Während die Strände Südspaniens im Sommer oft gut gefüllt sind, existiert an der Costa de la Luz noch ein Ort, der selbst viele Einheimische überrascht. In der Nähe von Tarifa, nur wenige Kilometer vom bekannten Bolonia Beach entfernt, verstecken sich natürliche Felsenpools, die bei Ebbe entstehen und sich zu einem echten Geheimtipp für ruhesuchende Besucher entwickelt haben.
Redaktion Spanien Press
von Marlon Gallego Bosbach
Zwischen Atlantik, Sanddünen und antiken Ruinen liegt hier ein Naturspot, der Badeerlebnis, Geschichte und Abgeschiedenheit auf ungewöhnliche Weise verbindet.
Naturpools entstehen zwischen Felsen und Gezeiten
Die sogenannten natürlichen Pools bilden sich entlang der felsigen Küstenlinie in der Nähe der römischen Ausgrabungsstätte Baelo Claudia. Wenn sich das Meer bei Ebbe zurückzieht, bleiben in den Felsen Vertiefungen zurück, die sich mit glasklarem Atlantikwasser füllen. So entstehen kleine, natürliche Becken, die wie eine Art „Freiluft-Whirlpool“ wirken – allerdings ohne Technik, Lärm oder Infrastruktur.
Das Besondere daran ist die Ruhe: Während nur wenige Hundert Meter weiter der offene Atlantik mit kräftigen Wellen an den Strand von Bolonia brandet, liegen die Pools geschützt in den Felsen und bieten ein deutlich sanfteres Badeerlebnis.
Ein Bad zwischen römischer Geschichte und Natur
Die Lage macht den Ort zusätzlich einzigartig. Direkt oberhalb der Küste befinden sich die gut erhaltenen Ruinen von Baelo Claudia, einer antiken römischen Stadt aus dem 2. Jahrhundert. Besucher können hier buchstäblich zwischen Geschichte und Natur wechseln: Morgens durch eine römische Ausgrabungsstätte spazieren und anschließend in natürlichen Meerwasserbecken baden.
Diese ungewöhnliche Kombination aus Kultur und Natur ist einer der Gründe, warum der Ort zunehmend als Geheimtipp in Reiseführern auftaucht, ohne dabei seinen ursprünglichen Charakter verloren zu haben.
Natürliches „Spa“ mit Tonerde aus dem Fels
Ein weiterer Aspekt, der die Pools besonders macht, ist die dort vorkommende natürliche Tonerde. Viele Besucher nutzen den feinen, mineralhaltigen Schlamm direkt aus den Felsen und tragen ihn auf Haut und Gesicht auf. Vor Ort wird der Effekt oft mit einer kostenlosen Spa-Behandlung verglichen.
Die Mischung aus Sonne, Meerwasser und Tonerde sorgt für ein Erlebnis, das viele als entspannend und hautpflegend beschreiben – ganz ohne touristische Angebote oder Wellnessanlagen.
Der Weg ist Teil des Erlebnisses
Die Pools sind nicht direkt mit dem Auto erreichbar. Der Zugang erfolgt über eine etwa 50-minütige Wanderung entlang der Küste, ausgehend vom Parkplatz bei Bolonia Beach in Richtung Osten.
Der Weg führt über unbefestigte Pfade, vorbei an Dünenlandschaften und felsigen Abschnitten. Genau diese Abgeschiedenheit trägt dazu bei, dass der Ort selbst in der Hochsaison vergleichsweise ruhig bleibt. Allerdings sollten Besucher gutes Schuhwerk, ausreichend Wasser und Sonnenschutz mitbringen, da es unterwegs kaum Schatten oder Versorgung gibt.
Ein Ort fernab des Massentourismus
Im Vergleich zu vielen anderen Küstenregionen Andalusiens wirkt dieser Abschnitt der Costa de la Luz nahezu unberührt. Es gibt keine Strandbars, keine Liegestuhlreihen und keine touristische Bebauung direkt an den Pools.
Gerade diese Einfachheit macht den Reiz aus: Die Kombination aus Atlantikwellen, Felsenlandschaft und weitem Horizont schafft eine Atmosphäre, die sich deutlich von klassischen Urlaubsorten unterscheidet.
Vorsicht trotz Idylle
So idyllisch die natürlichen Pools auch wirken, sie bleiben ein Teil einer wilden Küstenlandschaft. Es gibt keine Rettungsschwimmer, keine markierten Badezonen und keine touristische Infrastruktur. Besonders die Gezeiten sollten beachtet werden, da sich die Bedingungen im Laufe des Tages verändern können.
Auch die Felsen können bei Nässe rutschig sein, weshalb Vorsicht beim Ein- und Ausstieg ins Wasser geboten ist.
