16 de Juni de 2025
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DATE DIARIES – Folge 1

DATE DIARIES – Folge 1

„Match am Mittelmeer – oder: Mein Chef, mein Date, mein Puls bei 180“

Es gibt Orte, an denen man einfach gerne datet.
Der Strand von Marbella gehört nicht dazu – zumindest nicht, wenn man dort barfuß Tinder öffnet und plötzlich die Vergangenheit auftaucht. Oder besser gesagt: der ehemalige Chef.

Ich saß also da. Füße im Sand, Sonnenöl auf den Schultern, das Handy halb im Schatten, halb im Übermut. Und scrollte. Ein bisschen, ganz harmlos. Tapas im Bauch, Weißwein im Kopf, Laune irgendwo zwischen „nur gucken“ und „na gut, warum nicht“. Und dann – zack – ein Match.

Mit ihm. Dem Mann, der mir vor zwei Jahren noch erklärt hatte, wie man PowerPoint professionell schließt.

Er hatte ein neues Profilbild. Hemd offen, Brust leicht gebräunt, ein Lächeln, das so tat, als wäre nie ein Budget-Meeting dazwischengekommen.
Und sein erster Satz?
„Das ist ja mal ein schönes Wiedersehen! Wie wär’s mit einem Kaffee – oder einem Gespräch ohne Excel?“

Ich bekam einen derart spontanen Nervenzusammenbruch, dass ich nur noch eines konnte: das Match löschen. Ohne Antwort. Ohne Erklärung.
Unklug? Absolut.
Feige? Vermutlich.
Marbella? Klein.

Zwei Tage später – selbstredend beim Supermarkt in der Altstadt – lief er mir über den Weg. Mit Ananas im Korb und einem ziemlich breiten Grinsen im Gesicht.
„War das ein Wischfehler oder Panikflucht?“, fragte er.
Ich: „Beides. Und noch dazu ziemlich unhöflich. Darf ich das bei einem Kaffee wiedergutmachen?“

Wir lachten. Und trafen uns. Und lachten noch mehr.

Keine Romanze. Keine Flammen. Aber ein ehrliches, warmes Gespräch über alte Jobs, neue Lebensabschnitte und wie bizarr das digitale Dating sein kann, wenn es plötzlich real wird.

Fazit dieser Geschichte:
Nicht jeder Match muss Schicksal sein. Manchmal reicht es, sich locker zu machen, ehrlich zu reagieren – und freundlich zu bleiben, selbst wenn man am liebsten im Boden versinken würde. Marbella ist zu klein für Drama. Und das Leben zu kurz für falschen Stolz.

Also: Einfach mal den Kaffee trinken. Auch wenn der Match dich mal befördert – oder gefeuert – hat.


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