24 de März de 2025
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Besuchen Sie eines der schönsten Bauwerke Sevillas: das Haus des Pontius Pilatus

Spanien Press
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Jetzt ist der perfekte Moment, um mehr über das Haus des Pontius Pilatus („La Casa de Pilatos“) in Sevilla zu erfahren.

Bevor wir jedoch in die Geschichte dieses beeindruckenden Gebäudes eintauchen, lohnt es sich, einen Blick auf ein wesentliches Element andalusischer Architektur zu werfen: die Keramikfliesen, auf Spanisch „Azulejos“ genannt.

Wie wir wissen, stand Andalusien – die südlichste Region Spaniens – zwischen 700 und 1500 n. Chr. unter arabischer Herrschaft. Eines der bleibenden Erbstücke dieser Epoche ist die Kunst der Azulejos. In den heißen Sommermonaten sorgten die Fliesen für angenehm kühle Innenräume. Muslimische Künstler, denen bildliche Darstellungen von Allah oder Mohammed streng verboten waren, entwickelten hochkomplexe geometrische Muster – ein Kunsthandwerk, das auch nach der Rückkehr Andalusiens unter christliche Herrschaft weiter gepflegt und perfektioniert wurde.

In der Casa de Pilatos finden sich einige der schönsten erhaltenen Fliesen Spaniens – und zwar genau an den Wänden, für die sie einst gefertigt wurden. Viele dieser Kunstwerke sind über 600 Jahre alt!

Im Jahr 1519 unternahm der lokale Adlige Fadrique de Rivera, erster Marquis von Tarifa, eine Pilgerreise nach Jerusalem. Dort zeigte man ihm angebliche Ruinen des Palastes von Pontius Pilatus. Tief beeindruckt ließ er sich sogar eine kleine Marmorsäule verkaufen – angeblich jene, an der Jesus ausgepeitscht worden sein soll. Zurück in Sevilla, beschloss Fadrique, eine Nachbildung des Pilatus-Palastes zu errichten. Gleichzeitig wollte er einen Kreuzweg („Via Crucis“) anlegen – einen symbolischen Pfad vom Palast bis zur Kreuzigungsstätte auf dem Kalvarienberg.

Am Karfreitag sollten sich gläubige Sevillaner in seinem Haus versammeln, an der Marmorsäule beten und dann in Prozession seinem Kreuzweg folgen – bis zu einem Feld außerhalb der Stadtmauern, wo ein großes Kreuz errichtet wurde. Dieses Gebiet erhielt später den Namen „Campo de la Cruz“ – „Feld des Kreuzes“. Als eine deutsche Brauerei das Grundstück im 19. Jahrhundert erwarb, benannte sie ihr Bier nach diesem Ort: Cruzcampo.

Noch heute ist das Anwesen im Besitz der Herzöge von Medinaceli. Wenn die Familie nicht in Sevilla weilt, kann man die Wohnräume besichtigen – inklusive einer beachtlichen Sammlung von Gemälden alter Meister.

Die Erdgeschossräume („Planta Principal“) sind an den meisten Tagen im Jahr für Besucher geöffnet. Der Eintritt kostet 12 Euro (mit üblichen Ermäßigungen, Kinder unter 12 Jahren frei). Wer die Möglichkeit hat, sollte unbedingt einen Tag wählen, an dem auch das Obergeschoss („Planta Superior“) zugänglich ist – der Aufpreis lohnt sich.

Das Gebäude entspricht natürlich nicht dem Bild eines römischen Gouverneurspalasts aus biblischer Zeit. Vielmehr handelt es sich um ein faszinierendes Beispiel des architektonischen Übergangs von der Gotik zur Renaissance. Da viele der Handwerker maurischer Herkunft waren, spiegelt sich in Bauweise und Dekor auch ein orientalischer Einfluss wider. Genau diese Mischung macht die Casa de Pilatos zu einem beliebten Drehort internationaler Filmproduktionen.

1962 wurden hier Szenen aus „Lawrence von Arabien“ gedreht. Ridley Scott nutzte die Kulisse gleich für zwei seiner Filme: „1492 – Die Eroberung des Paradieses“ (1992) und „Königreich der Himmel“ (2005). Auch Tom Cruise und Cameron Diaz standen hier 2009 für „Knight and Day“ vor der Kamera.

 

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