17 de Oktober de 2025
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Amerikaner fliehen vor Trump: Neue ARTE-Dokumentation zeigt, warum Spanien zum Zufluchtsort wird

Credit Chris Garant (Unsplash)

Eine neue Dokumentation des europäischen Senders ARTE wirft ein aufschlussreiches Licht auf ein stilles, aber stetig wachsendes Phänomen: Immer mehr Amerikaner kehren den Vereinigten Staaten den Rücken – und finden in Spanien eine neue Heimat

Redaktion Spanien Press

Der Film mit dem Titel „Spain: The Americans fleeing Trump“ begleitet drei Frauen aus den USA, die aus unterschiedlichen Gründen nach Spanien ausgewandert sind, doch alle vereint eines: die Entfremdung von ihrer Heimat, die unter Donald Trumps erneuter Präsidentschaft tief gespalten ist.

Zwischen Angst und Aufbruch

Die alleinerziehende Mutter Chris Kelly zog mit ihrer Tochter nach Spanien, nachdem sie in den USA mehrere Schul-Lockdowns erlebt hatte. „Ich wollte einfach, dass meine Tochter ohne Angst zur Schule gehen kann“, sagt sie in der Dokumentation.

Cepee Tabibian, die bereits seit einem Jahrzehnt in Spanien lebt, hat aus der Bewegung inzwischen ein Geschäft gemacht: Sie hilft anderen Amerikanern, den Schritt über den Atlantik zu wagen – von Visa-Formalitäten bis hin zur Integration im Alltag.

Die dritte Protagonistin, Vanessa Velásquez, ist kolumbianisch-amerikanischer Herkunft und entschied sich für Spanien, weil sie dort mehr Sicherheit für ihre Rechte als LGBTQ+-Frau sieht. Über ihre familiären Wurzeln konnte sie zudem leichter die spanische Staatsbürgerschaft beantragen.

Ein wachsender Trend

Die Zahlen, die ARTE präsentiert, sind bezeichnend:

  • Die Online-Suchen nach „Auswandern“ in den USA sind seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus um 1.500 %gestiegen.

  • Die Visa-Anträge amerikanischer Staatsbürger für Spanien haben sich in den letzten neun Jahren um rund 70 %erhöht.

  • Im Jahr 2024 erhielten 15.638 Amerikaner eine spanische Aufenthaltserlaubnis – mehr als in jedem anderen EU-Land.

  • Insgesamt leben inzwischen rund 50.000 US-Bürger dauerhaft in Spanien.

Viele von ihnen geben an, sich nicht aus Abenteuerlust, sondern aus politischer und sozialer Sorge für den Schritt entschieden zu haben. Themen wie Waffengewalt, der Verlust reproduktiver Rechte, steigende Lebenshaltungskosten und ein zunehmend polarisiertes Klima in den USA spielen dabei eine zentrale Rolle.

Spanien als Gegenentwurf

Was Spanien für viele attraktiv macht, ist nicht nur das mediterrane Klima oder die geringeren Lebenshaltungskosten, sondern auch ein Lebensgefühl, das im Kontrast zu Amerikas Daueranspannung steht: Gelassenheit, Gemeinschaft und sozialer Zusammenhalt.

Die Regisseure der ARTE-Dokumentation betonen, dass es sich nicht um eine Massenflucht handelt – doch die Bewegung zeige eine symbolische Verschiebung: Europa, und besonders Spanien, wird für manche Amerikaner zu einem Ort der Zuflucht und der Hoffnung.

In deutscher Fassung verfügbar

Die Reportage ist in der ARTE-Mediathek auch auf Deutsch unter dem Titel
 „Spanien: Die Amerikaner, die vor Trump fliehen“
verfügbar.

Sie ist Teil der europäischen Dokumentarreihe „Re:“, dauert rund 30 Minuten und zeigt eindrucksvoll, wie politische Spannungen, gesellschaftliche Ängste und der Wunsch nach einem ruhigeren Leben viele US-Bürger nach Spanien führen – in ein Land, das für sie mehr als nur Sonne und Tapas bedeutet: ein neues Zuhause.

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