Zwei spanische Soldaten sind nach mutmaßlichen Angriffen in Ceuta zur medizinischen Behandlung nach Madrid in das Militärkrankenhaus Gómez Ulla gebracht worden. Einer der Militärangehörigen erlitt einen Bruch des Wadenbeins sowie eine Verletzung an der Schulter. Die Vorfälle ereigneten sich vor dem Hintergrund einer angespannten Sicherheitslage in der spanischen Exklave in Nordafrika.
Redaktion Spanien Press
von Marlon Gallego Bosbach
Wie spanische Medien berichten, wurden die verletzten Soldaten auf das spanische Festland verlegt. Verteidigungsministerin Margarita Robles besuchte die Militärangehörigen im Krankenhaus in Madrid.
Angriffe auf Soldaten in Ceuta
Die jüngsten Vorfälle stehen im Zusammenhang mit mehreren gemeldeten Angriffen auf Sicherheitskräfte in Ceuta. Nach Angaben der Militärvereinigung ATME waren bereits Anfang September zwei Soldaten bei unterschiedlichen Einsätzen verletzt worden.
Ein Angehöriger der Einheit Regulares erlitt demnach eine Verletzung am Ellenbogen, nachdem es während eines Einsatzes zu einer Auseinandersetzung gekommen war. Ein weiterer Soldat der spanischen Legion wurde im Stadtviertel El Príncipe mit Pfefferspray angegriffen und benötigte ebenfalls medizinische Hilfe.
Die genaue Zuordnung dieser Vorfälle zu den beiden nach Madrid ausgeflogenen Soldaten ist anhand der verfügbaren Angaben nicht abschließend geklärt.
Auch Guardia Civil von Angriffen betroffen
Nicht nur Militärangehörige, sondern auch Beamte der Guardia Civil waren in Ceuta zuletzt von gewaltsamen Zwischenfällen betroffen. Nach Angaben der Asociación Unificada de la Guardia Civil (AUGC) wurden innerhalb von weniger als 24 Stunden zwei Guardia-Civil-Beamte und ein Soldat bei zwei unterschiedlichen Vorfällen verletzt.
Der erste Vorfall ereignete sich letzte Woche am Freitagmittag auf der Explanada Muelle de Poniente. Eine Streife der Guardia Civil unterstützte dort eine Militärpatrouille bei der Identifizierung von fünf Männern marokkanischer Staatsangehörigkeit, die nach eigenen Angaben nach Marokko zurückkehren wollten. Während des Einsatzes soll einer der Männer einen Beamten angegriffen haben.
In der darauffolgenden Nacht wurde ein Soldat bei einem weiteren Zwischenfall verletzt. Laut dem Bericht erlitt er einen Wadenbeinbruch und eine Schulterverletzung.
Militärverbände fordern bessere Absicherung
Die gemeldeten Angriffe haben erneut Forderungen nach einer besseren Absicherung der Einsatzkräfte ausgelöst. Die Militärvereinigung ATME und die Guardia-Civil-Gewerkschaft AUGC haben auf die Risiken hingewiesen, denen Soldaten und Sicherheitsbeamte bei ihren Einsätzen in Ceuta ausgesetzt sind.
Die AUGC fordert unter anderem eine dauerhafte Verstärkung der Einsatzkräfte, eine angemessene Ausrüstung und besseren rechtlichen Schutz. Außerdem verlangt die Organisation, die beruflichen Risiken der Beamten stärker anzuerkennen.
Angespannte Lage in der spanischen Exklave
Ceuta liegt an der nordafrikanischen Mittelmeerküste und grenzt an Marokko. Die Stadt ist immer wieder von Spannungen im Zusammenhang mit Migration und Grenzübertritten betroffen.
Ende Juli kam es zu einem größeren Ansturm auf die Grenze. Die Ereignisse lösten eine politische Debatte über die Vorbereitung und Reaktion der spanischen Behörden aus. Auch die Zusammenarbeit mit Marokko und die Rolle der Sicherheitskräfte wurden dabei diskutiert.
Die jüngsten Angriffe auf Militärangehörige und Guardia-Civil-Beamte sind Teil einer Reihe von gemeldeten Sicherheitsvorfällen in der Stadt. Die einzelnen Fälle unterscheiden sich jedoch hinsichtlich ihres Ablaufs und der beteiligten Personen.
