Ein Familienclan betrieb ein Netzwerk der sexuellen Ausbeutung zwischen Santa Cruz und La Laguna. Die spanische Polizei konnte elf Opfer befreien und fünf Verdächtige festnehmen.
Redaktion Spanien Press 19. Juni 2025
Die spanische Nationalpolizei hat auf Teneriffa einen Menschenhändlerring zerschlagen, der Frauen mit falschen Versprechen nach Spanien lockte und sie anschließend zur Prostitution zwang. Das kriminelle Netzwerk, das laut Ermittlern von einem Familienclan geführt wurde, operierte in Santa Cruz de Tenerife und La Laguna.
Der Fall kam ans Licht, nachdem eine der betroffenen Frauen mutig Anzeige erstattete. Ihre Aussage brachte die Ermittlungen ins Rollen und führte schließlich zur Befreiung von elf Frauen, die unter Kontrolle der Organisation standen.
Falsche Versprechen – dann Zwang
Die Opfer wurden im Ausland mit dem Versprechen auf Arbeit und Aufenthaltsdokumente nach Spanien gelockt. Nach ihrer Ankunft in Teneriffa mussten sie unter Zwang sexuelle Dienstleistungen anbieten, überwacht von Mitgliedern der Bande. Die Täter mieteten gezielt Wohnungen an, nutzten sie als Bordelle und kontrollierten täglich die Aktivitäten der Frauen.
Polizeiaktion in fünf Wohnungen
Im Rahmen der Polizeiaktion durchsuchten die Beamten fünf Wohnobjekte und nahmen fünf Personen fest, allesamt Angehörige eines Familienclans. Sie befinden sich inzwischen in Untersuchungshaft. Bei den Razzien wurden zudem 11 Mobiltelefone, ein Laptop, Überwachungskameras, 10.205 Euro, 6.620 US-Dollar sowie die Reisedokumente der Opfer sichergestellt.
Die elf befreiten Frauen wurden in ein Schutzprogramm für Opfer von Menschenhandel aufgenommen und erhalten derzeit psychologische und rechtliche Unterstützung.
Die Polizei betont die Bedeutung dieser Operation im Kampf gegen organisierte sexuelle Ausbeutung und ruft die Bevölkerung dazu auf, verdächtige Aktivitäten konsequent zu melden.
