Spanien erlebt das schlimmste Jahr von Waldbränden seit Beginn der Aufzeichnungen. Nach Angaben des Umweltministeriums wurden bis zum 24. August fast 400.000 Hektar Land von den Flammen zerstört – mehr als je zuvor und deutlich über den bereits verheerenden Zahlen von 2022
Redaktion Spanien Press
Besonders dramatisch war der August, als große Brände in Galicien und Kastilien-León wüteten. Wegen der Dimension einiger Feuer musste auf Schätzungen des europäischen EFFIS-Systems (Copernicus) zurückgegriffen werden, da die autonomen Regionen noch keine endgültigen Daten vorgelegt hatten.
Insgesamt wurden in diesem Jahr bereits über 6.100 Brände registriert, darunter 53 Großbrände (über 500 Hektar). Zum Vergleich: Der Durchschnitt der letzten zehn Jahre lag bei nur 17.
Verheerung der Ökosysteme
Die Brände haben alle Arten von Vegetation schwer getroffen:
-
Über 21.500 Hektar Waldfläche sind verloren.
-
Mehr als 48.000 Hektar Buschland und offenes Gelände sind verbrannt.
-
Auf Weiden und Dehesas wurden fast 30.000 Hektar zerstört.
Damit sind 0,357 % der nationalen Waldfläche betroffen – der höchste Wert der letzten Dekade, nur übertroffen vom Negativrekord 2022.
Proteste der Feuerwehrkräfte
Das Ausmaß der Katastrophe hat erneut die Mängel im Brandschutz offengelegt. In Kastilien-León haben Waldbrandbekämpfer neue Proteste angekündigt. Sie prangern prekäre Arbeitsverhältnisse, unzureichende Ausbildung und mangelnde Koordination zwischen den Verwaltungen an.
Vizepremierministerin Yolanda Díaz betonte, dass der Schlüssel in der Prävention liege: stabile und gut ausgestattete Teams sowie eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Behörden.
Galicien atmet auf: Der Regen kommt
Nach zwei Wochen voller Angst kann Galicien endlich aufatmen. In der Provinz Lugo, die besonders schwer betroffen war, wurde die Alarmstufe in A Pobra do Brollón aufgehoben und das Feuer in A Fonsagrada stabilisiert.
Und schließlich kam der erlösende Regen, der half, die Flammen zu zähmen und einer erschöpften Region einen Funken Hoffnung zurückzugeben.
