Winter 2025 hat in Spanien mit ungewöhnlicher Eile begonnen. Was sonst erst im Januar seine volle Wucht entfaltet, drängt die Kliniken schon Anfang Dezember an die Belastungsgrenze: Gänge werden zu Patientenzimmern, und Terminpläne zu radikalem Rotstiftgebiet
Redaktion Spanien Press
Der jüngste Bericht des Instituto de Salud Carlos III zeichnet zwar eine „niedrige Intensität“ der allgemeinen Zirkulation – doch in den Fluren der Notaufnahmen spricht die Wirklichkeit eine andere Sprache. Die Inzidenz der saisonalen Influenza, überwiegend verursacht durch Influenza‑A‑Virus, ist innerhalb einer Woche von 41 auf 75,3 Infektionen pro 100.000 Einwohner gestiegen. Besonders auffällig: Bei Kindern zwischen 1 und 4 Jahren hat sich die Rate von 115 auf 208,3 Infektionen pro 100.000 nahezu verdoppelt.
Krankenhäuser im Kollaps-Modus
Aus dem Madrid meldete das Gesundheitsgewerkschaftsbündnis des Movimiento Asambleario de Trabajadores de la Sanidad dramatische Zustände im Hospital 12 de Octubre: provisorische Betten in den Korridoren, Warteschlangen in den Aufnahmebereichen und blockierte Verlegungen auf die Stationen.
Im Norden, im Hospital Universitario Central de Asturias, wurde am vergangenen Wochenende ein historischer Höchststand von 511 Patientenkontakten in 24 Stunden registriert – ein neuer Rekord für eine Notaufnahme, die ihren Peak noch gar nicht erreicht hat.
Auf den Kanarischen Inseln, im Inselkrankenhaus des Hospital Insular de Gran Canaria, berichtet Pflegepersonal von Tagen ohne freie Bettenzuweisung.
Regionale Gegenmaßnahmen: Brücke aus Pflastern
Einige Regionen reagieren – wenn auch isoliert:
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Das Gesundheitsressort des Departament de Salut de Catalunya empfiehlt das Maskentragen in Risikobereichenwie Onkologie und Transplantation.
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Die Region Comunitat Valenciana stellte ein Paket zur Einstellung von 273 Gesundheitskräften mit einem Budget von 1,5 Millionen Euro vor – ein wichtiger lokaler Puffer gegen den Notaufnahme-Stau.
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Die Regierungschefin der Balearen, Marga Prohens, ruft zur Grippeimpfung auf und empfiehlt das Maskentragen bei Symptomen.
Wie äußert sich die Welle klinisch?
Laut Symptommonitoring treten aktuell vor allem auf:
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Husten (82,1%)
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Fieber (81,9%)
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Allgemeines Krankheitsgefühl (74,5%)
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Verstopfte Nase (71,1%)
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Halsschmerzen (60,5%)
Expertinnen betonen: Jüngere Menschen ohne Atemnot und ohne Risikofaktoren sollten bei unkomplizierten Symptomen zunächst die Akutstellen der Primärversorgung aufsuchen – damit Notaufnahmen kritische Fälle schneller priorisieren können.
