von Elsa Ibanez
Spanien führt viele internationale Rankings an – bei Tourismus, Lebensqualität, Fußball oder Olivenöl. Doch nun gibt es einen weiteren, etwas überraschenden Titel: Spanien ist offiziell das Land mit den meisten Glatzköpfen der Welt. Laut einer Analyse der Plattform Medihair leiden 44,5 % der spanischen Männer an Haarausfall – ein Weltrekord, der sogar Italien (44,37 %) und Frankreich (44,25 %) hinter sich lässt.
Ein Titel, auf den man vielleicht nicht unbedingt stolz sein möchte. Oder doch?
Gene, Tapas und Stress
Die Ursachen? Ein Mix aus genetischer Veranlagung, mediterraner Ernährung (die vielleicht doch nicht alle nötigen Vitamine liefert), und einem Lebensstil, der zwischen Siesta und Smartphone-Nervosität schwankt. Auch wenn die Sonne scheint und das Leben in vollen Zügen genossen wird, zieht sich das Haar bei vielen Spaniern still und leise zurück.
Vor allem Männer mit mitteleuropäischen Wurzeln gelten genetisch als besonders anfällig für androgenetische Alopezie – den klassischen „Mönchskranz“.
Vom Problem zum Markt
Doch wie so oft gilt: Wo ein Mangel ist, wächst ein Markt. In Spanien boomen Haartransplantationen, Bartimplantate und kosmetische Behandlungen wie nie zuvor. Wer es sich leisten kann, fliegt nach Istanbul. Wer es sich noch mehr leisten kann, bleibt in Madrid. Die Nachfrage nach dichterem Haar ist groß – egal ob auf dem Kopf oder im Gesicht.
Und wenn schon keine Lockenpracht mehr möglich ist, dann eben Vollbart à la „300“-Gerard-Butler. Die neue Männlichkeit hat viele Gesichter – und manchmal auch gar kein Haar.
Glatze mit Stil
Interessant ist jedoch auch: Immer mehr Männer tragen ihre Glatze mit Stolz. Der kahle Kopf hat sich vom Makel zum Markenzeichen gewandelt. Pep Guardiola, Bruce Willis oder Vin Diesel – sie alle zeigen, dass Glatze nicht Verzicht, sondern Statement sein kann.
Vielleicht ist die spanische Glatze am Ende gar kein Drama, sondern Ausdruck einer mediterranen Gelassenheit: Warum sich über verlorenes Haar ärgern, wenn man Sonne, Wein und Charakter hat?
