Spanien steht derzeit unter dem Einfluss einer massiven Sahara‑Staubwolke, die sich aus der nordafrikanischen Wüste über das Atlantische Meer ausbreitet und zunächst die Kanarischen Inseln erreicht. Meteorologen beschreiben dieses Phänomen als „Calima“ – eine dichte Staub‑ und Sandansammlung in der Atmosphäre, die den Himmel trübt und die Sicht einschränkt.
Redaktion Spanien Press
von Marlon Gallego Bosbach
Staubwolke aus der Sahara breitet sich aus
Die Saharastaubwolke wurde bereits in Warnmeldungen der Wetterdienste registriert: Besonders auf den Kanaren wurde der Luftstaub‑Alarm gesetzt, da die Sichtweiten deutlich reduziert sind und die Luftqualität sich verschlechtert. Zudem wird erwartet, dass dieser Calima‑Einfluss in den kommenden Tagen auch auf große Teile des spanischen Festlands übergreift.
Was ist Calima und wie entsteht sie?
Calima ist ein Wetterphänomen, bei dem feiner Wüstenstaub aus der Sahara in die Atmosphäre aufsteigt und über weite Strecken getragen wird. Meist wird der Staub von starken Winden, wie dem Harmattan oder lokal auftretenden Druckunterschieden über Nordafrika, nach Norden transportiert.
Wenn diese Staubpartikel auf die feuchte Luft Spaniens treffen, können sie sich in Regenwolken einlagern. Fällt Regen, kann er die Staubpartikel auf die Erde bringen – das Resultat ist die sogenannte „Lluvia de Barro“, ein rötlich-bräunlicher Regen, der oft auf Autos, Straßen und Fenstern Spuren hinterlässt.
Meteorologen betonen: Calima ist nicht gefährlich für die Allgemeinheit, kann jedoch die Luftqualität verschlechtern und für Menschen mit Atemwegserkrankungen unangenehm sein.
Wettereffekt „Lluvia de Barro“ möglich
Wetterexperten warnen, dass sich der in der Luft schwebende Staub mit kommenden Regenfronten vermischen kann, was zu sogenannter „Lluvia de Barro“ führt – einem Regen, der aufgrund der Staubpartikel rötlich‑braune Spuren hinterlässt. Dieses Phänomen sorgt für sichtbare Spuren und trübe Stimmung in den betroffenen Regionen.
Temperaturen steigen, Sicht sinkt
Mit der Calima‑Lage geht zugleich eine ungewöhnliche Erwärmung einher: Warme Luftmassen aus Afrika bringen für die Jahreszeit überdurchschnittliche Temperaturen, teilweise bis in die Nähe von 30 °C, vor allem auf den Kanarischen Inseln. Gleichzeitig verschlechtert der Staub die Sicht, die in manchen Zonen auf nur wenige Tausend Meter fällt.
Auswirkungen auf Alltag und Gesundheit
Obwohl das Wetter weiterhin weitgehend trocken bleibt, hat die erhöhte Staubkonzentration Auswirkungen auf die Luftqualität, die besonders für Menschen mit Atemwegserkrankungen oder Allergien belastend sein kann. Behörden raten dazu, körperliche Aktivitäten im Freien zu reduzieren und besonders empfindliche Personengruppen zu schützen.
Wetterlage in ganz Spanien
Während die Kanarischen Inseln im Zentrum der Calima‑Aktivität stehen, deuten aktuelle Vorhersagen darauf hin, dass ähnliche Effekte bald auch Festland‑Spanien erreichen könnten. Dort wäre der Himmel trüber und die Luft getrübt, selbst wenn es nicht zu intensiven Staubemissionen wie auf den Inseln kommt.
