Toledo, Sevilla und Granada feiern Fronleichnam mit prächtigen Prozessionen. Nicht ganz Spanien hat frei – doch in bestimmten Regionen ist der 19. Juni ein bedeutender Feiertag.
Redaktion Spanien Press
Heute, feiert ein Teil Spaniens das Fronleichnamsfest (Corpus Christi) – ein Höhepunkt des liturgischen Kalenders der katholischen Kirche. Obwohl es kein landesweiter Feiertag ist, haben mehrere Regionen und Städte diesen Tag offiziell als arbeitsfreien Feiertag erklärt.
Wo ist am 19. Juni 2025 in Spanien Feiertag?
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Kastilien-La Mancha: Diese autonome Gemeinschaft hält traditionell an Fronleichnam als regionalem Feiertag fest. Besonders Toledo wird an diesem Tag zum Zentrum religiöser Feierlichkeiten. Die dortige Prozession gilt als eine der prachtvollsten Spaniens und wurde als international bedeutendes Tourismusfest ausgezeichnet.
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Andalusien: In Sevilla und Granada ist der 19. Juni ebenfalls arbeitsfrei. In Granada fällt das Fronleichnamsfest mit der lokalen Feria zusammen – einer der wichtigsten Feierlichkeiten der Stadt, mit Reitumzügen, Flamenco, Festzelten und Musik.
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Valencia und andere Gemeinden: Städte wie Valencia und Xàtiva feiern Fronleichnam mit historischen Umzügen, bei denen Tanz, Theater und symbolische Figuren eine zentrale Rolle spielen – eine Tradition, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht.
Was wird an Fronleichnam gefeiert?
Corpus Christi – lateinisch für „Leib Christi“ – ist ein Fest zu Ehren der realen Gegenwart Jesu Christi in der Eucharistie. Es hebt die Bedeutung des Abendmahls hervor und feiert das Sakrament des Brotes und Weines mit einem feierlichen, festlichen Ton, im Gegensatz zur stillen Andacht des Gründonnerstags.
In vielen Städten ziehen feierliche Prozessionen durch die Straßen, bei denen die geweihte Hostie in einer kunstvollen Monstranz getragen wird. Orte wie Toledo und Sevilla schmücken ihre Straßen mit Blumenteppichen, Baldachinen und Altären, begleitet von Musikgruppen, Geistlichen und Gläubigen.
Ursprung des Fronleichnamsfests
Das Fest entstand im 13. Jahrhundert auf Initiative der Augustinerin Juliana von Lüttich, die in Visionen zur Einführung eines Festes zu Ehren des Leibes Christi aufgefordert wurde. Erstmals wurde es 1246 in Lüttich gefeiert.
Einige Jahre später soll sich im italienischen Bolsena ein Eucharistisches Wunder ereignet haben, bei dem eine Hostie zu bluten begann. Der damalige Papst Urban IV., beeindruckt von diesem Ereignis, erklärte Fronleichnam im Jahr 1264mit der päpstlichen Bulle Transiturus de hoc mundo zum offiziellen Fest der gesamten Kirche.
Berühmte liturgische Gesänge wie „Pange Lingua“ und „Tantum Ergo“, komponiert von Thomas von Aquin, begleiten seither die Feierlichkeiten.
