Spaniens Namensvorlieben verändern sich deutlich: Bei Neugeborenen führen Sofia und Mateo die Rangliste an – während in der Gesamtbevölkerung weiterhin die großen Klassiker dominieren
Redaktion Spanien Press
Wer in Spanien derzeit auf einem Spielplatz „Sofia!“ oder „Mateo!“ ruft, sollte sich nicht wundern, wenn sich gleich mehrere Kinder umdrehen. Die beiden Namen stehen aktuell an der Spitze der beliebtesten Vornamen für Neugeborene in Spanien.
Nach den jüngsten offiziellen Daten des spanischen Statistikamtes Instituto Nacional de Estadística (INE) ist Sofia der am häufigsten vergebene Mädchenname, während bei den Jungen Mateo auf Platz eins liegt.
Damit zeigt sich auch, wie stark sich die Namensvorlieben spanischer Eltern innerhalb weniger Generationen verändert haben.
Sofia liegt vor Lucía und Martina
Bei den Mädchen hat sich Sofia an die Spitze gesetzt. Der Name gehört bereits seit Jahren zu den Favoriten spanischer Eltern und hat einen zusätzlichen Vorteil: Er funktioniert in zahlreichen Sprachen und Ländern nahezu problemlos.
Auf den vorderen Plätzen folgen:
- Sofia
- Lucía
- Martina
- Olivia
- Valeria
Auffällig ist die Mischung aus klassischen spanischen Namen und Vornamen mit internationalem Charakter. Gerade Olivia ist längst nicht nur in Spanien beliebt, sondern auch in Großbritannien, den USA und zahlreichen anderen europäischen Ländern.
Mateo ist Spaniens Nummer eins bei den Jungen
Auch bei den Jungen gibt es einen klaren Spitzenreiter. Mateo ist aktuell der meistgewählte Name für neugeborene Jungen in Spanien.
Dahinter folgen:
- Mateo
- Hugo
- Martín
- Leo
- Luca
Auch hier fällt ein Trend auf: Kurze, leicht auszusprechende Namen stehen hoch im Kurs. Namen wie Leo oder Lucafunktionieren unabhängig davon, ob eine Familie in Madrid, Málaga, Berlin, London oder Rom lebt.
In einem Land wie Spanien, in dem internationale Familien und grenzüberschreitende Lebensläufe längst zum Alltag gehören, dürfte auch dieser Aspekt bei der Namenswahl eine Rolle spielen.
Bei allen Spaniern sieht die Rangliste völlig anders aus
Besonders interessant wird die Statistik, wenn man nicht nur die Neugeborenen betrachtet, sondern die gesamte spanische Bevölkerung.
Hier dominieren weiterhin die großen Klassiker früherer Generationen.
Der häufigste Frauenname in Spanien ist nach wie vor María Carmen, während bei den Männern Antonio an der Spitze steht.
Der Unterschied zwischen den beliebtesten Babynamen und den häufigsten Namen der Gesamtbevölkerung erzählt damit auch ein Stück spanischer Gesellschaftsgeschichte.
Während Namen wie María Carmen, Carmen, José, Manuel oder Antonio über Jahrzehnte hinweg ganze Generationen geprägt haben, entscheiden sich heutige Eltern zunehmend für kürzere und teilweise internationalere Vornamen.
Von María Carmen zu Sofia
Besonders deutlich wird der Wandel bei den Mädchennamen. Doppelnamen und stark religiös geprägte Namenskombinationen, die in Spanien lange selbstverständlich waren, spielen bei jungen Eltern eine deutlich geringere Rolle als früher.
Namen wie Sofia, Lucía, Martina oder Valeria wirken moderner, bleiben gleichzeitig aber klassisch genug, um nicht wie kurzfristige Modenamen zu erscheinen.
Bei den Jungen zeigt sich ein ähnliches Bild. Mateo, Hugo, Martín, Leo und Luca haben die traditionellen Favoriten früherer Jahrzehnte in den Geburtsstatistiken zunehmend verdrängt.
Namen sind auch ein Spiegel ihrer Zeit
Vornamen erzählen oft mehr über gesellschaftliche Veränderungen, als man zunächst vermuten würde. Internationale Mobilität, soziale Medien, Serien, prominente Persönlichkeiten und der Wunsch nach Namen, die in mehreren Sprachen funktionieren, können die Entscheidung werdender Eltern beeinflussen.
Die traditionellen spanischen Namen verschwinden deshalb allerdings nicht. Aufgrund der Altersstruktur der Bevölkerung dürften María Carmen und Antonio noch lange zu den häufigsten Namen des Landes gehören.
Bei Spaniens jüngster Generation sieht die Welt jedoch bereits ganz anders aus.
Sofia und Mateo sind die neuen Spitzenreiter – und könnten damit zu den Namen werden, die eine ganze Generation in Spanien prägen.
