespannt ist die Lage in der Provinz Sevilla. Dort waren zeitweise rund 20.000 Haushalte ohne Strom. Zusätzlich sorgte der Unfall eines Lastwagens auf der Brücke Puente del Centenario bei starken Windböen für erhebliche Verkehrsprobleme. Die Autobahn AP-4 blieb über fünf Stunden lang zwischen Los Palacios y Villafranca und Las Cabezas de San Juan in Richtung Cádiz gesperrt.
Neben den Verkehrsproblemen rückt zunehmend die Situation an den Flüssen in den Fokus. In Teilen von Jaén und Córdoba werden steigende Pegelstände mit Sorge beobachtet. In Kastilien und León steht insbesondere das Einzugsgebiet des Duero unter erhöhter Beobachtung: Innerhalb weniger Stunden hat sich die Zahl der hydrologischen Warnpunkte auf rund 20 verdoppelt, einzelne Abschnitte befinden sich weiterhin in Alarmstufe Rot.
Auch in Extremadura bleibt die Lage kritisch. Mehrere Messstationen im Einzugsgebiet des Tajo haben die höchste Warnschwelle überschritten, weshalb die Behörden die Entwicklung engmaschig überwachen und Vorsorgemaßnahmen aktiviert haben.
Die zuständigen Stellen rufen die Bevölkerung zu besonderer Vorsicht auf. Nicht notwendige Fahrten sollten vermieden werden, insbesondere in der Nähe von Flüssen und überflutungsgefährdeten Gebieten. Meteorologen gehen davon aus, dass das wechselhafte Wetter auch in den kommenden Tagen anhalten dürfte. Der Februar startet nass – und mit wachsender Aufmerksamkeit für Spaniens Flussläufe.
