Unwetter in Spanien: Katalonien unter roter Warnstufe – bis zu 180 Liter Regen erwartet

Starkregen und kräftiger Wind: Das Wetter sorgt in mehreren Regionen Spaniens für schwierige Bedingungen (Credit: Atilla Bingol/Unsplash)

Spanien steht an diesem Dienstag vor einem markanten Wetterumschwung. Besonders Katalonien ist von teils extremen Regenfällen und Gewittern betroffen. Der spanische Wetterdienst AEMET hat für Teile der Provinz Tarragona die höchste Warnstufe Rot aktiviert. Innerhalb weniger Stunden können dort bis zu 180 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Auch die Comunidad Valenciana und Galicien sind von starken Niederschlägen und Gewittern betroffen.

Redaktion Spanien Press

von Marlon Gallego Bosbach

Die Wetterlage sorgt bereits für erste Einschränkungen. In Katalonien mussten am Dienstag mehrere Zugverbindungen vorübergehend ausgesetzt werden. Zudem kam es in Barcelona zu Überschwemmungen im Straßenverkehr.

Rote Warnstufe in Tarragona

Besonders angespannt ist die Situation am katalanischen Mittelmeer. Für den Norden der Provinz Tarragona gilt am Dienstag zwischen 6.00 und 14.59 Uhr die rote Warnstufe. AEMET erwartet dort Niederschlagsmengen von bis zu 180 Litern pro Quadratmeter innerhalb von zwölf Stunden.

Besonders problematisch ist jedoch die mögliche Intensität der Niederschläge: Die prognostizierte Menge kann laut Wetterdienst teilweise bereits innerhalb von drei bis sechs Stunden erreicht werden. Dadurch steigt die Gefahr von plötzlich anschwellenden Bächen und Flüssen sowie von Sturzfluten erheblich.

AEMET spricht bei der roten Warnstufe von einer außergewöhnlichen Gefahr und warnt ausdrücklich vor möglichen Überschwemmungen und schnellen Anstiegen der Wasserstände.

Auch Barcelona, Girona und Lleida betroffen

Die Wettergefahr beschränkt sich nicht auf Tarragona. In weiteren Teilen Kataloniens gilt die Warnstufe Orange. Für Barcelona, Girona und Lleida werden teilweise Niederschlagsmengen von bis zu 60 Litern pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde erwartet. Innerhalb von drei bis sechs Stunden können lokal mehr als 150 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen.

Begleitet werden die Niederschläge von kräftigen Gewittern, Hagel und starken Windböen. AEMET rechnet teilweise mit Böen von 70 bis 90 Kilometern pro Stunde. An der katalanischen Küste können zudem sogenannte Wasserhosen auftreten; auch einzelne kleinere Tornados werden nicht ausgeschlossen.

Erste Auswirkungen in Katalonien

Die Wetterlage hat bereits konkrete Folgen. Renfe setzte am Dienstagvormittag mehrere Verbindungen des Hochgeschwindigkeitsverkehrs sowie des Regional- und Mittelstreckenverkehrs zeitweise aus. In Barcelona wurde außerdem die Ronda de Dalt wegen einer Überschwemmung teilweise gesperrt.

Der katalanische Zivilschutz verschickte darüber hinaus erneut eine Warnung über das ES-Alert-System. Die Bevölkerung in mehreren betroffenen Gebieten wurde vor der Überschwemmungsgefahr gewarnt. Auch die katalanische Wasserbehörde beobachtet mehrere Flüsse und Bäche. Grund dafür ist die Gefahr eines schnellen Anstiegs der Wasserstände infolge der intensiven Niederschläge.

Neue Warnung für mehrere Comarcas

Am Dienstagvormittag richtete sich eine weitere Warnung des Zivilschutzes insbesondere an die Gebiete Alt Penedès, Anoia und Baix Llobregat. Die Behörden mahnten dort angesichts der Überschwemmungsgefahr zu besonderer Vorsicht.

In gefährdeten Bereichen sollen Menschen unnötige Wege vermeiden und sich nicht in die Nähe von Flüssen, Bächen oder tiefer gelegenen Bereichen begeben.

Auch Valencia unter Wetterwarnung

Nicht nur Katalonien ist betroffen. In der Comunidad Valenciana gilt ebenfalls eine orange Warnstufe. Im nördlichen Binnenland der Provinz Valencia können innerhalb einer Stunde bis zu 40 Liter pro Quadratmeter fallen. Innerhalb von zwölf Stunden sind örtlich bis zu 80 Liter möglich, wobei ein großer Teil dieser Menge innerhalb von nur drei bis vier Stunden niedergehen kann.

Auch in Castellón werden starke Schauer und Gewitter erwartet. Dort können innerhalb einer Stunde zwischen 30 und 40 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen.

Die valencianischen Behörden haben wegen der starken Regenfälle bereits eine hydrologische Vorwarnung für das Einzugsgebiet des Río Magro aktiviert und die Gemeinden entlang des Flusses zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgefordert.

