Die wichtigste Referenz bleibt dabei ohne Zweifel die Feria de Abril de Sevilla. Was dort modisch passiert, prägt früher oder später die Ferias in ganz Andalusien
Redaktion Spanien Press
Das Flamencokleid folgt der Mode – und dem Budget
Auch wenn viele es als traditionelles, unveränderliches Kleidungsstück sehen: das Flamencokleid ( Traje de Flamenca) unterliegt klaren Modetrends – und ist alles andere als günstig. Deshalb sind es vor allem wohlhabende Andalusierinnen, die sich modisch wirklich austoben können.
In diesem Kreis ist es durchaus üblich, zwei, drei oder sogar vier Flamencokleider zu besitzen. Sie werden während der Feria gewechselt, unterschiedlich kombiniert und mit Accessoires immer wieder neu interpretiert.
Ein hochwertiges Flamencokleid, handwerklich gut gearbeitet und aus guten Stoffen gefertigt, kostet in der Regel zwischen 600 und 1.200 Euro – je nach Schnitt, Material und Detailarbeit. Accessoires wie Mantones, Blumen, Schmuck oder passende Schuhe kommen dabei noch hinzu.

Aktuelle Trends: klare Linien und mutige Farben
Seit einigen Jahren zeichnet sich ein klarer Trend ab:
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höhere Ausschnitte
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weniger Volants
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kontrolliertere Volumen
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mutigere Farben, fernab der klassischen Kombinationen
Bei den Accessoires hat besonders die Blume im Haar an Bedeutung gewonnen. Immer häufiger wird sie über der Stirn getragen, eine sehr sevillanische Art, die dem Look Stärke und Modernität verleiht.

We Love Flamenco setzt die Richtung
Diese Trends entstehen nicht zufällig. In Sevilla hat bereits die Modenschau We Love Flamenco begonnen – das wichtigste Schaufenster der Flamencokultur und -mode.
Was heute auf dem Laufsteg zu sehen ist, findet morgen seinen Weg in die Festzelte der Ferias.
Wichtige kulturelle Klarstellung: Nicht alles ist Flamenco
Ein Punkt, der besonders außerhalb Andalusiens oft missverstanden wird: Auf den Ferias wird kein Flamenco getanzt.
Dort tanzt man Sevillanas und Rumbas.
Flamenco hingegen ist eine eigenständige Kunstform – mit Technik, Disziplin und jahrelanger Ausbildung. In vielen Fällen sogar mit Unterricht an Konservatorien. Es handelt sich also nicht um einen spontanen Volkstanz, auch wenn das von außen manchmal so wirkt.
Sevillanas mit Flamenco zu verwechseln ist verbreitet – aber kulturell schlicht falsch.
