Barcelona, Mai 2025 — Manchmal reicht ein einziges „Ja“, um das Schicksal vieler Menschen zu verändern. Adrià Montoro, ein 30-jähriger Katalane aus Olesa de Montserrat, hat genau das getan. Er spendete eine Niere – freiwillig, anonym und ohne eine bestimmte Person zu kennen – an das Hospital del Mar in Barcelona. Seine Geste löste eine Kette von fünf Nierentransplantationen aus und schenkte fünf schwerkranken Menschen eine neue Chance.
Ein medizinisches Puzzle, das nur er lösen konnte
Im Hospital del Mar warteten vier Paare aus lebenden Spendern und Empfängern auf eine Transplantation. Doch in keinem Fall waren die Spender mit den vorgesehenen Empfängern kompatibel. Die medizinische Bereitschaft war da, die Organe ebenfalls – doch die Biologie machte einen Strich durch die Rechnung.
Dann kam Adrià. Ohne Verbindung zu einem der Betroffenen bot er sich als altruistischer Spender an. Nach intensiven medizinischen und psychologischen Tests wurde er zugelassen. Seine Niere war mit einem der wartenden Patienten kompatibel – und so konnte eine Kette in Gang gesetzt werden: Jeder weitere Spender spendete an eine andere passende Person. Am Ende standen fünf erfolgreiche Transplantationen.
„Ich wusste, dass ich mit einer Niere leben kann – jemand brauchte sie dringender“
Bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit den Transplantationsärzt:innen Dr. Marta Crespo und Dr. Lluís Cecchini erklärte Adrià:
„Ich habe nicht darüber nachgedacht, wer meine Niere bekommt – sondern darüber, wie vielen Menschen sie vielleicht helfen kann. Ich wusste, dass ich mit einer Niere leben kann. Und wenn das Leben retten kann, wollte ich es tun.“
Das Ärzteteam betonte den außergewöhnlichen Wert seiner Entscheidung. Nicht nur aus medizinischer Sicht war Adriàs Spende ein Erfolg – sie ist auch ein leuchtendes Beispiel menschlicher Solidarität.
So funktionieren Transplantationsketten
Ketten- oder Kreuztransplantationen ermöglichen es, dass ein Spender, der nicht mit seinem eigenen Empfänger kompatibel ist, für jemand anderen spendet – und im Gegenzug ein anderer Spender für den ursprünglichen Patienten. In Spanien koordiniert die Nationale Transplantationsorganisation (ONT) solche Programme, die seit Jahren Leben retten.
Anonyme Spender wie Adrià sind dabei besonders wertvoll. Sie stellen die erste „Dominofigur“ dar, durch die ganze Transplantationsketten erst möglich werden – ohne Erwartung einer Gegenleistung, nur mit dem Wunsch, zu helfen.
Fünf neue Leben, dank einer Entscheidung
Fünf schwerkranke Menschen konnten durch diese Kette transplantiert werden. Sie haben die Dialyse hinter sich gelassen und blicken nun mit Hoffnung in die Zukunft.
„Ich weiß nicht, wer er ist, aber ich werde ihm mein Leben lang dankbar sein“, sagte einer der Empfänger. „Er hat mir etwas gegeben, das man mit Geld nicht kaufen kann: Gesundheit. Zeit. Leben.“
Ein Beispiel, das bewegt
Das Hospital del Mar macht diese Geschichte öffentlich, um mehr Menschen über die Möglichkeit der altruistischen Organspende zu informieren. Denn man muss niemanden kennen, um etwas Großes zu bewirken – manchmal genügt der Mut, den ersten Schritt zu machen.