24 wetterbedingte Einsätze in der Comunidad Valenciana

Auch in Valencia und Castellón sind die Auswirkungen bereits sichtbar. Die valencianische Notfallkoordination registrierte seit Montagabend zahlreiche wetterbedingte Einsätze. Gemeldet wurden unter anderem Wasser- und Schlammmassen auf Straßen, blockierte Verkehrswege sowie Wasser in Häusern und Garagen.

Damit bleibt die Gefahr nicht auf die unmittelbare Küste beschränkt. Auch das Binnenland muss mit plötzlich auftretenden Überschwemmungen rechnen.

Galicien erwartet kräftige Regenfälle und Sturm

Im Nordwesten Spaniens entwickelt sich die Wetterlage ebenfalls zunehmend dynamisch. In Teilen der Provinz A Coruña gilt eine orange Warnung. Dort können innerhalb von zwölf Stunden bis zu 80 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Zusätzlich wird an der Küste mit einem kräftigen maritimen Sturm gerechnet.

Rund um Finisterre werden Südwinde mit Geschwindigkeiten von etwa 62 bis 74 Kilometern pro Stunde erwartet, was Windstärke acht entspricht.

Atlantische Front erreicht weitere Teile Spaniens

Die Wetterlage wird im Laufe des Dienstags nicht ausschließlich auf den Osten und Nordosten Spaniens beschränkt bleiben. Von Westen nähert sich eine atlantische Front, die im weiteren Tagesverlauf zunehmend für dichte Bewölkung und Niederschläge sorgt. Besonders Galicien und die westlichen Gebirgsregionen im Norden können von länger anhaltendem und teilweise kräftigem Regen betroffen sein.

Gleichzeitig bleibt die Atmosphäre im Nordosten Spaniens aufgrund kalter Luft in höheren Luftschichten instabil. Dadurch sind dort weiterhin kräftige Gewitter möglich.

Gefahr durch Hagel und lokale Extremereignisse

Neben den Regenmengen stellt vor allem die Intensität einzelner Gewitterzellen ein Problem dar. AEMET rechnet in Katalonien mit teilweise sehr starken bis punktuell torrentialen Niederschlägen. Lokal kann außerdem Hagel mit einem Durchmesser von mehr als zwei Zentimetern auftreten.

An der Küste besteht darüber hinaus die Möglichkeit einzelner Wasserhosen oder kleiner Tornados.

Deutlicher Wetterwechsel zum Monatsende

Das Unwetter fällt mit einem deutlichen Wetterwechsel zum Ende des Septembers zusammen. Während einige Regionen Spaniens weiterhin Temperaturen um oder über 30 Grad erreichen, gehen die Höchsttemperaturen insbesondere in Galicien und im Nordosten zurück. Damit verabschiedet sich der September in vielen Teilen Spaniens mit deutlich wechselhafterem Wetter.

Besonders angespannt ist die Situation derzeit in Tarragona. Dort gilt die rote Warnstufe und damit eine außergewöhnliche Gefahr durch die erwarteten Starkregenfälle. Auch in weiteren Teilen Kataloniens wurde die Warnstufe Orange ausgerufen. Dort besteht vor allem durch intensive Niederschläge und kräftige Gewitter eine erhöhte Gefahr.

Eine orange Warnung gilt zudem für die Comunidad Valenciana, wo heftige Regenfälle und Gewitter erwartet werden. Auch in Castellón muss mit kräftigen Schauern und Gewittern gerechnet werden. In Galicien warnen die Behörden ebenfalls vor starken Niederschlägen. An der Küste kommt zusätzlich eine erhöhte Sturmgefahr hinzu.

Für Asturien und Kantabrien gilt derzeit die gelbe Warnstufe, unter anderem wegen möglicher kräftiger Windböen. Darüber hinaus bestehen in weiteren Regionen Spaniens lokale gelbe oder orange Warnungen aufgrund von Starkregen und Gewittern.

Behörden raten zu besonderer Vorsicht

Angesichts der möglichen Regenmengen raten die spanischen Behörden dazu, die aktuellen Warnungen und Anweisungen des Zivilschutzes aufmerksam zu verfolgen. Besonders gefährlich sind bei solchen Wetterlagen Bach- und Flussläufe, Unterführungen, Tiefgaragen, Senken sowie Straßen in Überschwemmungsgebieten. Schon wenige Minuten intensiver Niederschlag können zu einem schnellen Anstieg des Wasserstandes führen.

Die Situation bleibt insbesondere in Katalonien dynamisch. Entscheidend wird sein, wo sich die stärksten Gewitterzellen im Laufe des Tages bilden und wie schnell die prognostizierten Regenmengen tatsächlich fallen.

1 Comment Eine Antwort hinterlassen

  1. Es fehlt eine deutliche Angabe des Datums für diese Übersicht. Ich finde keinen Bezug von Ereignis und Tag, Monat, Jahr. Bei AEMET ist das deutlich.

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